Bamberg

Unterstützung für qualifizierte Studenten in Bamberg

Spitzenforscher brauchen jede Menge Unterstützung. In Bamberg wird mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft das Projekt BAGGS gefördert. Qualifizierte Studenten promovieren hier bei intensiver Betreuung.
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Thomas Saalfeld kurz vor einem Interviewtermin mit Bewerbern in den neuen Räumlichkeiten der Bamberger Graduiertenschule.  Foto: Matthias Hoch
Thomas Saalfeld kurz vor einem Interviewtermin mit Bewerbern in den neuen Räumlichkeiten der Bamberger Graduiertenschule. Foto: Matthias Hoch
Alles geht noch ein wenig drunter und drüber. Gestapelte Stühle, Umzugskisten, Hinweisschilder auf die Interview-Orte für Bewerber. Dort, wo sich in dem Universitätsgebäude in Bambergs Feldkirchenstraße früher der Musiktrakt befand, ist ab kommenden Montag die Bamberger Graduate School of Social Sciences - kurz BAGGS - untergebracht. Auf deutsch: die Bamberger sozialwissenschaftliche Graduiertenschule.

An das Englische muss man sich gewöhnen - mitten in Franken. Aber: Die Doktoranden kommen aus aller Welt nach Bamberg. Und Englisch ist nun einmal die Wissenschaftssprache schlechthin. Weshalb sich Professor Thomas Saalfeld, er betreut das Projekt, mit seinen Studenten in der Regel in dieser Sprache unterhält. Auch mit den Deutschen. Damit es keine Bevorzugung gibt. Auch die Interviews werden so geführt.
In denen stellen sich die zuvor ausgewählten Studenten in Bamberg vor, ehe sie den Zuschlag für ein Stipendium erhalten. Oder eben auch nicht. "Wir haben eine große Auswahl," freut sich der Politologe.

Die Graduiertenschule ist begehrt bei den jungen Nachwuchswissenschaftlern. Kein Wunder, schließlich können die, die es geschafft haben, mit einem monatlichen Stipendium von 1365 Euro rechnen. Und das für drei Jahre. In dieser Zeit sollen die Studenten ihre Dissertation abgeschlossen haben. Das sei ganz gut zu schaffen, erklärt Daniel. Der Niederbayer studiert schon seit Jahren in Bamberg politische Wissenschaften, teilt sich in der jetzigen Promotionsphase ein Arbeitszimmer mit der 26-jährigen Saba aus Pakistan. Die untersucht Multiple-Choice-Tests für Schüler der 9. Klassen. Geht der Frage nach, wie die Tests angelegt sein müssen, um auch gute Ergebnisse zu erzielen.

G 8 und Religionszugehörigkeit

Daniel hat sich die Ministerialbürokratie als Dissertationsthema ausgesucht. Er untersucht deren Struktur und die Veränderungen, die nach politischen Wahlen innerhalb der Verwaltung eines Ministeriums erfolgen. Andere Doktoranden beschäftigen sich mit der neuen Gymnasialform G 8 und ihren Folgen, vor allem im Hinblick soziale Ungleichheit, oder dem Einfluss von Religionszugehörigkeit auf die politischen Aktivitäten türkischer Einwanderer in Deutschland. Das Besondere an BAGGS ist die intensive Betreuung der Doktoranden durch die Professoren. Die Schule versteht sich als eine Gemeinschaft, in der Lehrer wie Lernende miteinander forschen - ein Forschungsraum soll so entstehen. Auch die Lehrveranstaltungen werden optimal auf die Bedürfnisse der Studenten abgestimmt. Jedem der jungen Leute ist eine Betreuungskommission zugeteilt, in der Regel bestehend aus drei Professoren, die beratend und unterstützend eingreifen.

Gefördert wird das Projekt aus Mitteln der Exzellenzinitiative über einen Zeitraum von fünf Jahren mit über fünf Millionen Euro. Dazu kommen noch einmal 2,2 Millionen Euro vom Freistaat und der Uni Bamberg. Letztere kümmerte sich auch darum, dass die Graduiertenschule in neuen Räumlichkeiten vernünftig untergebracht ist. Ein wenig stolz ist man schon, dass ein solches Projekt in der Provinz realisiert werden kann. Noch dazu in einem Bundesland wie Bayern, in dem die Spitzenforschung noch sehr stark zentralisiert sei, wie Saalfrank ganz nebenbei bemerkt. Aber: Spitzenforschung geht eben auch an einer kleinen fränkischen Universität.

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