Bamberg
Neuerscheinung

Unbekannte Gesichter Bambergs

Der Heinrichs-Verlag legt mit "Tilligs Stadtbilder - Bamberg 1955-1968" einen außergewöhnlichen Bildband vor.
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Mit dem Auto durchs Alte Rathaus: Was heute undenkbar ist, war zur Zeit Tilligs selbstverständlich.Hans Tillig
Mit dem Auto durchs Alte Rathaus: Was heute undenkbar ist, war zur Zeit Tilligs selbstverständlich.Hans Tillig
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- Als "echter" oder schon Jahrzehnte in dieser Stadt lebender Bamberger, meint man, ihr Gesicht zu kennen. Mit allen feinen Zügen, aber auch mit ihren Falten sprich städtebaulichen Sünden. Ungezählte Bücher und Büchlein gibt es über Bamberg. Kaum zu glauben, dass Autoren noch etwas Neues einfällt über das fränkische Rom. Dabei ist es eigentlich etwas Altes, was Uwe Schillhabel, Christian Schmitt und Heinz Tillig in einem außergewöhnlichen Bildband präsentieren. Bisher unveröffentlichte, großformatige Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Jahren 1955 bis 1968, die unbekannte oder vergessene Gesichter Bambergs zeigen.

Ein Denkmal für Tillig

"Ich wollte meinem Vater Hans Tillig ein Denkmal setzen", sagt dessen Sohn Heinz, dem der nebenberufliche Fotograf mit eigenem Lichtbildverlag zigtausende Fotografien hinterlassen hat. Dass der 68-jährige Offsetdrucker Heinz Tillig seinen lang gehegten Traum nun verwirklichen konnte, ist dem Bamberger Heinrichs-Verlag zu verdanken, der den Gehalt dieses sensationellen geschichtlichen Rückblicks via Fotoapparat erkannte. "Der Verlag hat uns vertraut", freuen sich die drei Männer Schillhabel, Schmitt und Tillig, die ihre gemeinsame Leidenschaft für Bamberg in Bildern über die sozialen Netzwerke entdeckt haben.

Eine Entdeckung sind auch die vielen atmosphärisch dichten und ästhetisch anspruchsvollen Momentaufnahmen von Straßenzügen, Gebäuden, Grünflächen, Menschen aus dem Bamberg der 1950er und 1960er Jahre. Allesamt aus verblüffenden Blickwinkeln, mit einer Präzision und Könnerschaft, wie sie Hans Tillig (1911 bis 1987) zu eigen war. "Kein Kirchturm war ihm zu hoch, und von den höchsten Positionen neu erbauter Hochhäuser in Bamberg fing er erstaunliche Panoramen ein", erinnert sich Heinz Tillig, der als Bub seinen Vater bei den Fototouren oft begleitete "und die schwere Ausrüstung tragen musste".

Unter der Überschrift "Oh mein Papa" hat Heinz Tillig die Biografie seines Vaters Hans humorvoll und warmherzig als Einleitung in den Bildband verfasst. Uwe Schillhabel hat nach sorgfältiger Recherche in den einschlägigen Archiv- und Internetquellen die passenden Bildbeschreibungen beigesteuert. Christian Schmitt oblag es, die 300 Fotos für den 250 Seiten-Band zu digitalisieren und zu restaurieren. "Wenn wir alle Drei Bamberg nicht so lieben würden, hätten wir es nicht getan!" betonen die Herren unisono im Blick auf ihre bibliografische Arbeit.

Vorstellung in St. Otto

Über diese und mehr, gespickt mit vielen Anekdoten, wollen Uwe Schillhabel, Christian Schmitt und Heinz Tillig in der offiziellen Buchpräsentation am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr im Festsaal des Bistumshauses St. Otto, Heinrichsdamm 32, erzählen. Wer sich mit Bamberg verbunden fühlt und in nostalgischen Erinnerungen schwelgen möchte, ist zu diesem Abend eingeladen.

Das Buch

Der Band "Tilligs Stadtbilder - Bamberg 1955-1968" ist im Heinrichs-Verlag erschienen und ab Mittwoch, 6. November, im Buchhandel erhältlich. Es kostet 24,90 Euro.

Präsentation

Im Festsaal des Bistumshauses St. Otto (Heinrichsdamm 32, Bamberg) wird am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr das neue Buch "Tilligs Stadtbilder" offiziell vorgestellt. Die drei Autoren Uwe Schillhabel, Christian Schmitt und Heinz Tillig geben einen Einblick in ihr Werk, das über 300 Bilder aus dem Nachlass des Bamberger Fotografen Hans Tillig zeigt.

Gegenüberstellung

Im Fränkischen Tag ist bald auch eine Auswahl von Tilligs Bildern zu sehen. Die Redaktion wird die Aufnahmen aus den 50er- und 60er-Jahren mit den aktuellen Ansichten vergleichen.

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