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Bamberg
Prognose

Umfrage zur Wahl in Bamberg: Starke ungefährdet, Grüne schlagen CSU

Laut einer vom FT in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage liegt OB Starke deutlich vor seinen Herausforderern. Er könnte sogar ohne Umweg über die Stichwahl wiedergewählt werden. Bei der Stadtratswahl muss die CSU wohl um ihren Nimbus als stärkste Fraktion zittern.
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Andreas Starke (SPD) liegt laut einer Umfrage deutlich vor seinen härtesten Kontrahenten Christian Lange (CSU) und Jonas Glüsenkamp (Grüne)
Andreas Starke (SPD) liegt laut einer Umfrage deutlich vor seinen härtesten Kontrahenten Christian Lange (CSU) und Jonas Glüsenkamp (Grüne)

Bei der Bamberger Wahl am 15. März deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an - wohl nicht um den Chefsessel im Rathaus, da Amtsinhaber Andreas Starke (SPD) ziemlich sicher im Sattel zu sitzen scheint, sondern um die Führungsrolle im Stadtrat: Eine vom FT beim Pragma-Institut in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage unter 282 Stimmberechtigten sieht knapp die Grünen (rund 25 Prozent) vor der bisher stärksten Partei im Stadtrat, der CSU (knapp 23 Prozent). Die SPD rutscht wohl ebenso nach hinten: Sie kommt laut der Umfrage nur noch auf 18 Prozent (2014: 21,5 Prozent). Das wäre Platz 3. "Die Grünen sind in allen Alterskohorten stark, gehen bei den jungen Wählern durch die Decke", erklärt Martin Messingschlager vom Pragma-Institut.

Wie Bürgerblock, Bambergs Unabhängige Bürger, Bamberger Allianz und Freie Wähler abschneiden

Durch die große Anzahl an 14 Listen erwartet der promovierte Sozialwissenschaftler im neuen Stadtrat einen Flickenteppich: "Es wird der bunteste Stadtrat, den wir je hatten." Neben CSU, SPD und Grüne treten die Bamberger Allianz (BA), der Bürgerblock (BBB), Bambergs Unabhängige Bürger (BUB), die FDP, die Bamberger Linke, die Freien Wähler (FW), die AfD, Bambergs Mitte, Volt, die ÖDP und die Partei an.

Nach der Umfrage liegt Tscherners Bürgerblock mit 6 Prozent vor BUB, BA und FW (je 5 Prozent), auf die anderen Gruppierungen verteilen sich die übrigen 13 Prozent. Wer letztlich von den restlichen Parteien in den Stadtrat einzieht und mit wie vielen Sitzen, sei aufgrund der Persönlichkeitswahl mit Panaschieren und Kumulieren nicht sicher vorhersagbar, sagt Messingschlager. Die AfD wird aber wohl - wie etwa die Linke - mit mindestens einem Sitz vertreten sein.

35 Prozent unentschlossen

Die Wahlbeteiligung wird wohl höher als bei den vergangenen Wahlen ausfallen (Stadtratswahl 2014: gut 44 Prozent). Die große Unbekannte bilden dabei die 35 Prozent der befragten Wähler, die sich noch nicht entschieden haben: "Es ist sehr schwierig, die Unentschlossenen einzuschätzen, und ob sie wählen gehen", erklärt Messingschlager. Sie könnten sich erst in der heißen Wahlkampfphase entschließen, zur Urne zu gehen.

Braucht Starke eine Stichwahl?

Diese Größe habe auch Einfluss auf die Stichwahlfrage bei der Oberbürgermeisterwahl, sagt Messingschlager. Wobei die OB-Frage eindeutig entschieden werden könnte: Der große Teil der 282 Befragten votiert mit 48 Prozent für Amtsinhaber Starke. Es gibt laut Messingschlager zwei heiße Fragen: "Schafft es Oberbürgermeister Starke ohne Stichwahl, wenn nicht: Wer kommt in die Stichwahl?" Darum kämpfen Herausforderer Christian Lange (CSU) und Jonas Glüsenkamp (Grüne), beide folgen gleichauf mit deutlichem Abstand zu Starke (je rund 17 Prozent). Unter den restlichen Kandidaten (zusammen 18 Prozent) ragt in der Umfrage noch Ursula Redler (BA) heraus, die auf Platz vier landen könnte.

Doch auch sie scheint bei der Entscheidung nicht mitzureden. Geht man nach den Umfrageergebnissen, deutet somit sehr viel auf eine dritte Amtszeit von OB Starke hin.

Umfrage zur Wahl 2020

Das 2008 an der Uni Bamberg gegründete Pragma-Institut hat im Auftrag des Fränkischen Tags im Zeitraum vom 30. Januar bis zum 17. Februar in Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg insgesamt 282 Stimmberechtigte in der Stadt Bamberg befragt, wen sie bei der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl am 15. März wählen würden. Die repräsentative Umfrage wurde online und per Telefon durchgeführt (Mix-Mode-Befragung). Da die Befragung noch vor der heißen Wahlkampfphase durchgeführt wurde, bevor also die Plakate aufgehängt wurden, und da es unter den Befragten mit 35 Prozent noch einen großen Anteil an Unentschlossenen gab, sind Abweichungen im tatsächlichen Wahlausgang möglich.

Kommentar von Sebastian Martin: Starke scheint weiter beliebt

Es ist zwar nur eine Prognose zur OB-Wahl, doch lässt das klare Ergebnis aufhorchen: Denn Oberbürgermeister Starke scheint sich weiterhin großer Beliebtheit in der Bamberger Bevölkerung zu erfreuen. 48 Prozent der Stimmen wären angesichts der großen Zahl an Mitbewerbern ein deutlicher Vertrauensbeweis. Ob er als Spitzenkandidat die SPD mitziehen kann, ist dagegen fraglich. Starke steht künftig wohl vor der Herausforderung, für Mehrheiten in einem zersplitterten Stadtrat sorgen zu müssen.