Priesendorf
Festtag

Trommelwirbel für Afrika

Am "Senegalsonntag" wurde in Priesendorf die Bistumspartnerschaft zwischen Bamberg und Thiès gefeiert: fröhlich, farbig - und auch fränkisch.
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Die Trommelgruppe Baobab brachte am Senegalsonntag die Priesendorfer Kirche zum Beben.  Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Die Trommelgruppe Baobab brachte am Senegalsonntag die Priesendorfer Kirche zum Beben. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Bald hielt es auch Pfarrvikar Moise Seck nicht auf seinem Platz im Chorraum der Priesendorfer Pfarrkirche St. Bartholomäus. Als die Trommelgruppe "Baobab" aus Burgebrach loslegte und das altehrwürdige Gotteshaus zum Beben brachte, schnappte sich Moise Seck eine Djembé und schlug mit flachen Händen den Rhythmus mit.

Der Priester aus Thiès, der für einige Jahre in Priesendorf der Ortsseelsorger ist, war ganz in seinem Element. Und mit ihm "sein" Bischof André Guèye, der dem "Senegalsonntag" authentische Züge verlieh: "Wir feiern heute die Freundschaft zwischen den Diözesen Bamberg und Thiès und schauen mit Dankbarkeit auf die Früchte, die im Laufe der Jahre gewachsen sind!", rief er den vielen Senegalfreunden aus nah und fern zu. Unter ihnen das "Urgestein" der Bistumspartnerschaft, Alois Berner mit seiner Frau Anna, sowie Männer und Frauen, die er im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in den Senegal begleitet hatte. Landrat Johann Kalb und Priesendorfs Bürgermeisterin Maria Beck feierten mit und hatten ebenfalls sichtliche Freude an dem fröhlichen Gottesdienst und anschließendem Treiben bei fränkischem Schäuferla und senegalesischem Gemüsegericht.

Dabei war die Eucharistiefeier alles andere als eine "Rausch-Extase-Geschichte", sondern eine "Feier mit offenen Augen für die Schönheit der Schöpfung, aber auch für Leid und Not". So beschrieb jedenfalls Generalvikar Georg Kestel in seiner Predigt das Geschehen in der Pfarrkirche. Die Botschaft Jesu, die verkündet und gefeiert werde, "hält uns über Kontinente zusammen". Zumal diese Botschaft "nicht nur Arbeitsprogramm und Konzept ist, sondern Freude, die wir feiern". Und die konkret werde im sozialen, caritativen Dienst an den Menschen für ein "Leben in Fülle". Dieses beginne mit vielen kleinen Schritten, mit "Hilfe ohne Erfolgsversprechen".

Die Bistumspartnerschaft als Gebets-, Lern- und Solidargemeinschaft funktioniert jedoch. Der Generalvikar dankte im Namen des Erzbistums Bamberg Bischof André für die Offenheit, die Thiès den fränkischen Partnern gegenüber zeige. Diese Offenheit geht so weit, dass in Zeiten der Priesterknappheit das afrikanische Bistum dem deutschen aushilft: "Wenn man gibt, soll man das Beste geben. Moise Seck und Patrice Mor Faye gehören zu den Besten!", versicherte Bischof André Guèye im Blick auf "seine" beiden Priester, die in Priesendorf und Oberhaid ihren seelsorglichen Dienst tun.

Erdnüsse am Altar

Ein engagiertes Team um Pastoralreferentin Andrea Friedrich hatte den Senegalsonntag bis zum I-Tüpfelchen perfekt vorbereitet. So gab es sogar Lieder in der senegalesischen Landessprache Wolof, die der Kirchenchor Dankenfeld-Kirchaich unter der Leitung von Cäcilia Kager gekonnt vortrugen. Die Band "heaventones" rockte die Kirche mit schwungvollen neuen geistlichen Liedern. Und in Kleidern aus typisch afrikanischen Stoffen brachten Frauen die Gaben Brot, Wein und senegalesische Erdnüsse zum Altar: mit anmutigen, tänzerischen Bewegungen zu entsprechender Musik.

Mit Bischof André und Generalvikar Kestel zelebrierten Albert Müller, Leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Steigerwald, Domkapitular Norbert Jung, Pfarrer Bernhard Friedmann aus Burgebrach, Pater Roberto Turyamureeba aus dem Referat Weltkirche des Bamberger Ordinariates sowie Diakon Christoph Gahlau. Die Pastoralreferentinnen Andrea Friedrich und Theresa Schwarzmann, eine große Ministrantenschar komplettierten das Personalaufgebot in der Kirche.

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