Bamberg
Tag der offenen Tür

Transparente Polizei

Das Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Bamberg gab Einblick in den Arbeitsalltag der Beamten.
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Auch einen Polizeihubschrauber aus nächster Nähe bestaunenn konnte man beim Tag der offenen Tür  der Bundespolizei. Alle Fotos:  Antonia Wild
Auch einen Polizeihubschrauber aus nächster Nähe bestaunenn konnte man beim Tag der offenen Tür der Bundespolizei. Alle Fotos: Antonia Wild
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"Am Bahnhof Bamberg gab es einen Diebstahl, der Täter ist flüchtig. Er ist 1,75 Mete groß und trägt ein blau-weiß kariertes Hemd und markante rote Schuhe." Und die Beamten sausen los. Schnell finden sie einen Tatverdächtigen. Als sie ihn konfrontieren, flüchtet er - und die Verfolgung beginnt. Eine Szene aus dem Arbeitsalltag eines Polizisten, in diesem Fall aber nur eine Vorführung am Tag der offenen Tür des Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrums Bamberg.

Die Demonstration verdeutlicht, was ein Polizist im Ernstfall leistet: Von einem auf den anderen Moment rennt der Verdächtige los und die Beamten nehmen die Verfolgung auf. Sie springen, rennen und klettern durch einen kräftezehrenden Hindernisparcours und stellen den Flüchtigen. Der Parcours ist Teil des Sport- und Einsatztrainings, das jeder Polizeianwärter absolviert.

Am Tag der offenen Tür können die interessierten Besucher neben Vorführungen auch das Gelände Bundespolizei zum ersten Mal seit seiner Eröffnung 2016 besichtigen. "Als wir vom Tag der offenen Tür gehört haben, wollten wir uns mit den Kindern unbedingt mal das alte Kasernengelände anschauen", sagt Familienvater Martin. Seine Tochter Emily nutzt den Tag, um die verschiedenen Angebote der Polizei auszuprobieren. "Ich hab heute schon die Hunde gesehen und war schon im Polizeiauto, im Hubschrauber, im Boot, im Polizeibus und im Zug", sagt die Sechsjährige freudestrahlend.

Die Besucher können auf der Anlage in die verschiedenen Einsatzgebiete der Polizeibeamten reinschnuppern. Von Kriminalitätsbekämpfung und der Luftwaffe über den Schutzdienst Ausland bis hin zum psychologischen und seelsorglichen Dienst ist alles geboten. An den Ständen kommen die Besucher mit den Beamten ins Gespräch und stellen Fragen. Auch für Demonstrationen stehen die Polizisten zur Verfügung.

Verstärkung aus der Nachbarschaft

Damit alle Stationen versorgt sind, haben sich die Bamberger Polizisten Verstärkung aus der Nachbarschaft geholt. Die Bayreuther Kollegen Hans-Jürgen und Rüdiger sind Teil der taktischen Kommunikationseinheit. "Uns gefällt die Arbeit der Bamberger Ausbilder soweit sehr gut, vor allem, da sie ja erst seit kurzem auf dem Gelände sind", sagt Hans-Jürgen. "Allein die Logistik - hier leben über 1000 Anwärter, dazu kommen noch die Ausbilder. Das organisiert zu bekommen ist schon bewundernswert", ergänzt Rüdiger.

Mit dem Tag der offenen Tür will sich das Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei den Bambergern vorstellen. "Wir sind ja schon seit drei Jahren hier, da wollten wir uns jetzt bedanken, dass wir hier so gut aufgenommen wurden", erzählt Andreas Schindler. Er ist für die Grundausbildung der Polizeianwärter verantwortlich. "Es ist uns wichtig, Transparenz zu schaffen und auch den Familien und Freunden unserer Anwärter die Chance zu geben, mal zu sehen, was wir hier alles machen", sagt Schindler.

Und diese transparente Vorstellung kommt gut beim Publikum an. "Wirklich toll, was die Polizisten hier alles machen", findet Matthias. Der 45-Jährige besichtigt die Anlage mit seiner Nichte, die selbst in Bamberg ausgebildet wird. Und beim gemeinsamen Rundgang ist er mächtig stolz auf die Arbeit seiner Nichte und ihrer Kameraden.

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