Bamberg
Zeugensuche

Tod des Bamberger Gärtners: Staatsanwaltschaft ermittelt

Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft ermitteln inzwischen im Todesfall des Bamberger Gärtners in München. Der 59-Jährige war bei einer Unfallaufnahme der Polizei ums Leben gekommen. Es werden Zeugen gesucht, um den genauen Hergang zu klären.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolbild: dpa/Archiv
Symbolbild: dpa/Archiv
Das Bayerische Landeskriminalamt in München und die Staatsanwaltschaft München I haben jetzt die Ermittlungen im Todesfall des Bamberger Gärtners übernommen.

In diesem Zusammenhang werden Zeugen gesucht, die den Unfall und die anschließende Unfallaufnahme durch die Polizei in der Landeshauptstadt beobachtet haben. Ziel ist es laut LKA-Sprecher Karl-Heinz Segerer, für Aufklärung in dem Fall zu sorgen: "Wir führen die Ermittlungen unabhängig." Diese stünden noch ganz am Anfang.

Am Montag vor einer Woche war der Bamberger Gärtner in München bei einer Unfallaufnahme der Polizei ums Leben gekommen. Der Vater des designierten Stadtrats Hans-Jürgen Eichfelder hatte laut Bericht der Münchner Polizei zunächst einen Auffahrunfall im Stadtteil Sendling verursacht.

Im Anschluss daran soll er ausfällig geworden sein, erst seine Frau und danach einen Polizisten angegriffen haben. Drei Beamte hätten den 59-Jährigen daraufhin zu Boden gedrückt und ihm anschließend Handschellen angelegt. Dann kollabierte der Bamberger. Er verstarb trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort.

Anzeige gegen Polizeibeamte

Die Familie des Toten hat inzwischen Anzeige gegen die beteiligten Polizeibeamten gestellt. Das bestätigte Thomas Drehsen, der Bamberger Anwalt der Familie. Strafanzeige sei gestellt worden, weil nur so das förmliche Ermittlungsverfahren in Gang gesetzt werden konnte, erklärte Drehsen. Schließlich will die Familie nun genau wissen, wie es zu dem Tod des 59-Jährigen in München gekommen war.

Die Münchner Polizei geht von einem "natürlichen Tod" aus. Sie beruft sich dabei auf das Ergebnis einer Obduktion, die Montag vor einer Woche im Münchner Institut für Rechtsmedizin durchgeführt worden war. "Gravierende Vorerkrankungen an Herz und Lunge wurden festgestellt", heißt es im Polizeibericht. Es seien keine Verletzungen aufgefallen, "die im Zusammenhang mit der Festnahmesituation stehen".

Die Angehörigen zweifeln an der Darstellung der Polizei, was den Ablauf der Unfallaufnahme betrifft. Sie haben auch eine zweite Obduktion in Auftrag gegeben. Über das Ergebnis ist noch nichts bekannt.



Zeugenaufruf des LKA München:

Am Montag, 17. März, war es in München gegen 10.50 Uhr in der Heckenstallerstraße an der Kreuzung zur Passauerstraße zu dem Auffahrunfall zwischen einem grauen BMW Gran Turismo und einem grauen Ford Focus C-Max. Im Verlauf der Unfallaufnahme verstarb der 59-Jährige.

Zeugen werden gebeten, sich mit dem Bayerischen Landeskriminalamt, unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/3000050 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.