Bamberg
Premiere

Theaterstück: Romeo und Julia bei Facebook

Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums der Giechburgschule Scheßlitz zeigen im großen Saal der VHS Bamberg die Aufführung "Romeo likes Julia". Die Tragödie wurde in soziale Netzwerke wie Facebook verlegt.
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Die Schüler wechselten Gesangs- und Tanzeinlagen ab. Foto: Harald Rieger
Die Schüler wechselten Gesangs- und Tanzeinlagen ab. Foto: Harald Rieger
Wer kennt sie nicht, die dramatische Liebesgeschichte von Romeo und Julia, deren Liebe nicht sein durfte, weil ihre beiden Familien bis aufs Blut verfeindet waren? Doch als Schullektüre oder gar als Schulinszenierung ist der Shakespeare-Klassiker aus dem 16. Jahrhundert oftmals eine Herausforderung, die nicht bei allen Schülern gleichsam Beliebtheit findet.

Nicht so jedoch bei den 24 Sechst- und Siebtklässlern des Sonderpädagogischen Förderzentrums der Giechburgschule Scheßlitz. Fast ein Jahr setzten sie sich mit der Liebesgeschichte auseinander und formten daraus ein 45-minutiges Bühnenstück, das nicht nur sehenswert war, sondern auch einen gewissen Unterhaltungscharakter mit Humor aufwies.

Denn so blieb zwar bei der Rahmenhandlung Shakespeares Handschrift erkennbar, die Geschichte selbst wurde aber ins Verona des 21. Jahrhundert verlegt.
So wurden aus den beiden Familien, den Montagues und Capulets, zwei verfeindete Cliquen - streng nach Geschlechtern getrennt. Und als die Banden auf einer Party zusammenstießen, geschah es: Julia und Romeo verliebten sich, sehr zum Ärger ihrer jeweiligen Freunde.

Keine Säbel, sondern soziale Netzwerke

Nachdem die beiden auch noch heirateten, war der Bandenkrieg unvermeidlich. Anders jedoch als bei Shakespeare schwirrten keine Säbel durch die Luft, sondern die Fehde wurde in soziale Netzwerke wie Facebook verlegt. Nur ein Happy-End gab es hier wie dort nicht.

Obwohl die Inszenierung fast ohne Text auskam - eine kleine Einführung, ein kurzer Monolog und auf wenige Sätze minimierte Dialoge genügten vollkommen - entstand am Ende eine gelungene Inszenierung.

Abwechselnde Gesangs- und Tanzeinlagen vor der selbstgestalteten Bühnenkulisse verliehen der Aufführung eine besondere Note. Ja, selbst die berühmte Balkonszene war andeutungsweise mit im Stück integriert.
Kein Wunder also, dass es am Ende der Aufführung vom Publikum - der große Saal der Volkshochschule war fast bis auf den letzten Platz besetzt - reichlich Beifall gab.

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