Bamberg
Anschlag

Terror-Attacke in Barcelona: Bamberger erlebte Urlaub mit schlimmem Ende

Ein Bamberger erlebte in Barcelona mit seiner Familie die Stunden nach dem schrecklichen Attentat. Der 41-Jährige schildert seine bleibenden Eindrücke.
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Weiträumig abgesperrt war am 17. August die Flaniermeile in Barcelona, auf der ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast war. Bei dem Attentat, das die IS-Terrormiliz für sich reklamierte, wurden 13 Menschen getötet, über 120 verletzt. Gero Schmitt-Sausen war den schlimmen Ereignissen sehr nahe gekommen.  Fotos: Albert Salamé/NOTIMEX/dpa; Matthias Hoch
Weiträumig abgesperrt war am 17. August die Flaniermeile in Barcelona, auf der ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast war. Bei dem Attentat, das die IS-Terrormiliz für sich reklamierte, wurden 13 Menschen getötet, über 120 verletzt. Gero Schmitt-Sausen war den schlimmen Ereignissen sehr nahe gekommen. Fotos: Albert Salamé/NOTIMEX/dpa; Matthias Hoch
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Nur wenige Stunden nach dem schrecklichen Anschlag auf der belebten Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona geht Gero Schmitt-Sausen zu einem kleinen Supermarkt ums Eck. Es sind nur 50 Meter von der Unterkunft, in der der Wahl-Bamberger mit seiner Familie seit zehn Tagen seinen Urlaub verbringt. Dennoch wird dem 41-Jährigen auf diesen 50 Metern die volle Wucht der terroristischen Attacke auf das sonst so pulsierende Leben in der katalanischen Hauptstadt deutlich: "Die Atmosphäre war unangenehm beklemmend", berichtet er über seine Eindrücke vom vergangenen Donnerstag, die ihm noch immer präsent sind. Gero Schmitt-Sausen war auf einmal den schlimmen Ereignissen sehr nahe gekommen.


Restaurants waren geschlossen

Auf dem Weg zum Supermarkt knattert an diesem Abend über seinem Kopf ein Hubschrauber, neun von zehn Restaurants sind geschlossen, in denen normalerweise in den Abendstunden das Leben gefeiert wird. Auf der Straße sieht Schmitt-Sausen nur vereinzelt Menschen, der Großteil bleibt lieber in den Wohnungen, die Sicherheitsbehörden hatten diese Meldung zur Vorsicht ausgegeben.

In der Unterkunft der Familie aus Bamberg hängt der Betreiber einen Aushang mit der Warnung aus, besser nicht rauszugehen. Noch immer könnten Attentäter in der Stadt sein, die an diesem 17. August den Anschlag mit 13 Toten und über hundert Verletzten, darunter 13 Deutsche, verübt hatten. Ein von den Attentätern gesteuerter Lieferwagen raste auf der vielbelebten Flaniermeile Las Ramblas in die Menschenmenge. Erst am Montag dieser Woche wurde der mutmaßliche Fahrer des Transporters von der spanischen Polizei erschossen.


Große Verunsicherung

Die Verunsicherung in der Stadt ist unmittelbar nach der schrecklichen Terrorattacke groß, wie aus dem Bericht von Gero Schmitt-Sausen deutlich wird. Obwohl die Unterkunft der Bamberger Familie in der Altstadt nur 900 Meter vom Anschlagsort entfernt liegt, erfährt sie erst über mehrere Whats-App-Nachrichten von besorgten Angehörigen von den Ereignissen. "Ich habe mich bei meinen Eltern gemeldet", schildert Schmitt-Sausen. Er beruhigt sie und sagt ihnen, dass alles in Ordnung bei ihm und seiner Familie ist. Der 41-Jährige kehrt mit Frau und Kind, kurz nachdem das Attentat geschehen war, um 17.30 Uhr in die Unterkunft von einem Ausflug zurück. Auf dem Weg fallen ihnen bereits erste Einsatzfahrzeuge ins Auge.

Nach den Warnungen bleibt Gero Schmitt-Sausen, der als Geschäftsführer für das Internetportal inFranken.de arbeitet, zunächst im Appartement. Bis über das Internet keine weiteren schlimmen Nachrichten mehr kommen. Dann wagt er sich schließlich nach draußen, um etwas zu Essen zu besorgen. Und bekommt so den bereits geschilderten Eindruck einer verunsicherten Stadt am Abend hautnah zu spüren.

Am nächsten Morgen sollte sich das ändern. An dem Tag will die Familie wie geplant abreisen. "Früh morgens kam das Leben wieder zurück", schildert Schmitt-Sausen die Eindrücke, die die Familie auf den Weg zum Flughafen bekommt. Allerdings ist von Normalität in der Metropole auch am Tag danach noch nicht die Rede: Zwei Straßensperren muss die Familie auf ihrem Weg zum Flughafen passieren. Dort angekommen, gibt es weitere Probleme für Reisende, da das Sicherheitspersonal sich bis zu diesem Tag im Streik befand.


Die Verarbeitung dauert

Ein schöner Urlaub sollte es werden, doch die Eindrücke der letzten Tage überwiegen nun in der Erinnerung. Gero Schmitt-Sausen und seine Familie waren nie in Gefahr, doch bis und ob positive Gedanken an Barcelona zurückkommen werden, wird für den Bamberger noch Zeit ins Land ziehen müssen: "Es dauert definitiv noch", sagt er knapp eine Woche nach den schlimmen Ereignissen.
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