Bamberg
sexueller Missbrauch

Landkreis Bamberg: Tatort Smartphone - jugendpornografische Schriften verbreitet

Wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Verbreitung jugendpornografischer Schriften stand ein 37-Jähriger aus dem Landkreis vor dem Amtsgericht Bamberg.
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Mittels WhatsApp versuchte der Sextäter Vertrauen zu Mädchen zu gewinnen. Foto: Forgem/Fotolia
Mittels WhatsApp versuchte der Sextäter Vertrauen zu Mädchen zu gewinnen. Foto: Forgem/Fotolia
Zwei größtenteils nichtöffentliche Verhandlungstage am Jugendschutzgericht waren nötig, um einen 37-jährigen Mann aus dem Landkreis Bamberg wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern und zweifacher Verbreitung jugendpornografischer Schriften zur Rechenschaft zu ziehen. Am Ende verhängte Amtsrichterin Anne Breith eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten - ohne Bewährung.

Viele Kinder haben ein Smartphone, weil die Eltern das so wollen. Um den Nachwuchs immer im Blick behalten zu können. Die dunkle Seite dieses frühzeitigen Umgangs mit derlei Geräten ist allerdings die fehlende Medienkompetenz. Besser gesagt, ein gesundes Misstrauen, nicht alles zu glauben, was da auch dem Display erscheint.


Cyber-Grooming

Deshalb kommt es immer wieder dazu, dass junge Mädchen Ziel von Cyber-Grooming werden. Dahinter stecken Erwachsene, die sich als Teenager ausgeben, um so das Vertrauen ihrer minderjährigen Opfer zu erschleichen. Mittels WhatsApp schmeicheln sie dem Gegenüber, um hernach Straftaten an ihnen zu begehen. Im konkreten Fall hatte der Angeklagte vor drei Jahren in einem Chat die Identität eines 15-jährigen "Jonas" angenommen, um an eine Zehnjährige heranzukommen.

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Schließlich forderte er sie auf, ihm ein Nacktfoto zu schicken. Im Gegenzug schickte er ein Foto mit entblößtem Genital. Natürlich nicht des eigenen. Vielmehr nutzte er ein im Internet gefundenes Bild eines Teenagers. Einen solchen Versuch startete der von Rechtsanwalt Helmut Gebhardt (Bamberg) verteidigte Angeklagte wenig später bei einer 15-jährigen Jugendlichen.


Keine Begegnungen

Aber auch sie kam seinem Wunsch nicht nach. Beide Male beging der Angeklagte einen sexuellen Missbrauchs, alleine dadurch dass er in sexueller Absicht auf das Kind einwirkte, es mit pornografischem Material belästigte und es zur Herstellung aufreizender Bilder motivierte.

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Im Jahr darauf geriet eine 13-Jährige ins Visier des Erwachsenen. Hier korrigierte er sein Alter nach oben und nannte sich "Marc". Das Mädchen schöpfte keinen Verdacht und schickte ihm Nacktbilder und Bilder ihres Schambereichs. Angestachelt vom Erfolg seiner Aktion wiederholte er sein Vorgehen als "Marc's Bro" und bekam insgesamt 37 Dateien eindeutigen Inhalts von dem Mädchen

. Zu Begegnungen in der realen Welt kam es indes nicht - glücklicherweise für die Kinder. Dafür aber zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis, die der 37-Jährige absitzen muss.


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