Bamberg
Asyleinrichtung

Systematische Übergriffe? Vorwürfe gegen Sicherheitsleute des Ankerzentrums in Bamberg

Gab es in der Ankereinrichtung (AEO) im Osten Bambergs systematische Übergriffe durch Security-Mitarbeiter auf Flüchtlinge?
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Ehemalige Security-Mitarbeiter erheben  laut dem Bayerischen Rundfunk massive Vorwürfe gegen Kollegen und Struktur des Sicherheitsdienstes der Aufnahmeeinrichtung in Bamberg. Archivbild: Ronald Rinklef
Ehemalige Security-Mitarbeiter erheben laut dem Bayerischen Rundfunk massive Vorwürfe gegen Kollegen und Struktur des Sicherheitsdienstes der Aufnahmeeinrichtung in Bamberg. Archivbild: Ronald Rinklef

Systematische Gewalt gegen Flüchtlinge? Das zumindest legen Vorwürfe von mehreren ehemaligen Sicherheitsleuten der AEO nahe, über die der Bayerische Rundfunk berichtet.

So liegen dem BR WhatsApp-Verläufe einer Gruppe von Securitykräften vor, die sich "Sons of Odin" nennt, einem wohl an der rechten Szene orientierten Namen. Darin sollen Nachrichten zu lesen sein, wie: "Und gerade hab ich ein Senegalesen gelegt."

Grundlose Gewalt - was ist dran an den Vorwürfen?

Die Nachrichten sollen von September und Oktober 2017 stammen und mit gewaltsamen Übergriffen am 27. September 2017 zusammenhängen. Staatsanwaltschaft und Kripo Bamberg ermittelten danach gegen mehrere Sicherheitskräfte. Vor allem sollen schwarze Bewohner betroffen gewesen sein. Damals hatten Securityleute eigene Kollegen angezeigt, die Verfahren wurden aber eingestellt.

Im Zentrum der Vorwürfe stehen laut dem BR Securitykräfte einer Sondereinheit, die grundlos Gewalt eingesetzt haben sollen. Die "Sons of Odin", die aufgrund der Ermittlungen die AEO verlassen mussten, sollen ihr offenbar angehört haben. Am Eingang und in der Kantine soll es immer wieder zu Provokationen und grundlosem Einsatz von Gewalt gekommen sein.

Unliebsame Mitarbeiter gefeuert?

Ein Bereichsleiter und Chef der Sondereinheit soll selbst Stimmung gemacht und einen harten Kurs gegen Flüchtlinge vorgegeben haben. Wer sich dagegen gestellt hatte, musste laut Aussagen der ehemaligen Wachleute gehen. Ähnliches bestätigte ein früherer Sicherheits-Mitarbeiter der AEO dieser Redaktion. Für die Sicherheit war und ist die Firma "Fair Guards Security" zuständig, die auch Subunternehmen beschäftigt. Die Vorwürfe könnten nicht bestätigt werden, teilte die Firma dem BR knapp mit. Die Regierung von Oberfranken verwies darauf, dass man entschieden auf Verdachtsmomente bei polizeilichen Ermittlungen reagiere.

Aktuell laufen Ermittlungen zu einer Eskalation im Dezember 2018. Damals gab es nach Ausschreitungen von Bewohnern mehrere Verletzte. Vier Flüchtlinge sitzen in U-Haft. Jedoch wird auch gegen zwei Security-Mitarbeiter ermittelt. Ex-Mitarbeiter schließen offenbar nicht aus, dass die Strukturen mit dieser Eskalation zu tun haben könnten. sem

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