Strullendorf
Besuchermagnet

Strullendorf schwappt über

Rund 20 000 Menschen sorgten beim Herbst-, Bauern- und Apfelmarkt für einen Rekordbesuch.
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Und der Altweibersommer tat ein Übriges: Blick über eine dicht bedrängte "Flaniermeile" mit Marktständen in Strullendorf  Fotos: Bertram Wagner
Und der Altweibersommer tat ein Übriges: Blick über eine dicht bedrängte "Flaniermeile" mit Marktständen in Strullendorf Fotos: Bertram Wagner
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Rekordbesuch! Dieser zweite Oktobersonntag wird in die Geschichtsbücher der Gemeinde Strullendorf eingehen. Die Dreierkombination Herbst- und Bauernmarkt/Apfelmarkt/Altweibersommer mit Temperaturen über 20 Grad sorgte für Besucherzahlen, wie sie wohl noch nie in Strullendorf erreicht wurden. Wo auch immer man nachfragte, die Marke von 20 000 Gästen (aus dem gesamten fränkischen Raum) wurde als realistisch eingeordnet.

Der gesamte Ortsbereich und alle Einfallstraßen, ausgenommen natürlich die insgesamt 1200 Meter Wegstrecke des Marktgeschehens, glichen einem einzigen großen Parkareal. Über weite Strecken des achtstündigen Doppelmarktes herrschten Zustände auf den Flaniermeilen Lindenallee und der Kalterfeldstraße und wie auf der Bamberger Sandkerwa.

"Wir fahren dem Apfelmarkt Jahr für Jahr nach", brachte ein Buttenheimer Ehepaar die magnetischen Anziehungskräfte der Äpfel inklusive Zusatzprodukten auf den Punkt. Und es wurde auch kräftig gekauft: "Meine Kiste ist voll", freute sich ein Bamberger schon ein halbe Stunde nach Markteröffnung, der ganz gezielt Köstlichkeiten wie Quittenlikör auf dem Jubiläumsmarkt (20. Veranstaltung) suchte und fand. Es passt auch ins Bild dieser Doppelveranstaltung, dass morgens um 10 Uhr Erster Bürgermeister Wolfgang Desel mit Hauptorganisatorin Katharina Nüßlein das Eröffnungsband durchschnitt und gute drei Stunden später an der Ecke Lindenallee/Am Mühlberg die politische Prominenz mit zwei Tänzen der Meistergarden der RMV Concordia und einem Quartett der Musikschule begrüßt wurden.

Der Kreisverbandsvrsitzender für Gartenbau und Landespflege , Günther Denzler, Landrat Johann Kalb, Bundestagsabgeordneter Andreas Schwarz und Erster Bürgermeister Wolfgang Desel als Gastgeber freuten sich ganz besonders über das Eintreffen von Thorsten Glauber, Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, der sich nach seiner Begrüßungsansprache sehr viel Zeit nahm, die riesige Resonanz bei einem Marktbummel live zu spüren. Er probierte ausgefallene Apfelsorten, zeigt großes Interesse an Informationen des Kreisverbandes über "Ureinwohner Bayerns" wie dem vom Aussterben bedrohten Wendehals und probierte die Obstpresse aus dem Jahre 1949 vom OGV Melkendorf selbst aus.

"Die Leute lieben Regionalität, ein solcher Markt ist ein Juwel unserer besonderen Kulturlandschaft. Der Besucherstrom ist Ausdruck von Wertschätzung, die vom Kreisverband und den regionalen Erzeugern geleistet wird", brachte es der Landrat auf den Punkt.

Leckeres aus der Region

"Wir achten wirklich sehr streng darauf, dass nur regionale Aussteller und keine Großhändler vor Ort sind. Dies schätzt das Publikum, neben den Äpfeln bieten wir auch eine Plattform für Produzenten anderer regionaler Waren, zum Beispiel für Schäfer und Imker", erklärt Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch diese besondere Marktform und nannte allein 80 Stände und 14 Obst- und Gartenbauvereine, die die kulinarische Versorgung übernahmen.

Auch die professionelle Information kam nicht zu kurz: Baumwart Werner Seiler und die Obst-Bestimmer Werner Nussbaum und Herrmann Schreiweis hatten den ganzen Tag über sehr viel wissbegierige Kundschaft, die ihre mitgebrachten Äpfel und Birnen an Hand des Kerns, des Geschmacks, der Rinde und der Reifezeit einordnen lassen wollten; bei insgesamt 3000 europäischen Sorten kein leichtes Unterfangen. Die Besucher deckten sich natürlich nicht nur mit Äpfeln ein, die Angebotspalette war riesengroß und die geöffneten Höfe, bewirtet von Strullendorfer Vereinen, waren durchwegs voll besetzt. Wer kann schon Kürbisspezialitäten, Bohnenkern mit Kloß und Dörrfleisch,, Wildschweinbratwürsten, fränkischen Baggers und Urrädla widerstehen?

Traditionelle Trümpfe

Dieses Tandem Herbstmarkt/Apfelmarkt war an diesem Sonnen-Sonntag einfach unschlagbar, zumal auch die traditionelle Trümpfe wieder stachen. Seien es die zahlreichen musikalischen Beiträge der Litzendorfer Musikanten und dem Musikverein Zeegenbachtal, die Minigarde-Auftritte oder der traditionelle Kürbiswettbewerb. In diesem Jahr avancierte Jan Schellmann mit seinem 51 Kilo-Exemplar zum Sieger, gefolgt von Alexander Reinhold, Max Schwarzmann und Nico Wagner, dem Vorjahressieger. Als echter "Hingucker" erwies sich auch das vom Zeegendorfer Konrad Kestler erbaute Wasserrad. Schwerstarbeit beim Tragen mussten nicht nur die Apfelkäufer leisten, sondern insbesonders auch die Erwerber von Apfelbaumstämmen, die sehr stark nachgefragt wurden.

Im kommenden Jahr gibt es die Märkte übrigens wieder "solo". Herbst- und Bauernmarkt in Strullendorf, der Apfelmarkt in Memmelsdorf.

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