Hallstadt
Brauchtum

Strenge Kontrollen bei Hallstadts Haupt-Kerwa

Bei der Hallstadter Haupt-Kerwa wird sich einiges ändern, auch als Konsequenz der Vorkommnisse bei der Anna-Kerwa.
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Bürgermeister Thomas Söder hat schon einen Entwurf der Stadtverwaltung, wie das Schulsportgelände für  die Kerwa aufgeplant werden könnte. Foto: Anette Schreiber
Bürgermeister Thomas Söder hat schon einen Entwurf der Stadtverwaltung, wie das Schulsportgelände für die Kerwa aufgeplant werden könnte. Foto: Anette Schreiber
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Teenager, die es an der Anna-Kerwa vor zwei Wochen auf stattliche Promillewerte brachten, in Streit gerieten und es so in den Polizeibericht schafften, sind für Bürgermeister Thomas Söder
(CSU) das Argument für ein strenges Durchgreifen bei der Hauptkerwa, der Kilians-Kerwa am nächsten Wochenende. Die zeichnet sich allerdings auch durch weitere Besonderheiten aus: Sie wird auf dem Sportgelände der Hans-Schüller-Volksschule abgehalten und ohne eigenen Kirchweihbaum auskommen. Auch müssen sich die Festzugteilnehmer auf einen längeren Marsch einrichten. Immerhin, der Turm der Kiliankirche ist auch auf dem Schulgelände sichtbar.

Seit etwa fünf Jahren, so Stephan Czepluch, Vorsitzender des Hallstadter Sport- und Kulturings (S+KR) - sind bei Hallstadter Kirchweihfesten Security-Leute mit im Boot. Freilich konnten diese die Vorfälle bei der Anna-Kerwa vor zwei Wochen nicht vermeiden: Etliche Jugendliche fanden sich auf dem Gelände des SV Hallstadt ein, um miteinander mit Hochprozentigem vorzuglühen. Bürgermeister Söder schreibt das dem letzten Schultag, der auf den ersten Kerwa-Tag fiel zu. Über soziale Netzwerke hätten sich die Jugendlichen dann eben in Hallstadt zum Feiern verabredet.


Rucksäcke werden kontrolliert

Für den Sicherheitsdienst war es dann auf dem weitläufigen offenen Gelände schwierig, zudem habe man wohl dafür sorgen ollen, dass es ruhig bleibt. Die dann folgenden Dinge haben Stadtverwaltung, S + KR und Bürgermeister veranlasst, bei der Hauptkerwa die Zügel anzuziehen: Das Areal auf dem eingezäunten Schulsportplatz wird die Arbeit der Sicherheitspersonals erleichtern. Es ist außerdem angehalten, Rucksäcke auf Alkoholika hin zu kontrollieren, denn diese dürfen nicht mit aufs Festgelände, auf dem die Stadt Hausherr ist, so Söder.

Kerwa und Security? Etwa in den letzten zehn Jahren, so Helmut Fischer, Sprecher der Polizeiinspektion Bamberg-Land, habe es sich immer mehr bei großen Kirchweihen oder Festen eingebürgert, dass Veranstalter Sicherheitsdienste einsetzen. Das habe sich bewährt und werde seitens der Polizei bei den Vorbesprechungen mit den Genehmigungsbehörden, bei Kirchweihen sind das die Gemeinden, empfohlen. Insgesamt habe sich die Sicherheitslage bei Kirchweihen verbessert, so Fischer. Dass es ab und zu "Ausreißer" gibt, könne man dennoch nicht vermeiden. Die angekündigten verstärkten Kontrollen in Hallstadt findet er in Ordnung. Wer übrigens Alkohol an Minderjährige ausschänkt, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit. Wenn dann noch was passiere, könne es empfindliche Konsequenzen geben.

Warum findet die Kilians-Kerwa, die sonst auf dem Marktplatz gehalten wurde, auf dem Schulsportgelände statt? Derzeit befinden sich die Arbeiten für die Marktplatzgestaltung in vollem Gang, der Platz ist gesperrt. Die Verwaltung habe im Schulgelände die beste Ausweichlösung gesehen, so Söder.

Auf Nachfrage gibt Czepluch zu verstehen, dass die Hallstadter hier wohl all die Vergnügungs-Angebote wiederfinden, die sie von ihrer Hauptkerwa kennen. "Alles halt etwas komprimierter", so Czepluch. Aber das dürfte den Familien entgegenkommen, die dann kürzere Wege und wohl auch einen besseren Überblick übers Festgelände haben. Die Stadtverwaltung habe einen Belegungsplan ausgearbeitet.

Während auf dem diesjährigen und wohl auch dem Festplatz des kommenden Jahres die Wege kürzer sind, müssen sich die Gruppen des Kerwa-Umzuges auf eine um ein paar hundert Meter länger gewordene Strecke einstellen. Dafür können sie ja im Stadtpark üben, übt sich der Bürgermeister in Humor: "Bei 'Fit in den Morgen' Freitagmorgens, oder 'Bau, Beine, Po' Mittwochabends. Spaß beiseite. Ernst wird Söder bei der Frage nach dem Kerwa-Baum. Den wird es in diesem Jahr wohl ebensowenig geben wie im kommenden. Denn dafür braucht es eine spezielle Haltevorrichtung und so eine gibt es auf dem Schulsportplatz schlichtweg nicht. Nur einen kleinen Baum aufstellen will Hallstadt bei der Haupt-Kirchweih aber auch nicht. Söder möchte angesichts verschiedener schwerer Unfälle mit Kirchweihbäumen in anderen Gemeinden keinerlei Risiko eingehen.


Mainbrücke keine Gefahr

Im Zusammenhang mit dem Streckenverlauf, der wie gewohnt nach der Aufstellung im Ellerweg in Dörfleins über die Mainbrücke hinein nach Hallstadt führt, hat Söder noch eine Anmerkung: Es seien zur Mainbrücke verschiedene Gerüchte im Umlauf. Fest stehe, dass die Brücke durchs staatliche Bauamt überprüft wurde, und dass ein Neubau erforderlich sein wird. Es wird wohl auf der bestehenden Brücke eine Tonnagebegrenzung geben. Für den Kerwa-Umzug bestehe jedoch keinerlei Gefahr. Zeitnah werde man die Neuerungen bekannt geben.

Zurück zum Baum: Der in diesem Jahr fehlende Hallstadter Kirchweihbaum könnte sich nächstes Jahr auf Dörfleins auswirken: In Dörfleins wurde bisher immer der Stamm des im vorherigen Jahr in Hallstadt aufgestellten Baumes verwendet und nur mit eigener Krone versehen. Das bestätigt der O+KR-Vorsitzende. "Das wird so gemacht, seit ich denken kann", erklärt der 35-Jährige. Andere Gemeinden würden aus ökologischen Gründen in der Zwischenzeit ebenso agieren, weiß Söder.
Was bringt die Kilians-Kerwa heuer noch für Änderungen? Die Anwohner der Karlstraße dürften sich in der Kerwa-Woche werden in der Kerwa-Woche Parkalternativen auftun müssen, da wegen der Sicherstellung des Fluchtwegs hier nicht geparkt werden darf.


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