Bamberg
Kriminalitätsbekämpfung

So jagt die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg Internetbetrüger

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern in der Lagarde-Kaserne ist das erste Projekt, das auf dem ehemaligen US-Areal realisiert wurde.
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Die bundesweit größte Spezialeinheit der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Internetkriminalität hat als erste das Areal bezogen. Foto: Ronald Rinklef
Die bundesweit größte Spezialeinheit der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Internetkriminalität hat als erste das Areal bezogen. Foto: Ronald Rinklef
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Sind sie schon einmal an einen Onlineshop geraten, der Ihnen irgendwann merkwürdig vorkam? Dann sollten Sie diesem Bauchgefühl vertrauen. Denn Betrüger verdienen zum Beispiel mit falschen Angeboten im Internet jede Menge Geld.

Mit einer seriös wirkenden Seite etwa, auf der Kaffeemaschinen angeboten werden. Das Gemeine: Anbieter solcher "Fakeshops" (falsche Einkaufsplattformen) geben Geld dafür aus, bei Google aufgelistet zu werden. Außerdem werden die üblichen, seriösen Bezahloptionen angeboten. Allerdings: Möglich ist nur die Funktion "Vorkasse", mit folgender Begründung: "Ähnlich wie bei PayPal versuchen Betrüger, bei uns im Shop mit geklauten Kreditkarten einzukaufen", ist da zu lesen.
"Wenn Sie dann in Vorkasse gehen, ist das Geld weg", berichtet Lukas Knorr, Leitender Oberstaatsanwalt bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB). "Im beschriebenen Fall entstand ein Schaden von 400 000 Euro und es gab 1500 Geschädigte." Menschen, die einfach nur eine Kaffeemaschine kaufen wollten.

Offensichtlicher ist ein Betrugsversuch dagegen, wenn auf einer Internetseite ein hochkarätiger Reiseführer für 25 Cent angeboten wird.
Zumindest bei diesen beiden Seiten brauchen Nutzer keine Angst mehr haben, übers Ohr gehauen zu werde - die Seiten gibt es nicht mehr, dank der Ermittler der Zentralstelle. Und das lässt diese die User auch wissen: "Die Plattform und der kriminelle Inhalt wurden beschlagnahmt durch das Bayerische Landeskriminalamt im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg - Zentralstelle Cybercrime Bayern im Rahmen einer landesweit koordinierten Operation", steht da in einem bildschirmfüllenden Banner.

2015 ist die ZCB mit zwei Mitarbeitern gestartet, bis zum Herbst 2018 werden es 34 sein. Neben Staatsanwälten werden auch sogenannte IT-Forensiker die Räume im ehemaligen Stabsgebäude in der Lagarde-Kaserne beziehen, wie Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky erläuerte.
Die ungewöhnlich großen Zimmer des historischen Gebäudes bieten Platz zu möglicherweise noch größerer Entfaltung. Von hier aus verfolgt werden illegale Geschäfte im Netz, beispielsweise Waffenhandel oder Kinderpornographie, doch auch mit Cyberattacken oder Schadsoftware befassen sich die Ermittler. Im Jahr 2016 wurden beispielsweise rund 1500 Verfahren eingeleitet.

Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) sprach gar von der "Speerspitze der bayerischen Justiz im Kampf gegen die Internetkriminalität" und blickte zurück: Vor 34 Jahren sei in den USA das erste Mal über eine Diskette ein Virus übertragen worden. "Heute gibt es 350 000 neue Varianten von Viren täglich!"

Wie wichtig deshalb eine Einrichtung wie die Cybercrime-Stelle sei, betonte auch die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Den Bogen zum Kasernengelände spannte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD): Es könne keinen besseren Standort für die ZCB geben. "Ich kann mich noch erinnern, als wir zum ersten Mal über das Gelände gelaufen sind und nach einem guten Platz gesucht haben", sagte er. Seit etwa einem halben Jahr ist die Stadt Bamberg nun Eigentümerin der Lagarde-Kaserne, die Zentralstelle Cybercrime ist das erste Projekt, das dort verwirklicht wurde.

Das zukünftige Digitale Gründerzentrum, an dessen Umsetzung derzeit mit Nachdruck gearbeitet wird, wird gleich um die Ecke liegen.
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