Stegaurach
Kinder

Stegauracher Eltern haben leichtes Spiel

Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften für einen neuen Spielplatz. Bei der Gemeinde rennt damit offene Türen ein.
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Die letzte Freifläche im Neubaugebiet soll zum Kinderspielplatz werden. Foto: Hans Kurz
Die letzte Freifläche im Neubaugebiet soll zum Kinderspielplatz werden. Foto: Hans Kurz
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Am Ende war es "viel einfacher als gedacht", wie eine Mutter nach der Sitzung des Stegauracher Gemeinderats anmerkte. Das Gremium hatte zuvor einstimmig den Bau eines Spielplatzes im Debringer Teil des Bebauungsplans "Neuaurach" beschlossen. Seit gut einem Jahr werden dort die letzten Baulücken geschlossen.

Zwischen den Baustellen und den neu errichteten Häusern ist nur noch ein größeres Areal an der Ecke Kornstraße/Georg-Achtziger-Ring eine wilde Wiese. Das etwa 1300 Quadratmeter große Grundstück gehört der Gemeinde und ist in dem bereits im 1986 aufgestellten Bebauungsplan als Fläche für einen Spielplatz ausgewiesen.

Über viele Jahre hinweg waren die am Georg-Achtziger-Ring errichteten Häuser fast ausschließlich an Angehörige der in Bamberg stationierten US-Streitkräfte vermietet. Das änderte sich mit dem Abzug der Army im Jahr 2014. Viele junge Familien zogen nach und nach in die frei gewordenen Wohnungen, neue Häuser wurden gebaut. In diesem Jahr gründete sich dann eine Bürgerinitiative, die anfing Unterschriften für einen Spielplatz zu sammeln, weil sie befürchtete, bei der Gemeinde und im Gemeinderat auf Gegenwind zu stoßen. Bis Ende April kamen an die 300 Unterschriften zusammen, die der Gemeinde zusammen mit einem entsprechen Antrag vorgelegt wurden.

Bedarf nun vorhanden

Doch der Stein war bereits ins Rollen gebracht. Der zuständige Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Sport (SBKS) hatte bereits Ende März die Verwaltung beauftragt, den Bedarf zu überprüfen. Das Ergebnis wurde dem Gemeinderat vorgelegt: Im Einzugsgebiet des potenziellen Spielplatzes leben derzeit 57 Kinder im Alter bis 13 Jahre.

Wie Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL) ausführte, war zuvor von der Errichtung eines Spielplatzes abgesehen worden, weil der Bedarf nicht da gewesen sei und die Gemeinde Stegaurach bereits 17 Spielplätze unterhalte, davon zwei "im unmittelbaren Einzugsbereich". Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der - nicht von der Gemeinde errichtete, aber von ihr unterhaltene - Spielplatz im Blumenhof als klein und mit nur wenigen Spielmöglichkeiten. "Das ist kein attraktiver Spielplatz. Wir sollten ihn auflösen und auf größerer Fläche was Richtiges machen", meinte Wagner dazu. Eine Sprecherin der Eltern Elterninitiative, die ums Wort gebeten wurde, merkte zudem an, es gebe zwar andere"tolle Spielplätze",in Stegaurach. Die nächstgelegenen - am Anger in Debring und der Mehrgenerationenplatz am Seniorenheim - seien aber nur über stark befahrene Straßen zu erreichen. Auch dieser Argumentation widersprach im Gemeinderat niemand.

Auflösung beschlossen

Der Beschlussvorschlag des Bürgermeisters - den der Bauausschuss schon in der Vorwoche einstimmig dem Gemeinderat empfohlen hatte - lautete also, in die Planung für einen Spielplatz an besagter Stelle einzusteigen und stattdessen die Spielplätze "Am Blumenhof" und im "Reiherweg" aufgelöst werden sollen. Letzterer liegt Einzugsgebiet Kreuzweiher in der Nähe von zwei anderen Spielplätzen und ist laut Wagner nur mit zwei Spielgeräten ausgestattet. Der neue Spielplatz solle in einem Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit Eltern und interessierten Gemeinderäten gestaltet und dann vom gemeindlichen Bauhof errichtet werden. Dieses Vorgehen habe sich in der Vergangenheit bewährt, betonte Wagner. Nach diesen Erfahrungen sei - grob geschätzt - mit Baukosten von etwa 50.000 bis 80.000 Euro zur rechnen - "vermutlich eher am oberen Rand, da es ein relativ großes Grundstück ist".

Joseph Höpfner (SPD) regte an, den Beschluss zu teilen, und über die Auflösung der zwei anderen Spielplätze getrennt abzustimmen. Gegen die Auflösung fand er schließlich aber keine Mitstreiter. Sein Vorschlag einen Zeitraum für die Umsetzung des Beschlusses aufzunehmen hatte dagegen Erfolg: Der Spielplatz soll nun nach dem Willen des Gemeinderats bis Sommer 2020 fertiggestellt werden.

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