Stegaurach
Klimaschutz

Stegaurach startet Energiekonzept

Stegaurach will ein zukunftsweisendes Konzept zur Energiegewinnung und -verbrauch erstellen. Gefördert wird es vom Amt für ländliche Entwicklung. Gefordert ist vor allem die aktive Beteiligung der Bürger.
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Das Zertifikat als "Europäische Energie- und Klimaschutzkommune" reicht noch nicht. Nun will Bürgermeister Stengel noch ein Energiekonzept für Stegaurach. Foto: Michael Gründel/Archiv
Das Zertifikat als "Europäische Energie- und Klimaschutzkommune" reicht noch nicht. Nun will Bürgermeister Stengel noch ein Energiekonzept für Stegaurach. Foto: Michael Gründel/Archiv
Die Aktivitäten Stegaurachs in Sachen Energie und Umwelt sind seit Jahren vielfältig. So ist die Gemeinde beispielsweise schon seit 1992 Mitglied im Klima-Bündnis von mehr als 1500 Kommunen in 17 europäischen Ländern. 2009 trat Stegaurach der Klimaallianz von Stadt und Landkreis Bamberg bei, deren Ziel es ist, durch Einsparung und Einsatz erneuerbarer Energien energieautark zu werden.

Mit der Teilnahme European Energy Award wurde als zertifizierte "Europäische Energie- und Klimaschutzkommune" ausgezeichnet. Dazu übernahm Stegaurach in den vergangenen Jahren eine Pilotrolle beim Dachflächenkataster Sun Area und schuf Platz für Bürgersolardächer auf den Grundschulen in Mühlendorf und Stegaurach. Und nun soll die Gemeinde noch ein Energiekonzept bekommen.

Stegaurach ist damit auf einen Zug aufgesprungen, in dem bislang Oberhaid als einzige Gemeinde im Landkreis Bamberg fährt.
Die Erstellung von rund 100 solcher Energiekonzepte bayernweit, davon elf in Oberfranken, werden über das 2012 gestartete Programm "LandSchafftEnergie" zu 75 Prozent von den Ämtern für ländliche Entwicklung (ALE) gefördert.

"Mit dem Energiekonzept soll ein Handlungsleitfaden erarbeitet werden, der der Gemeinde Stegaurach einen nachhaltigen Weg in die Energieversorgung der Zukunft aufzeigt", gab Wolfgang Kießling, Abteilungsleiter beim ALE Oberfranken das Ziel vor, als er den Förderbescheid an Bürgermeister Siegfried Stengel (CSU) überreichte. 28.000 Euro soll das Konzept kosten, 21.000 davon kommen vom ALE. Neben ihren anderen Bemühungen im Bereich Umweltschutz und Energie verspricht sich die Gemeinde vor allem konkrete Maßnahmen und eine Einbindung der Bürger. Das beginnt schon bei der Erfassung des Ist-Zustandes.

Nicht für die Schublade

Bausteine eines solchen Energiekonzepts sind im Wesentlichen eine Bestandsanalyse und Potenzialermittlung bei denen Energieverbrauch, Energie infrastruktur und die Möglichkeiten zur regenerativen Energieerzeugung untersucht werden. Darauf aufbauend sollen dann Maßnahmen zum Energieeinsparen und zur Effizienzsteigerung ausgewählt und Handlungsempfehlungen entwickelt werden, heißt es vom ALE. Ein aktives Mitwirken der Bürger und der ansässigen Betriebe sei dabei ausdrücklich erwünscht.

Da das Konzept bereits Ende des kommenden Jahres stehen soll, ist geplant, noch in diesem Herbst erste Bürgerinformationsabende zu veranstalten. "Damit die Informationen auch an die Bedürfnisse der Stegauracher Bürger angepasst werden können, ist die Gemeinde auf die intensive Mitarbeit der Bürger sowie von ortsansässigen Betrieben wie Handwerkern oder Installateuren bei der Themenvergabe, als auch bei den späteren Projekt ideen und deren Umsetzung angewiesen", führte Kießling aus.

Fragebogen wird versendet

So sollen im Zuge der Erarbeitung des Energiekonzeptes Fragebögen an alle Haushalte und Betriebe versendet werden. Auf diesen sollen Bürger und Gewerbetreibende ihren Energieverbrauch für die Bestandsanalyse beziffern, aber auch eigene Interessensschwerpunkte für die Informationsabende nennen. Bürgermeister Stengel sicherte engagierten Bürgern die volle Unterstützung der Verwaltung zu. Erarbeitet wird das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Steinbacher Consult aus Neusäß bei Augsburg.

"Es ist dem ALE ein großes Anliegen mit Hilfe des Energiekonzepts zu konkreten Maßnahmen zu gelangen und kein Konzept für die Schublade zu produzieren", betonte Abteilungsleiter Kießling. Die Investition sei dann erfolgreich, wenn detaillierte Handlungsempfehlungen des Planungsbüros in den folgenden Jahren auch zur Umsetzung gebracht würden.

Dabei handle es sich aber keineswegs ausschließlich um Maßnahmen die öffentliche Einrichtungen betreffen, sondern auch solche, die den privaten Interessen der Bürger Stegaurachs dienten, betonte Kießling. Im Vordergrund stünden deshalb vor allem Hilfestellungen zur Gebäudesanierung und zu Energieeinsparungen. Zugleich bilde das Energiekonzept auch die Voraussetzung für weitere Anschlussförderungen für die entstehenden Projekte.
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