Bamberg
Sandkerwa

Stadt Bamberg: Stoscheks Fahrt im Amphibienfahrzeug zur Sandkerwa war genehmigt

Hat Michael Stoschek seine Sandkerwa-Fahrt in einem Amphibienfahrzeug angekündigt oder nicht?
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"Ich habe meine Fahrt auf der Regnitz niemals angekündigt", schreibt der Unternehmer in einer Gegendarstellung am 30. August in unserer Zeitung und bei inFranken.de.

Der Duden nennt als Bedeutungen für das schwache Verb "ankündigen": "im Voraus bekannt geben; in Aussicht stellen; jemanden wissen lassen" oder auch "durch bestimmte Anzeichen sein Herannahen erkennen lassen".

Ging alles mit rechten Dingen zu?

Weil Michael Stoschek für seine Fahrt eine Genehmigung der Stadt brauchte, irritiert die Aussage, er sei ohne Ankündigung gefahren. Ging alles mit rechten Dingen zu?

Die Pressestelle der Stadt beruhigt: "Die Genehmigung wurde von Herrn Stoschek als formloses Schreiben am 12.5. beim Amt für Umwelt, Brand und Katastrophenschutz beantragt." Die Genehmigung erfolgte demnach (gemäß Art. 28 Abs. 4 BayWG i.Vm. BaySchiffV) am 25. Juni. Damit hatte Michael Stoschek der Stadt Bamberg durch bestimmte Anzeichen sein Herannahen erkennen lassen - und seine Fahrt der Stadt Bamberg hochoffiziell angekündigt. Also kein Grund zur Besorgnis.

Beschwert hat sich über die Fahrt auch niemand. "Im Bürgerportal gab es dazu keinerlei Reaktionen", erklärt die Pressestelle. "Lediglich zwei Bürger haben telefonisch beim Amt für Umwelt nachgefragt, ob sie nächstes Jahr auch einen Antrag stellen können."

Jeder Bürger kann beantragen, mit dem Amphibienfahrzeug zur Sandkerwa zu fahren

Die Stadt bejaht dies: Grundsätzlich könne jeder Bürger beantragen, mit seinem Amphibienfahrzeug zur Sandkerwa zu fahren. Auch die Tatsache, dass die Genehmigung für Michael Stoschek erst für Montag, 27. August, ab 18 Uhr galt, der Unternehmer aber bereits um 17.48 Uhr am Leinritt vorbeigefahren ist, stellt für die Stadt kein Problem dar: "Wegen einer Viertelstunde sollte man doch die Kirche im Dorf lassen", erklärt die Pressestelle.

Der Unternehmer stellt außerdem klar, dass er fälschlicherweise als "Brose-Chef" bezeichnet wurde. In den letzten zwölf Monaten haben namhafte Medien wie die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt oder auch das Rallye-Magazin Michael Stoschek - aktuell Sprecher der Brose-Gesellschafterversammlung - als Chef betitelt. Was also sagt der Duden? Für das maskuline Substantiv "Chef" nennt das Standardwerk die Bedeutungen: "Leiter, Anführer oder auch die saloppe Anrede (an einen Unbekannten)". red/Foto: Sebastian Schanz



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