Bamberg
Erba-Park

Stadt Bamberg sagt dem Müll-Chaos den Kampf an

Mit mehr Sammelbehältern und zusätzlichen Reinigungs-Schichten reagiert das Rathaus auf Klagen von Bürgern.
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Stadt Bamberg sagt dem Müll-Chaos  den Kampf an. Foto: Matthias Hoch
Stadt Bamberg sagt dem Müll-Chaos den Kampf an. Foto: Matthias Hoch
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Die Stadtverwaltung reagiert auf die zunehmenden Probleme mit Müllbergen im Erba-Park: Mitarbeiter des Gartenamts haben gestern vier zusätzliche Abfalleimer an der besonders stark besuchten Liegewiese am Spielplatz montiert. An den Wochenenden sollen dort außerdem vier Drahtgitterkörbe hinzukommen, um Spitzenbelastungen abzufangen. Die mobilen Behältnisse sind doppelt so groß wie normale Abfalleimer und können auch Einweg-Grille aufnehmen. Das kündigten Bürgermeister Christian Lange (CSU) und Gartenamts-Leiter Robert Neuberth bei einem Ortstermin auf dem einstigen Landesgartenschau-Gelände an.


Gewünscht: mehr Disziplin

Hinzu kommt nach ihren Worten an verlängerten Wochenenden wie Pfingsten oder über Fronleichnam eine weitere Schicht für städtische Reinigungskräfte. "Genau so wichtig wie diese Schritte ist jedoch der Appell zur Müllvermeidung", sagte Lange. Er wünscht sich mehr Disziplin der Bevölkerung. Dazu zählt für den Bürgermeister auch die Bereitschaft, mal ein paar Schritte mehr bis zu einem noch aufnahmefähigen Behältnis in Kauf zu nehmen. "Oft erleben wir, dass zwar ein Abfalleimer voll, der nächstgelegene aber noch leer ist - und trotzdem lassen die Leute ihren Müll am vollen Eimer liegen." Auch müssten Eltern ihren Kindern ein besseres Vorbild bei der Entsorgung von Unrat sein, gerade in der Umgebung eines Spielplatzes, mahnte Lange.

Gartenamts-Leiter Neuberth setzt auch darauf, dass Parkbesucher Mitbürger ansprechen, wenn diese Müll einfach liegenlassen: "Eine positive Sozialkontrolle muss erlaubt sein." Immer wieder auf Appelle zu setzen, sei "zwar eine Sisyphus-Arbeit". Neuberth zeigte sich dennoch zuversichtlich, "dass wir damit in einen grünen Bereich kommen können".


Bürger beschweren sich

Zu Spitzenzeiten an den Wochenenden frequentieren nach Angaben des Gartenamts 2000 bis 3000 Besucher gleichzeitig das Erba-Gelände. Nach den ersten Schönwetter-Wochen des Jahres hatten Hinterlassenschaften von ihren Ausflügen für Aufregung gesorgt. Unter anderem über das FT-Bürgermeldeportal "infranken-Melder" hatten sich Bamberger über die Abfallflut beschwert. Die Initiative "Bamberg, wir tun was!" um Florian Schlund sammelte an mehreren Wochenenden im Erba-Park schon Unrat - am vergangenen Sonntag wurden sieben Müllsäcke voll. "Auf dieses Engagement aus der Bürgerschaft reagieren wir jetzt", sagte Lange.

Schlund begrüßt das Engagement der Stadt. Insbesondere die großen Drahtkörbe nannte er auf Nachfrage "eine ganz tolle Idee". Immerhin sei rund 80 Prozent des überschüssigen Mülls von den Park-Besuchern neben den überfüllten Abfalleimern abgestellt worden. Das zeige, dass nicht nur Bequemlichkeit, sondern vielfach mangelnde Kapazitäten das Problem darstellten. Dennoch können die jetzigen Maßnahmen der Stadt laut Schlund "nur eine Zwischenlösung sein".


Müllwanderung und Müllkunst

Für ihn steht fest: "Bei einer grundlegenden Therapie des Problems kommt man an der Aufklärung der Bürger nicht herum. Sie sind die Verursacher." Um das Bewusstsein für Wegwerf-Reste in der Natur zu schärfen, plant "Bamberg, wir tun was!" für Mitte Juni eine "Müllwanderung". Sie soll im Erba-Park beginnen. Für später hat Schlund auch eine Müll-Kunstaktion im Kopf".


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