Stadelhofen
Sprengung

Geldautomat in Oberfranken gesprengt: Unbekannte erbeuten fünfstelligen Betrag - Tatfahrzeug entdeckt?

Unbekannte Täter haben am frühen Donnerstagmorgen einen Geldautomaten in Stadelhofen (Landkreis Bamberg) mit einem Gasgemisch gesprengt. Die Täter sind auf der Flucht. Die Kripo bittet um Zeugenhinweise.
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Einen Geldautomat haben noch unbekannte Täter in der Nacht zum Donnerstag (13. Juni 2019) im Landkreis Bamberg gesprengt. Die Polizei fahndet nach den Dieben. Foto: NEWS5 / Merzbach
Einen Geldautomat haben noch unbekannte Täter in der Nacht zum Donnerstag (13. Juni 2019) im Landkreis Bamberg gesprengt. Die Polizei fahndet nach den Dieben. Foto: NEWS5 / Merzbach
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Geldautomat in Stadelhofen (Landkreis Bamberg) gesprengt - Fahndung nach Tätern: Unbekannte Täter haben in den frühen Morgenstunden des Donnerstags (13. Juni 2019) einen Geldautomaten mit Hilfe von Gas gesprengt. Das berichtet die Polizei am Donnerstagmorgen. Laut Mitteilung vom Mittag wurde inzwischen ein mögliches Tatfahrzeug gefunden - die Täter sind jedoch weiter auf der Flucht.

Zahlreiche Einsatzkräfte fahnden derzeit nach den Geflüchteten. Die Kripo Bamberg hat vor Ort die Ermittlungen aufgenommen und bittet auch die Bevölkerung um Mithilfe.

Anwohnerin hört lauten Knall aus der Bank - Täter flüchten mit Motorrad aus Stadelhofen

Gegen 4.20 Uhr hörte eine Anwohnerin am "Dorfplatz" einen lauten Knall aus der Bankfiliale. Die Zeugin sah noch, wie die Täter mit einem Motorrad in Richtung A70 flüchteten. Durch den lauten Knall waren zunächst nicht alle 187 Dorfbewohner geweckt worden. Spätestens als die Sirenen derPolizei in Stadelhofen zu hören waren, wachte der Großteil der Bevölkerung auf: Die zehnjährige Lea konnte anschließend nicht mehr schlafen. Normalerweise muss sie erst um sieben Uhr aufstehen erzählt sie inFranken.de.

Sprengung in Stadelhofen: Polizei fahndet nach zwei Männern

Die örtliche Polizei geht aktuell von mindestens zwei Tätern aus, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken gegenüber inFranken.de sagte. Da die Feuerwehr ein Gasgemisch in dem Raum mit dem Geldautomaten feststellte, konnte er zunächst nicht betreten werden.

Spezialisten des LKA untersuchen den Tatort

Die großangelegte Fahndung dauert an. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt und von Spezialisten der Technischen Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) untersucht. Die Räume waren zunächst nicht zu betreten, da sich Gas darin befand, sagte Steffen Schorr, Pressesprecher der Polizei zu inFranken.de.

Mögliches Tatfahrzeug an A70 gefunden - nutzen die Täter ein weiteres Fahrzeug zur Flucht?

Durch die Sprengung des Automaten entstand ein Sachschaden von rund 10.000 Euro. Die Geflüchteten entkamen mit Bargeld in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrags. Im Rahmen der Fahndung entdeckten die Einsatzkräfte bei dem nahegelegenen Solarpark an der A70 einen schwarzen Motorroller, der als Tatfahrzeug in Frage kommt. Vermutlich haben die Unbekannten ihre Flucht mit einem weiteren Fahrzeug fortgesetzt. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe:

 

  • Wer konnte in den frühen Morgenstunden verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge rund um die Bankfiliale am „Dorfplatz“ beobachten?
  • Wer hat die Täter auf dem Motorroller flüchten sehen?
  • Wer hat Beobachtungen an der Anschlussstelle Stadelhofen der A70, dem nahegelegenen Solarpark oder auf dem Pendlerparkplatz machen können?

 

Zeugen werden gebeten sich mit der Kriminalpolizei Bamberg unter der Telefonnummer 0951/9129-491 in Verbindung zu setzen.

 

 

Einblicke vor Ort: Filiale in Stadelhofen seit einem Jahr ohne Personal

Wie im Ort zu erfahren ist, war die Filiale bis vor einem Jahr mit Mitarbeitern des Geldinstituts besetzt. Seitdem bedient man sich selbst. Weil es in den umliegenden Dörfern keine Geldautomaten gibt, war der in Stadelhofen ein vielbesuchter.

"Es kamen immer Autos, auch nachts", berichtet eine Frau. Eine andere erklärt das auch damit, "weil man so gut vor der Bank parken kann." Vielleicht ein Aspekt, den die Verbrecher in ihr Kalkül gezogen hatten. Auch von der Autobahn A 70 ist es ein Katzensprung, gerade gerade mal ein Kilometer nach Stadelhofen. Umgekehrt werden die Stadelhofener Bürger jetzt einen ungleich längeren Weg in Kauf nehmen müssen, wenn sie ihre Bankgeschäfte erledigen - in Scheßlitz oder Hollfeld.

VR-Bank: Unklar, wann in Stadelhofen wieder Geld abgehoben werden kann

Die Einwohner in Stadelhofen vermuten nun, dass es wohl dauern werde, bis alles wieder instand gesetzt ist. Wann genau man in Stadelhofen wieder an einem VR-Automaten Geld abheben und Kontoauszüge holen kann, weiß derzeit auch der Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Bamberg, Ulrich Stock, nicht zu sagen. "Wir halten grundsätzlich am Standort Stadelhofen fest", betont er jedoch.

Nun müsse erst das Gebäude begutachtet werden. Auf Nachfrage erklärt er auch, dass es relativ schwierig ist, Automaten gegen derartiges Vorgehen zu schützen, die Methoden und Mittel seien sehr komplex.

Dritte Geldautomaten-Sprengung in Oberfranken seit Februar

Erst im Mai war es in Bayreuth zu einer Geldautomaten-Sprengung gekommen.Und bereits im Februar hatten Unbekannte am Troppauplatz in Bamberg einen Geldautomaten gesprengt und waren mit mehreren 10.000 Euro Beute geflüchtet. In beiden Fällen wurden die Täter noch nicht gefasst, bestätigte der Polizeisprecher gegenüber inFranken.de.

Ob zwischen den drei Taten ein Zusammenhang besteht oder es sich gar um dieselben Täter handelt, sei derzeit allerdings noch unklar. Die Kripo ermittelt aber auch in diese Richtung und überprüft etwaige Zusammenhänge zwischen den Fällen.

 

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