Litzendorf
Jubiläum

St. Wenzel ist 300 Jahre Schutzpatron

Die Letzendorfer Pfarrkirche feiertheuer ihr 300-jähriges Bestehen mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Festprogramm
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"Die Auferstehung Jesu" von Leonhard Gollwitzer ist an der Südseite der Litzendorfer Pfarrkirche zu sehen.
"Die Auferstehung Jesu" von Leonhard Gollwitzer ist an der Südseite der Litzendorfer Pfarrkirche zu sehen.
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2018 feiert die Pfarrgemeinde St. Wenzeslaus Litzendorf das 300-jährige Bestehen der Pfarrkirche. Das imposante Gotteshaus hatte wohl zwei Vorgängerbauten an derselben Stelle. In einer Urkunde von 1402 wird eine Kapelle in Litzendorf und 1406 das Patrozinium des Hl. Wenzeslaus erstmals urkundlich erwähnt.
Der böhmische Nationalheilige als Kirchenpatron ist in Franken eher selten anzutreffen. Möglicherweise geht diese Wahl auf den Bamberger Fürstbischof Lamprecht von Brunn (1374-1398/99) zurück, der enger Berater Kaiser Karls IV. und Kanzlers seines Sohnes Wenzel war.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zeigte sich, dass die Kirche immer reparaturbedürftiger wurde. Auf Initiative des damaligen Pfarrers Johann Christoph Reinhard wurde der Bamberger Hofbaumeister Johann Dientzenhofer (1663-1726) mit einem Neubau beauftragt. Er schuf in Litzendorf seine einzige Landkirche mit einer massiven Schaufassade zum Ort hin. Der Kirchenpatron, dargestellt mit Schild, Lanze und Schwert, ist über dem Haupteingang zu finden. Sehenswert darüber hinaus sind die imposanten Reliefs an der Südseite, eine Ölbergszene und eine Auferstehung Jesu sowie die Darstellung der Schmerzhaften Mutter Gottes über den Eingang, alle von Leonhard Gollwitzer.


Frühes 18. Jahrhundert

Das markante Kirchengebäude entstand zwischen 1715 und 1718. Während der Bauphase blieb der Vorgängerbau noch in Teilen erhalten. Die Sandsteinquader wurden in Steinbrüchen am Stammberg gebrochen und von den Bauern ins Dorf gefahren. Von dort und aus dem Hauptsmoorwald kam auch das notwendige Bauholz. Scheinbar waren für den Innenausbau die finanziellen Ressourcen ziemlich erschöpft, daher zog er sich noch bis 1734 hin.
1973 feierte Litzendorf das 250. Jubiläum der Pfarrkirche, vorangegangen war eine grundlegende und zwei Jahre dauernde Innensanierung des Gotteshauses. Für Pfarrer Marianus Schramm und seine Mitstreiter war klar, dass man auch das 300. Jubiläum von St. Wenzeslaus gebührend feiern will.


Festprogramm

Mit einer Silvesterparty im Pfarrheim Litzendorf startete man. Es folgt am Sonntag, 7. Januar, der Auftaktgottesdienst der Feierlichkeiten in der Pfarrkirche mit der Liedertafel Melkendorf. Während des Jubiläumsjahrs werden Kirchen- und Turmführungen für große und kleine Besucher angeboten.
Am 13. Januar wird das Festbier in der Brauerei Knoblach angestochen. Bezirksheimatpfleger Günter Dippold spricht am 20. Februar zur Entstehungs- und Baugeschichte der St. Wenzeslauskirche.
Ein Passionskonzert mit verschiedenen Chören und Solisten folgt am 11. März. Vom 10. bis zum 12. Mai fährt die Pfarrei nach Prag zum Grab des Hl. Wenzeslaus.
Am Samstag, 9. Juni, gibt es ein Konzert mit der "Capella Antiqua Bambergensis" in Litzendorf. Anlässlich des Jubiläums kommt an der Kirchweih, 9. September, Erzbischof Ludwig Schick zum Festgottesdienst nach Litzendorf. Im September wird es auch eine Ausstellung zum Jubiläum geben, die von der Kirchweih bis zum Patronatsfest zu sehen ist.
Das Glockenläuten aus St. Wenzeslaus überträgt der Bayerische Rundfunk am 30. September anlässlich des Patronatsfests. Vom 12. bis 14. Oktober finden die Konzerte bei Kerzenlicht in der Pfarrkirche statt. Mit einer Besinnlichen Nacht am 26. Oktober mit meditativer Musik und Texten endet das Jubiläumsjahr.


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