Hirschaid
Kirchenrenovierung

St. Vitus erstrahlt in neuem Glanz

Die Hirschaider Pfarrkirche wird mit Millionenaufwand saniert.
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Im Innenraum strahlt wieder im neuen Glanz, aber auch hier sind noch Abschlussarbeiten zu tätigen.  Fotos: Andrea Spörlein
Im Innenraum strahlt wieder im neuen Glanz, aber auch hier sind noch Abschlussarbeiten zu tätigen. Fotos: Andrea Spörlein
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Die Geschichte der Hirschaider Pfarrkirche St. Vitus geht wohl bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Von einer ersten Kapelle, über Zerstörungen der Kirche durch kriegerische Schweden, bis hin zur Errichtung des barocken Kirchen-Neubaus von 1725-28 und der Verlängerung des Gotteshauses 1934 gab es immer wieder Um- und Anbauten.

All das hat am Gebäude seine Spuren hinterlassen, hinzu kamen Einbauten, wie unter anderem eine Heizung und die Umgestaltung im Gefolge des 2. Vatikanischen Konzils. Darüber hinaus wurde auch ein gewisser Sanierungs- und Renovierungsrückstau prognostiziert. Bereits 2013 wurde im Rahmen von Voruntersuchungen festgestellt, dass der Bauzustand schlecht und dringender Handlungsbedarf geboten war. Insbesondere der Turm mit Rissen bis zu zehn Zentimetern und das Gebälk im Kirchendach und im Turm gab zu großen Sorgen bei den Verantwortlichen Anlass.

Kirchenpfleger Walter Bergmann sprach bei einem Ortstermin davon, dass die Sanierungsarbeiten immer in enger Absprache mit dem Erzbischöflichen Bauamt, dem Landesamt für Denkmalpflege, der Kirchenstiftung und dem Arbeitskreis Kirchensanierung erfolgt sind.

Erhebliche Schäden

Die Sanierung wurde in zwei Phasen durchgeführt. Begonnen hatte man mit der Außensanierung. Doch das Schadensbild am Dach, an der Außenfassade, am Turm und am Langhaus war so groß, dass der geplante Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Das Dach zeigte erhebliche Zerstörungen durch Pilz- und Wurmbefall, aber auch durch Feuchtigkeit. Außerdem waren aufgetretene Schäden in der Vergangenheit unsachgemäß behoben worden. In der Dachwerkskonstruktion hatte man notwendige Balken eingespart oder in nicht ausreichender Stärke eingebaut. Ebenso war die Turmkonstruktion unsachgemäß saniert worden.

Schwierig gestaltete sich auch die Sanierung der Stuck-Kirchendecke, die an einer seltenen "Mann-an-Mann-Decke" angehängt ist. Diese hatte aufgrund der Dämmung und der feuchten Luft aus dem Kirchenschiff erheblich mehr gelitten, als vorher vermutet worden war. Kirchturm und Kirchendach waren zusätzlich mit erheblichen Schadstoffen kontaminiert.

Nicht einfach gestaltete sich auch die Innensanierung. Liturgische Vorgaben waren zu beachten, aber auch der Kostenrahmen sollte eingehalten werden. Einigkeit herrschte bei den Verantwortlichen, dass der Innenraum so behutsam wie möglich saniert und restauriert werden sollte. Mit Klaus Tenschert fand man einen erfahrenen Restaurator, der zusammen mit der Firma Dörfler den Innenraum von St. Vitus wieder in neuem Glanz erstrahlen ließ.

Dringend notwendig war auch eine neue Heizungsanlage, ebenso wie eine Beleuchtungs- und Beschallungsanlage und eine Videoüberwachung nach dem neuesten Stand der Technik. Der neue Altar und der Ambo, sowie Taufbecken und der Osterkerzenständer sind Arbeiten des renommierten Künstlers Tobias Kammerer aus Rottweil.

Für Walter Bergmann war es ganz wichtig, dass alle Entscheidungen immer einstimmig getroffen und die Kirchengemeinde immer wieder informiert wurden. Viele Sitzungen, Abstimmungsgespräche und Besprechungen gab es für ihn und seine Mitstreiter in den letzten Jahren und er hat vieles über Statik, Holzbefall, Glockenaufhängungen, Restaurierungstechniken und Bauphysik gelernt, wie er gerne zugibt. Große Unterstützung bekam er durch den baubegleitenden Architekten Stephan Panzer (Hirschaid). Voll des Lobes ist Bergmann auch für die beteiligten Handwerker, die immer sehr zuverlässig vor Ort waren und ihren Kostenrahmen eingehalten haben.

Zwei Drittel zahlt Erzdiözese

Für beide Bauabschnitte sind Kosten von 2,5 Millionen Euro entstanden. Zwei Drittel davon trägt die Erzdiözese. Vom Markt Hirschaid kommen 15 Prozent der nachgewiesenen Kosten und auch Spenden von Privatleuten sind für die Sanierung eingegangen. Die Restsumme ist von der Kirchenstiftung St. Vitus Hirschaid aufzubringen.

Jedoch ist die Arbeit für Walter Bergmann nach vier Jahren noch nicht zu Ende. Schließlich müssen noch Restarbeiten am Gotteshaus, so unter anderem an den Türen und an den historischen Schlössern erledigt werden. Im hinteren Bereich der Kirche wird ein Andachtsbereich entstehen. Dort können dann in der Zukunft Gläubige der Mutter Gottes ihre Sorgen und Nöte vorbringen und der Verstorbenen gedenken.

Viele Aufgaben

Darüber hinaus müssen Abrechnungen geprüft und Verwendungsnachweise erstellt werden. Danach geht es für den Kirchenpfleger und seine Mitstreiter weiter mit den Planungen für den Ersatzneubau für das Pfarr- und Jugendzentrum, der Erweiterung des Pfarrgartens, der Außensanierung des Pfarrhauses und auch die Flächen rund um die Kirche sollen für Menschen mit Einschränkungen, oder mit Rollatoren, besser begehbar werden.

Am Sonntag, 16. Juni, feiert die Kirchengemeinde St. Vitus ihr Patronatsfest. Der Festgottesdienst findet um 14.30 Uhr statt und soll gleichzeitig ein Dankgottesdienst für die geglückte vierjährige Generalsanierung der Pfarrkirche sein. Im Anschluss an den Gottesdienst sind dann alle Besucher recht herzlich zum Pfarrfest eingeladen.

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