Sambach
Renovierung

St. Antonius in Sambach: Heller, farbiger und moderner

Der Altarraum in der Sambacher Pfarrkirche St. Antonius Abbas ist neu gestaltet. Auch sonst hat sich im Zuge der Innensanierung viel getan: Der Kreuzweg wurde im Kirchenschiff neu angeordnet und die Technik modernisiert, Wände und Decke wurden gestrichen.
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Die Pfarrkirche Sankt Antonius Abbas nach der Innensanierung. Leuchtobjekte setzen den Raum ins rechte Licht.  Fotos: Evi Seeger
Die Pfarrkirche Sankt Antonius Abbas nach der Innensanierung. Leuchtobjekte setzen den Raum ins rechte Licht. Fotos: Evi Seeger
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Der Aha-Effekt ist gewiss: Jeder Besucher, der die Sambacher Pfarrkirche Sankt Antonius seit längerer Zeit nicht mehr betreten hat, wird ihn erleben. Nach umfassender, mehr als einjähriger Innensanierung erstrahlt das Gotteshaus in neuem Glanz und frischen Farben.

Für die Pfarrgemeinde am wichtigsten dürfte jedoch der neu gestaltete Altarraum des barocken Gotteshauses sein. Altar, Ambo und Taufstein wurden dem liturgischen Geschehen entsprechend gestaltet und auf einem "gedachten Dreieck" angeordnet.

"In den Raum gelegt" wie der verantwortliche Diözesanarchitekt Stefan Bergmann sagt. Das Dreieck stehe in der christlichen Ikonographie für die Dreifaltigkeit und sei in den Darstellungen als "Auge Gottes" bekannt. In ihrer zurückhaltenden Schönheit aus schwedischem Granit gefertigt, ziehen die liturgischen Orte schon allein durch die schwarze Farbe die Blicke auf sich.

Ansonsten findet sich diese Farbe nirgendwo in dem reich geschmückten Kirchenraum. Dadurch werde das Spannungsfeld zwischen dem barocken Kirchenraum und der modernen Ausstattung besonders spürbar. Was durchaus beabsichtigt sei, denn der liturgische Raum solle unterschiedlichen Generationen zugänglich und erfahrbar gemacht werden.

Pastellfarben statt Grau

Auch wesentlich heller und farbiger zeigt sich das Gotteshaus nach der Sanierung. Die reich verzierte Stuckdecke und die Wände erhielten nach fast 50 Jahren einen neuen Anstrich. Meister Jakob Vogel aus der bekannten Bamberger Stukkatorenfamilie hat die Decke mit Blumen, Vögeln (Symbol des Meisters), mit dem Kreuz und den Folterwerkzeugen, dem Monogramm der Jesuiten JHS und viel graziösem Bandelwerk ausgestattet.

Wer sich das vor der Renovierung rußige Grau des Kirchenraums ins Gedächtnis ruft, dem sticht das frische Pastell in der ursprünglichen Farbgebung von Decke und Wänden jetzt besonders ins Auge. Obwohl sie nur gereinigt wurden, erscheinen auch Hochaltar und Seitenaltäre mit ihren reichen Vergoldungen wie neu. Dazu dürfte nicht zuletzt die neue Beleuchtung beitragen - Lichtobjekte, die auf die besonderen Schätze des Kirchenraums gerichtet sind und sie in schönstes Licht setzen. Der alte Kreuzweg des Malers Josef Dorn wurde im Kirchenschiff neu angeordnet und kommt jetzt sehr viel besser zur Geltung.

Wärme kommt aus der Schule

Neben der künstlerischen Ausstattung sei die Anpassung der Technik Ziel der Renovierung gewesen, erklärt der für das Gebäude zuständige Architekt Fritz Wiesneth. Eine Sockelheizung werde das Aufsteigen von Feuchtigkeit in den Wänden einschränken. Gespeist wird die Heizung über eine Wärmezuleitung aus dem benachbarten Schulgebäude.

Erneuert wurde auch die gesamte Elektroinstallation samt Lautsprecheranlage. Die Bestuhlung - sowohl auf der Empore als auch im Kirchenschiff - sei dem neuen Raumkonzept angepasst worden. Was bedeutet, dass die Kirchenbesucher künftig auf einige Bänke verzichten müssen. Bei Bedarf könne jedoch mit Stühlen ausgeglichen werden.

Kirchenpflegerin Irene Beck ist glücklich über die gelungene Renovierung. "Es ist kein Unfall passiert", freut sie sich. Nach Ostern 2012 sei die Kirche ausgeräumt worden. Seither mussten die Gläubigen mit der "Notkirche" im Saale Wiesneth Vorlieb nehmen. Natürlich seien in der Bauphase auch Dinge aufgetaucht, die man zuvor nicht gesehen habe. Die Bögen über den Fenstern waren teilweise gerissen. Am Dachstuhl wurden aus statischen Gründen Ausbesserungen notwendig.

Alles was über Jahrzehnte hinweg an nicht stilreiner Ausstattung ins Gotteshaus gekommen sei, wurde im Rahmen der Renovierung "bereinigt". In diese Rubrik fielen unter anderem der Beichtstuhl im hinteren Kirchenteil und die Apostelkreuze aus Schmiedeeisen, die im Stil nicht der übrigen Ausstattung entsprachen. Jetzt soll der alte Beichtstuhl für die Wiederverwendung hergerichtet werden.

Die Fenster kann man künftig nicht mehr mechanisch öffnen und schließen. Durch Außenfühler gesteuert, schließen sie sich bei Luftfeuchtigkeit automatisch und öffnen wieder, wenn es draußen trocken ist. Dadurch soll eine neuerliche Graufärbung von Decke und Wänden über Jahre hinausgezögert werden.

Auf 400.000 Euro sind die Gesamtkosten für die Kirchenrenovierung veranschlagt. Die Erzdiözese wird davon 255.000 Euro tragen. Weitere Zuschüsse sollen von der Oberfrankenstiftung, dem Denkmalamt und der Gemeinde Pommersfelden fließen. Den Rest muss die Kirchenstiftung über Eigenkapital und Spenden finanzieren.
Hinzu kommt noch die neue Kögler-Orgel, die im österreichischen Sankt Florian in Auftrag gegeben ist. Sie kostet rund 240.000 Euro und soll 2014 erklingen. Der historische Orgelprospekt wird restauriert und wieder verwendet.

Altarweihe am 21. Juli

Am Sonntag, 21. Juli, wird Weihbischof Werner Radspieler im Rahmen eines Pontifikalamts den neuen Altar weihen. Um 9.30 Uhr wird die Pfarrgemeinde den Weihbischof auf dem Kirchplatz willkommen heißen. Nach dem Gottesdienst lädt die Pfarrei zur Agape auf den Kirchplatz und zum nachfolgenden Pfarrfest in den Hof der Brauerei Hennemann ein. Im Rahmen des Pfarrfestes werden Kirchenführungen angeboten. Um 15 Uhr findet ein Konzert der Kreismusikschule Bamberg statt. Um 17 Uhr schließt sich eine feierliche Vesper in der Kirche an.

Viele Sambacher helfen derzeit mit, die Generalsanierung ihrer Pfarrkirche Sankt Antonius Abbas finanziell zu schultern. Jeder Euro wird gebraucht. Pfarrer Wolfgang Eßel freute sich daher über die Spenden, die er von zwei Gruppierungen entgegen nehmen konnte: Die Sambacher Kerwasburschen und -madla hatten aus ihren Aktivitäten anlässlich der Sambacher Kirchweih 1000 Euro erlöst und für die Kirchensanierung gespendet. Zum andern hatte der BBV-Ortsverband Sambach die Bewirtung beim Hoffest auf dem Geflügel- und Straußenhof von Bernhard Gumbrecht übernommen und stellte den Erlös von 1750 Euro ebenfalls für die Kirchenrenovierung zur Verfügung. Dafür hatten die Landfrauen Kuchen und Krapfen gebacken und Gegrilltes angeboten.





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