Bamberg

Spritpreise sinken auf neues Rekordtief

Auf dem Weg zum weihnachtlichen Familienbesuch werden die Autofahrer in diesem Jahr mit Freude die Tankstellen ansteuern. Der Grund: Die Benzinpreise purzeln weiter, im Verlauf des Jahres 2014 sind sie auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Warum ist das so?
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolfoto: dpa
Symbolfoto: dpa
+1 Bild
"Das neue Rekordtief ist auf den anhaltenden Rückgang des Rohölpreises zurückzuführen. Dieser ist auch in den letzten Wochen weiter gefallen", erläutert Bettina Hierath von der Pressestelle des ADAC.

Seit dem Sommer sind die Rohölpreise um rund 45 Prozent abgesackt, die Benzinpreise mit Steuern gingen dadurch um 28 Cent je Liter zurück. An einigen Tankstellen bezahlt man für den Liter E10 aktuell nur 124,9 Liter. Zum Vergleich: Im Dezember 2013 musste man für einen Liter durchschnittlich noch 151 Cent je Liter bezahlen.

In den kommenden Tagen wird sich an den Niedrigpreisen nichts ändern. Was längerfristige Prognosen betrifft, halten sich die Experten in Deutschland jedoch zurück. "Leider können wir nicht vorhersagen, wie sich der Ölpreis entwickelt.
Generell raten wir, immer dann zu tanken, wenn der Kraftstoff günstig ist - auch wenn der Tank nicht ganz leer ist", empfiehlt Bettina Hierath.


Hohes Angebot

Der Ölpreis, ergänzt Klaus Picard vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV), falle prozentual immer stärker als der Benzinpreis, da auf Benzin die fixe Mineralölsteuer von 65 Cent je Liter erhoben wird. "Rein rechnerisch kann der Benzinpreis wegen dieses Sockel-effekts also nicht so schnell sinken wie der Ölpreis", so Picard.

Die Hauptursache für den Preisfall beim Rohöl sei das große globale Angebotssituation. Insbesondere in den USA stieg die Ölförderung deutlich an. Gleichzeitig schwächte sich das Weltwirtschaftswachstum ab, dadurch stieg die Nachfrage langsamer als zu Jahresbeginn erwartet.

Das wirkt sich auch auf den Benzinpreis aus. Im Vergleich zum Vorjahr sparen die Verbraucher an der Tankstelle laut MWV rund fünf Milliarden Euro. "Im Wettbewerb um die Kunden haben die Tankstellen die geringeren Einkaufskosten für Benzin an die Verbraucher weitergegeben", sagt Picard.

Mit den sinkenden Benzinpreisen wurden die Zapfsäulen auch viel häufiger angesteuert. Der Absatz von Benzin in Deutschland legte gegenüber dem ersten Dreivierteljahr 2013 um ein Prozent zu, das Plus bei Diesel betrug in den ersten neun Monaten vier Prozent. Insgesamt liegt der Gesamtabsatz für Benzin und Diesel auf dem höchsten Stand seit 2002.

Und: Aufgrund des steigenden Absatzes bleiben auch die Steuereinnahmen aus dem Kraftstoffgeschäft auf hohem Niveau. Für die Mineralölsteuer kann das Bundesfinanzministerium in diesem Jahr ein Einnahme-Plus von 1,4 Prozent oder 550 Millionen auf 39,9 Milliarden Euro erwarten.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren