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Basketball

Zweite bittere Pleite beim Final Four

Brose Bamberg enttäuscht auch beim 58:72 im Spiel um Platz 3 gegen die Telenet Giants Antwerpen und bleibt beim Endturnier der Champions League ohne Sieg.
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Der überragende Antwerpener Jae'Saen Tate (hinten) schiebt Augustine Rubit ins Aus. Fotos: Daniel Löb
Der überragende Antwerpener Jae'Saen Tate (hinten) schiebt Augustine Rubit ins Aus. Fotos: Daniel Löb
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Das Final Four der Champions League wurde für die Basketballer von Brose Bamberg zum Fiasko. Zwei Tage nach der deprimierenden 50:67-Niederlage gegen Virtus Bologna zogen sie auch im Spiel um Platz 3 deutlich den Kürzeren. Mit 58:72 unterlagen sie am Sonntag vor 16 437 Zuschauern dem Turniergastgeber Telenet Giants Antwerpen, der sich im Halbfinale Iberostar Teneriffa mit 54:70 hatte geschlagen geben müssen. Im Endspiel besiegte Virtus Bologna die spanische Mannschaft um den deutschen Nationalspieler Lucca Staiger mit 73:61.

"Das ist sehr enttäuschend. Wir haben uns dieses Turnier ganz anders vorgestellt. Wir haben aber auch ganz anders gespielt, als wir das in der bisherigen Saison getan haben", sagte Patrick Heckmann nach der Niederlage gegen die Belgier, die sich erst über die Qualifikation einen Platz in der Champions League erkämpft und in der Gruppenphase zweimal gegen die Brose-Basketballer verloren hatten.

Nach der Pleite gegen Bologna versagten Teile der Fans den Bambergern am Sonntag die lautstarke Unterstützung und ließen ihre Trommeln im Bus. Davon unbeeindruckt erwischten die Spieler von Trainer Federico Perego den besseren Start. Bereits nach drei Minuten hatten sie elf Punkte auf dem Konto und damit bereits so viele wie am Freitag im kompletten ersten Viertel. Sechs Zähler gingen dabei auf das Konto von Tyrese Rice, der am Vorabend zum besten Spieler dieser Champions-League-Saison gewählt worden war.

Zwei Minuten später lagen die Oberfranken mit neun Punkten vorne (15:6). Doch dann kamen die Gastgeber, die ihr Heil zunächst vergeblich aus der Distanz versuchten hatten, besser ins Spiel. Viertelübergreifend gelang ihnen ein 10:0-Lauf, mit dem sie die Führung übernahmen. Verantwortlich für diese Wende war Jae'San Tate, der alle zehn Punkte erzielte.

Trefferquote erneut mager

Nun hatten die Belgier das Momentum auf ihrer Seite. Begünstigt von sieben Offensivrebounds punkteten sie in der Folge immer wieder unter dem Bamberger Korb. Dem Brose-Team gelang dagegen offensiv nicht mehr viel. Magere 31 Prozent betrug ihre Trefferquote zur Pause, in die Antwerpen nach einem weiteren 7:0-Lauf mit einer Elf-Punkte-Führung ging. Während der deutsche Pokalsieger im ersten Viertel noch fünf Assists zu Buche stehen hatte, kam im zweiten keiner mehr hinzu. Dafür verloren die Franken viermal den Ball. "Das zweite Viertel hat uns gekillt", meinte Coach Perego.

Antwerpen zieht davon

Seinem Team gelangen zu Beginn der zweiten Hälfte sechs Punkte in Folge, doch grundlegend änderte sich nichts. Zwar kamen die Bamberger nach zwei Dreiern von Arnoldas Kulboka, der ebenso wie Daniel Schmidt und Maurice Stuckey im Gegensatz zum Halbfinale Spielzeit erhielt, auf acht Punkte heran (45:53).

Doch dann schien ihnen der Stecker gezogen worden zu sein. Müde wirkend, waren die Oberfranken gedanklich und physisch oft einen Schritt zu langsam, so dass die Telenet Giants im vierten Viertel fast mühelos auf 20 Punkte davonzogen (67:47, 36. Min.). Schon eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene feierten die belgischen Fans den Sieg und damit die Bronzemedaille für ihr Team, während die Brose-Basketballer ihren Anhang einmal mehr enttäuschten.

Die Statistik

Telenet Giants Antwerpen - Brose Bamberg 72:58

(15:18, 22:8, 14:16, 21:16) Antwerpen Tate (16 Punkte/2 Dreier), Kalinoski (10/2), Vanwijn (9) Sanders (8/2), Akyazili (8/2), Moses (7/1), Bako (5), Dudzinski (4), Lee (3), Schoepen (2), Donkor, Thompson Bamberg Olinde (12/2), Kulboka (10/2), Rice (8), Rubit (8), Harris (6), Zisis (6/1), Hickman (4), Stuckey (4), Schmidt, Alexander, Heckmann, Taylor SR Glisic (Serbien), Zashchuk (Ukraine), Yilmaz (Türkei) Zuschauer 16 437 Gesamtwurfquote Antwerpen Prozent 39 (27 Treffer/70 Versuche), Bamberg 36 (22/61)

Dreierquote Antwerpen 33 Prozent (9/27), Bamberg 24 (5/21) Freiwurfquote Antwerpen 56 Prozent (9/16), Bamberg 64 (9/14) Rebounds Antwerpen 41 (27 defensiv/14 offensiv), Bamberg 44 (33/11)

Ballgewinne/-verluste Antwerpen 7/6 Bamberg 3/12 Assists Antwerpen 18 / Bamberg 15 Fouls Antwerpen 19 / Bbg. 21

Spieler des Spiels

Louis Olinde stand wie im Halbfinale in der Startformation und führte sein Team bei den Punkten mit zwölf Zählern an. Der Youngster traf beide Dreierversuche und hatte mit 71 Prozent nach Arnoldas Kulboka (75) die zweitbeste Trefferquote. Zudem verzeichnete Olinde sechs Rebounds, zwei Assists und einen geblockten Wurf.

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