Bamberg
Kegeln

Wilke und Wittke sind Sieggaranten im Derby

Der SKC Victoria Bamberg und der TSV Breitengüßbach liefern sich ein spannendes Match, das die Gastgeber nur aufgrund der besseren Holzzahl mit 5:3 Mannschaftspunkten für sich entschieden.
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Die Startspieler (von links) Christian Rennert, Marco Scheuring, Christian Jelitte (alle Breitengüßbach) sowie Nicolae Lupu, Dominik Kunze und Radek Hejhal (SKC Victoria Bamberg) boten sich bereits packende Duelle. Noch spannender wurde es, als die Schlusskegler beider Teams die Bahnen betraten. Foto: sportpress
Die Startspieler (von links) Christian Rennert, Marco Scheuring, Christian Jelitte (alle Breitengüßbach) sowie Nicolae Lupu, Dominik Kunze und Radek Hejhal (SKC Victoria Bamberg) boten sich bereits packende Duelle. Noch spannender wurde es, als die Schlusskegler beider Teams die Bahnen betraten. Foto: sportpress
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Die Sportkegler des SKC Victoria Bamberg haben das Bundesliga-Derby gegen den TSV Breitengüßbach nach einem spannenden Spiel mit 5:3 Mannschaftspunkten (MP) bei 3771:3726 Kegeln gewonnen. Die Sieggaranten für den Victoria-Erfolg waren Christian Wilke (673) und Christopher Wittke (660), die einen Rückstand in eine Führung umwandelten. Aufseiten des TSV Breitengüßbach war wie erwartet Christian Jelitte mit 662 Kegeln der Beste.

Das Derby startete auf Bamberger Seite mit dem bewährten Trio um Radek Hejhal, Dominik Kunze und Nicolae Lupu. Güßbachs Trainer Kirizsan setzte auf Marco Scheuring, Christian Jelitte und Christian Rennert. Hejhal und Scheuring lieferten sich ein spannendes Duell, in dem beide Spieler jeweils abwechselnd die Sätze gewannen, wobei der Druck stets bei Hejhal lag, da sich Scheuring immer die Führung erspielte. Am Ende sollte die Erfahrung des Bamberger Routiniers der ausschlaggebende Punkt für den Duellsieg beim 2:2 nach Sätzen sein, da Hejhal mit 630:616 Kegeln vorne lag.

Wesentlich schwerer war die Aufgabe von Kunze gegen den nominell stärksten Güßbacher, Jelitte. Nach 160:166 und 168:164 gab der dritte Satz den Ausschlag für den Duellsieg, da sich Jelitte mit 163:145 nicht nur die 2:1-Führung sicherte, sondern auch einen 20-Kegel-Vorsprung erspielte. Kunze konnte Jelitte nicht mehr einholen, so dass dieser MP mit 3:1 und 662:638 an den TSV ging.

Parallel entwickelte sich zwischen Lupu und Rennert ein spannendes Spiel, in dem zunächst der Bamberger mit 156:137 obenauf war. Rennert schlug mit 159:148 postwendend zurück, um danach für die Vorentscheidung zu sorgen, da er sich mit 159:136 die 2:1-Führung erspielte. Im letzten Satz griff Lupu zwar noch einmal an, aber Unkonzentriertheiten und ein überflüssiger Fehler verhinderten ein positives Ergebnis. Zwar gelang Lupu mit 161:152 der Satzausgleich, der MP jedoch ging mit 607:601 an den TSV Breitengüßbach, womit die Gäste nach dem Starttrio mit 2:1 MP und 16 Kegeln führten.

Der Druck lag nun auf dem Bamberger Schlusstrio, bestehend aus Christopher Wittke, Christian Wilke und Daniel Barth. Die Güßbacher wollten mit dem Ex-Bamberger Miroslav Jelinek, Robin Parkan und Mario Nüßlein den Vorsprung ins Ziel retten. Der Wille der Bamberger war von der ersten Kugel an sichtbar, da sie sofort auf Angriffsmodus stellten. Wittke begann mit 176:151 und Wilke mit 171:141, lediglich Barth lag mit 133:158 zurück. Wichtig war in dieser Phase, dass man sich die Führung im Gesamtergebnis erspielte, die dann auch bis zum Ende des Spiels bestand haben sollte.

Wittke musste den Ausgleich von Jelinek mit 153:155 hinnehmen, ehe er zum großen Schlag ausholte. Nach 105 in die Vollen folgte ein Abräumen der absoluten Spitzenklasse, so dass dieser Satz mit 185:157 an Wittke ging, was der Entscheidung in diesem Duell gleichkam. Den letzten Satz teilte man sich mit 146:146, womit der MP bei 2,5:1,5 SP und 660:609 an Wittke ging.

Wilke gibt sich keine Blöße

Zeitgleich gab sich auch Wilke gegen Parkan keine Blöße. Egal, wie stark Parkan auch spielte, Wilke war der Bessere. Mit den weiteren Satzergebnissen von 167, 169 und 166 kam der Bamberger Spielertrainer auf das Tagesbestergebnis von 673 bei 4:0 SP, während Parkan auf 619 kam. Auf den Nebenbahnen konnte Daniel Barth nicht an die hervorragende Leistung von vor einer Woche anknüpfen. Nach dem 150:147 für Nüßlein in Satz 2 reagierten die Bamberger und brachten Craciun ins Spiel. Zwar konnte Craciun das Blatt gegen Nüßlein nicht mehr wenden, er hielt aber den Schaden in Grenzen, auch wenn der MP mit 4:0 SP und 613:569 an Nüßlein ging.

Nach den einzelnen Duellen stand es 3:3, so dass das Gesamtergebnis den Ausschlag geben musste. Hier hatte der SKC Victoria mit 3771:3726 Kegeln die Nase vorne, womit der unter dem Strich verdiente Bamberger 5:3-Sieg feststand. Durch den Sieg ist der SKC Victoria bis auf zwei Punkte an Tabellenplatz 2 herangerückt.SKC SKC Victoria Bamberg - TSV Breitengüßbach 5:3

(11,5:12,5 Satzpunkte, 3771:3726 Kegel) Hejhal - Scheuring 2:2 (630:616) Kunze - Jelitte 1:3 (638:662) Lupu - Rennert 2:2 (601:607) Wittke - Jelinek 2,5:1,5 (660:609) Wilke - Parkan 4:0 (673:619) Barth/Craciun - Nüßlein 0:4 (569:613)

Stimmen zum Derby

Christian Wilke (Spielertrainer des SKC Victoria Bamberg): "Derbys sind zwar immer heiß umkämpft, aber alle Beteiligten haben sich ordentlich benommen. Schon in den drei Startpaarungen gab es enge Duelle zu sehen. Zwei davon gingen in meinen Augen verdient an die Breitengüßbacher. Wir haben nicht die geschlossene Leistung der letzten Wochen gezeigt. Aber Derbys haben immer ihre eigenen Gesetze, da ist jeder hochmotiviert, vielleicht sogar ein bisschen zu viel. Das Spiel war aber eines Derbys würdig, es war spannend, und daher hat es den Zuschauern Spaß gemacht."

Tobias Stark (Kapitän des TSV Breitengüßbach): "Wir haben ein sehr ausgeglichenes Derby gesehen. In den ersten drei Duellen ging es ganz eng zu. Zwei haben wir gewonnen, mit etwas Glück hätten wir auch den dritten Punkt holen können, dann hätte das Derby trotz des Rückstands bei der Kegelzahl 4:4 geendet. Das wäre vielleicht auch das fairste Ergebnis gewesen. Aber aufgrund der bockstarken Leistungen von Christopher Wittke und Christian Wilke geht der Sieg für die Victoria in Ordnung, Gratulation dazu. Bei den Holzzahlen war für uns mehr drin, aber das gilt auch für die Bamberger. Kegeln ist nun mal Kopfsache, und das macht sich in einem Derby deutlich bemerkbar. Mario Nüßlein haben wir aus der Startformation rausgenommen, weil wir hinten noch einen sicheren Punkt einfahren wollten. Das ist ihm ja auch gelungen. Zwar wollten wir hier etwas mitnehmen, nichtsdestotrotz sind wir mit nur vier Minuspunkten immer noch absolut im Soll. Das nächste Heimspiel gegen Zerbst wird für uns eine große Herausforderung. Vielleicht können wir den Serienmeister wie im letzten Jahr etwas ärgern. Und dann schauen wir mal, was die Rückrunde noch bringt. Ich denke, in der Tabelle wird es oben ganz eng zugehen."

Markus Habermeyer (Vorsitzender des SKC Victoria Bamberg): "Unser Rückstand nach dem Starttrio war relativ gering. Hinten haben wir mit Christopher Wittke und Christian Wilke zwei Spieler, die momentan sehr gut in Form sind. Entscheidend war der dritte Satz der beiden, in dem sie sich einen Vorsprung erspielt und diesen verteidigt haben. Das war für mich der Grund für den Erfolg. Daniel Barth ist nach seinem hervorragenden Spiel von letzter Woche diesmal leider nicht so zurechtgekommen, wie wir uns das erhofft hatten. Cosmin Craciun war zuletzt nur Ersatz, aber er ist ein wichtiger Teil der Mannschaft und hat eine Menge Erfahrung. Zwar hat er das Duell mit Mario Nüßlein nicht mehr herumreißen können, aber er hat seinen Teil zum Derbysieg beigetragen, und das ist das Einzige, was zählt. Wir sind jetzt bis auf zwei Punkte an die Breitengüßbacher herangerückt, wobei man die Leistung der Breitengüßbacher auf keinen Fall schmälern darf. Ich habe mich etwas über ihre Aufstellung gewundert, Mario Nüßlein habe ich nicht hintendrin erwartet. Wir haben nicht taktiert und unserer Standardaufstellung vertraut. Der Sieg war wichtig, um den Anschluss an die vorderen Tabellenplätze herzustellen. Unsere Mannschaft hat schon in der vergangenen Woche mit dem Bahnrekord in Lorsch mit 3910 Kegeln gezeigt, was in ihr steckt. Das Derby hat sie zwar mit dem bisher schlechtesten Heimergebnis gewonnen, aber im Duell mit den Güßbachern zählt nur der Sieg und nichts anders. Daraus zieht die Mannschaft so viel Selbstvertrauen, dass sie weiterhin im Kampf um die vorderen Plätze dabei sein wird."

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