Bamberg
Basketball-Euroleague

Wieder geht Bamberg die Luft aus

Brose Bamberg zeigt zwar gegen Khimki Moskau über weite Strecken eine gute Leistung, muss sich am Ende aber mit 70:74 geschlagen geben.
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Dorell Wright steigt gegen Khmiki-Star Alexej Shved (l.) zum Dreier hoch. Fotos: Daniel Löb
Dorell Wright steigt gegen Khmiki-Star Alexej Shved (l.) zum Dreier hoch. Fotos: Daniel Löb
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Die Bamberger besitzen einfach keinen Killerinstinkt. Im letzten Viertel fehlten dem deutschen Meister Kraft und Konzentration, so dass die so wichtige Partie gegen Khimki Moskau mit 70:74 verloren ging. Die Russen, die in der Tabelle den siebten Platz belegen, haben nun schon drei Siege mehr als das Brose-Team.
Der Frust über die zehnte Euroleague-Niederlage im 16. Spiel war den Bamberger Spielern deutlich anzusehen. Deshalb bleibt abzuwarten, ob sie sich am Sonntag (19 Uhr) im Bundesliga-Heimspiel gegen die starken Ulmer aus der Krise befreien können.
Den Bambergern war von der ersten Sekunde an anzumerken, dass sie sich für die zuletzt schwachen Vorstellungen rehabilitieren und diese für den weiteren Verlauf in der Euroleague eminent wichtige Partie für sich entscheiden wollten. Mit engagierter Verteidigung und konzentriertem Spiel in der Offensive schossen die Hausherren eine 8:2-Führung heraus. Doch dann zeigte Alexey Shved, warum er der beste Schütze in der Königsklasse ist. Innerhalb von fünf Minuten erzielte er elf Punkte (davon drei Dreier), so dass die Gäste nach neun Minuten erstmals mit 24:23 vorn lagen. Auf Bamberger Seite stand dem russischen Scharfschützen Dorell Wright wenig nach und sorgte mit drei verwandelten Freiwürfen für das 26:26 nach zehn Minuten.
Im zweiten Viertel ging das muntere Dreierschießen weiter, wobei jetzt auf Bamberger Seite auch Maodo Lo und Lucca Staiger ihre Qualitäten aus der Distanz unter Beweis stellten (39:31). Nach zwei unsportlichen Fouls in Folge gegen Daniel Hackett wurde Egor Vialtsev disqualifiziert. Doch vor allem Tyler Honeycutt zeigte jetzt eine Trotzreaktion und brachte Khimki wieder heran. Obwohl die Hausherren in den letzten drei Minuten vor der Pause ohne Korberfolg blieben, gingen sie in dieser von der Offensive geprägten Partie mit einem 42:40-Vorsprung in die Kabine, weil sich Wright & Co. von der Dreierlinie überaus treffsicher (58 Prozent/7 von 12) zeigten. Khimki versuchte sich 21 Mal von jenseits der 6,75-Meter-Linie, traf aber nur achtmal (38 Prozent). Dafür waren die Gäste aus dem Zweierbereich (5 von 9) deutlich effektiver als die geschlossen auftretenden Bamberger (5 von 17). Zehn Offensiv-Rebounds sprechen für den Einsatzwillen.
Nach der Pause war es zunächst vorbei mit dem Offensiv-Feuerwerk: Nach dreieinhalb Minuten ohne Korb holten aber Maodo Lo und der gegenüber den letzten Partien deutliche verbesserte Leon Radosevic die Führung für die Hausherren zurück (46:43). Nach dem vierten Ballverlust von Nikos Zisis und zwei weiteren Shved-Punkten zum 50:53 nahm Andrea Trinchieri eine Auszeit. Und die zeigte Wirkung: Angeführt von Zisis starteten die Hausherren einen 8:0-Lauf und gingen schließlich mit einem 58:56-Vorsprung ins Schlussviertel.
Das große Zittern begann, denn Shved glänzte jetzt nicht nur als Schütze, sondern auch mit dem Auge für seine Mitspieler. Nach 120 Sekunden sorgte Shved mit einem Vier-Punkte-Spiel für das 60:68 aus Bamberger Sicht. Würde es wie in Istanbul wieder einen Einbruch in der entscheidenden Phase des Spiels geben? Die Antwort lautete zunächst Nein: Diesmal ließen die Bamberger die Köpfe nicht hängen und glichen gut vier Minuten vor Schluss zum 69:69 aus. Ricky Hickman besaß dann zweimal die Chance zur Führung, doch ihm fehlte wieder einmal das Wurfglück. Nach einem Dreier von Wright, der sein Ziel verfehlte, und einem Offensivfoul von Augustine Rubit führte Khimki 94 Sekunden vor dem Ende mit 73:70. Es gelangen zwar zwei Stopps, doch im Angriff trafen die Gastgeber, die in den letzten fünf Minuten keinen Wechsel mehr vornahmen, schlechte Entscheidungen und mussten sich einmal mehr geschlagen geben.


Die Statistik

Brose Bamberg -
Khimki Moskau 70:74

(26:26, 16:14, 16:16, 12:18)
Bamberg Wright (20 Punkte/5 Dreier), Hackett (12/1), Rubit (10), Radosevic (7), Hickman (6), Zisis (5/1), Lo (5/1), Staiger (3/1), Musli (2), Nikolic, Heckmann
Khimki Shved (28/5), Thomas (15/1), Honeycutt (10/2), Markovic (7/2), Zubkov (5/1), Gill (4), Anderson (4/1), Vialtsev, Zaytsev, Monia, Todorovic, Jenkins
SR Hierrezuelo (Spanien), Hordov (Kroatien), Trawicki (Polen)
Zuschauer 6150
Gesamtwurfquote Bamberg 35 Prozent (20 Treffer/ 57 Versuche), Khimki 41 (24/59)
Dreier Bamberg 39 Prozent (23/9), Khimki 40 (30/12)
Freiwurfquote Bamberg 80 Prozent (26/21), Khimki 70 (20/14)
Rebounds Bamberg 45 (27 defensiv/18 offensiv), Khimki 34 (22/12)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 5/20, Khimki 9/12
Assists Bbg. 15 / Khimki 16
Fouls Bamberg 25 / Khimki 26
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