Bamberg

Vier Minuten reichen Jerusalem

Brose Bamberg verliert in Israel mit 89:103 und belegt damit sicher Rang 3 in der Champions-League-Gruppe C.
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Elias Harris (rechts), hier gegen den später disqualifizierten J'Covan Brown, überzeugte mit 15 Punkten und vier Rebounds in nur 17 Minuten Einsatzzeit.  Foto: Basketball-Champions-League
Elias Harris (rechts), hier gegen den später disqualifizierten J'Covan Brown, überzeugte mit 15 Punkten und vier Rebounds in nur 17 Minuten Einsatzzeit. Foto: Basketball-Champions-League
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Wie im Hinspiel, das die Bamberger in der Brose-Arena mit 85:88 abgegeben hatten, verlor der neunmalige deutsche Meister auch im Rückspiel der Champions League gegen Hapoel Jerusalem nach einer mehrminütigen Schwächephase. Am Mittwochabend setzte es für das Team von Trainer Federico Perego allerdings mit 89:103 (33:52) eine deutlichere Niederlage.

Bereits am Montag war der Bamberger Basketball-Tross von Nürnberg nach Israel geflogen. Am Dienstag machte sich das Team auf eine Sightseeingtour, ehe gestern das vorletzte Gruppenspiel in der Basketball-Champions-League (BCL) bei Hapoel Jerusalem auf dem Programm stand.

Zu Beginn in der spärlich besetzten Pais-Arena machten die Bamberger den Eindruck, als wären sie eher auf einem Touristentrip als kämpften sie noch mit Hapoel um Gruppenplatz 2.

Denn die 2:0-Führung der Bamberger beantwortete der Tabellenvierte der israelischen Liga mit neun Punkten in Folge. Perego erinnerte sein Team in einer Auszeit daran, wozu es nach Jerusalem gefahren war. Zu diesem Zeitpunkt saß Tyrese Rice bereits mit zwei Fouls auf der Bank. Nach der Einwechslung von Elias Harris für Cliff Alexander lief es besser. Harris sorgte mit sieben Punkten zusammen mit zwei Freiwurfzählern von Augustine Rubit für die 11:9-Führung der Franken.

Perego ließ seinen Kapitän Nikos Zisis sich in Bamberg ausruhen. Der mitgereiste Este Henri Drell aus dem Zweitliga-Farmteam aus Baunach stand nicht in der Aufstellung. Alle anderen acht ausländischen Brose-Profis standen parat.

Zehn seiner zwölf Spieler hatte der Brose-Coach bereits im ersten Viertel (18:17) eingesetzt. Arnoldas Kulboka kam früh im zweiten Viertel - ohne zu überzeugen - für Louis Olinde, der nach dem ersten Bamberger Dreier zum 20:21 bereits sieben Punkte erzielt hatte. Der Serbe Stevan Jelovac saß erneut 40 Minuten auf der Bank.

4:19-Lauf entscheidend

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In der Folgezeit sorgte Amar'e Stoudemire fast im Alleingang für das 29:22. Der 36-jährige NBA-Veteran hatte bis dahin bereits elf seiner 19 Zähler markiert. Nachdem Rubit viereinhalb Minuten vor der Pause mit einem Halbdistanzwurf auf 29:33 verkürzt hatte, verloren die Bamberger völlig den Faden. Im Angriff trafen sie schlechte Entscheidungen oder gaben den Ball ab. Abwehrfehler bestrafte Hapoel mit einem 19:4-Lauf. Alleine fünf Dreier rauschten bis zur Pause noch in den Korb der Gäste, die ihr Punktekonto lediglich mit einem Freiwurf von Rubit und einem Dreier von Maurice Stuckey aufstockten.

Tamir Blatt, Sohn von Olympiakos-Piräus-Trainer David Blatt, schraubte die Führung nach der Pause auf 59:35 hoch. Bei Bamberg fiel kaum noch ein Ball in den Korb. Selbst freie, gut herausgespielte Würfe fanden nicht mehr ihr Ziel. Perego appellierte in einer Auszeit an die Ehre seiner Spieler: "Kümmert Euch nicht um den Spielstand. Spielt als Team und teilt den Ball." Es folgten ein Ballverlust von Rice und fünf Punkte von Stoudemire zum 68:42 (26.).

Olinde, Rubit und Heckmann ließen dann unter der Führung des souveränen Daniel Schmidt den Ball besser laufen und trafen gute Entscheidungen. So verkürzten sie bis zum Ende des dritten Abschnitts den Rückstand auf 14 Zähler (74:60).

Hapoels J'Covan Brown war kurz zuvor nach einem technischen und einem unsportlichen Foul disqualifiziert worden. Das Momentum lag nun bei den Bambergern, die nach einem weiteren "Unsportlichen" und einem "Technischen" gegen Coach Oded Kattache auf 65:74 (31.) herankamen. Mehrmals betrug in der Schlussphase der Rückstand nur noch acht Zähler, nachdem Rice und Hickman getroffen hatten. Doch die Brose-Defensive konnte die Gastgeber nicht stoppen, beziehungsweise erlaubten sich die Gäste in dieser Phase drei ihrer 16 Ballverluste.

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