Bamberg

Viel Kampf und Krampf

Brose Bamberg kann beim hart erkämpften 77:66-Heimerfolg gegen die Hamburg Towers kaum Selbstvertrauen tanken. Jetzt hat das verunsicherte Team zweieinhalb Wochen Zeit, an den Fehlern zu arbeiten.
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Drei gegen einen: Towers-Aufbauspieler Jorge Gutierrez ist als Erster am Ball, den ihm Elias Harris (links) abluchsen will; hinten Nelson Weidemann, der auf neun Punkte kam, rechts Retin Obasohan, mit 15 Punkten bester Bamberger Werfer. Foto: Daniel Löb
Drei gegen einen: Towers-Aufbauspieler Jorge Gutierrez ist als Erster am Ball, den ihm Elias Harris (links) abluchsen will; hinten Nelson Weidemann, der auf neun Punkte kam, rechts Retin Obasohan, mit 15 Punkten bester Bamberger Werfer. Foto: Daniel Löb
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Mit einem guten Gefühl wollten die Bamberger Basketballer in die zweieinhalbwöchige Pokal- und Länderspielpause gehen. Doch Selbstvertrauen tanken konnten sie kaum, denn beim hart erkämpften 77:66-Heimerfolg gegen den stark ersatzgeschwächten Aufsteiger Hamburg Towers stimmte aus Brose-Sicht nur das Ergebnis. "Es war nicht schön. Wir gehen gerade durch eine schwere Phase, da tut jeder Sieg gut. Es ist ganz gut, dass die Spieler jetzt mal ein paar Tage durchschnaufen können, um den Kopf wieder frei zu kriegen", meinte Geschäftsführer Arne Dirks.

Es war schwere Kost, was die 5162 Zuschauer am Dienstagabend in der Brose-Arena vorgesetzt bekamen. 19 Ballverluste bei den Hamburgern und zwölf der Bamberger waren ein Beleg für das niedrige Niveau, auf dem beide Teams agierten, die mageren Trefferquoten (Brose 45 Prozent/Towers 39) ein weiterer. Die mangelnde Aggressivität der Hausherren machte sich im Reboundduell bemerkbar, das die Hamburger mit 42:31 klar für sich entschieden. Zehn Abpraller griff sich der Ex-Bamberger Michael Carrera. Sein Nachfolger im Team der Oberfranken, Darion Atkins (10 Punkte), war der einzige "Lange" bei den Gastgebern, der sich unter dem Korb der Gäste durchsetzen konnte. Assem Marei (6), Elias Harris (4) und Christian Sengfelder (2) spielten weit unter Form.

Obwohl bei den Gästen Heiko Schaffartzik, Justus Hollatz, Prince Ibeh und Jannik Freese krankheitsbedingt fehlten und sie ab Mitte des dritten Viertels mit Jorge Gutierrez - der Mexikaner zog sich bei einem Zusammenprall mit Marei eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung zu - auf einen weiteren Schlüsselspieler verzichten mussten, hatten sie sogar eine Siegchance.

Denn wieder einmal verspielten die Bamberger im letzten Viertel einen Vorsprung. Nur zwei Minuten brauchten die Gäste, den 54:64-Rückstand in eine knappe 65:64-Führung (36. Minute) zu verwandeln. Den lange Zeit einfallslos spielenden Bambergern gelang dann aber gegen die Hanseaten, die ohne Gutierrez zunehmend Probleme im Spielaufbau bekamen, ein 12:0-Lauf, mit dem sie sich in dieser zerfahrenen Partie doch den Sieg sicherten und damit in den Play-off-Rängen bleiben.

"Wir haben es uns selbst schwer gemacht, weil wir wieder nicht aggressiv genug waren. Wir müssen sehr hart arbeiten, um zu mehr Konstanz zu finden und die Fehler in unserem Spiel zu eliminieren", sagte Brose-Trainer Roel Moors. Auch der Belgier ist froh über die Spielpause: "Es ist wichtig, den Kopf frei zu bekommen und in einer Woche mit neuer Energie und neuen Ideen zurückzukommen." Bis Sonntag hat der Belgier seinem Team freigegeben. Ab Montag beginnt - zunächst ohne die drei Nationalspieler Christian Sengfelder, Louis Olinde und Retin Obasohan - die Vorbereitung auf die beiden schweren Auswärtsspiele am 1. März in Berlin und am 6. März in Würzburg.

Ob die Bamberger bis dahin die erhoffte Verstärkung für ihre Mannschaft gefunden haben, steht jedoch in den Sternen. Zwar bestätigte Dirks nochmals, den Markt nach einem "Scorer mit Führungsanspruch" zu sondieren, der passende Spieler scheint aber noch nicht gefunden zu sein. Moors wünscht sich jemanden, "der das Spiel für uns einfacher macht, einen Go-to-Guy, den haben wir nicht".

Und dann sagte er auf der Pressekonferenz noch einen Satz, der im Videomitschnitt auf dem You-Tube-Kanal des Vereins aber der Schere zum Opfer fiel: "Das Problem ist, dass wir so einen Spieler vielleicht auf mehreren Positionen brauchen." Er zeigt, dass die Bamberger alles andere als mit einem guten Gefühl in die Spielpause gehen.

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