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Vechta-Coach Calles: Wir müssen uns etwas einfallen lassen

Interview mit Pedro Calles, Coach des Bamberger Viertelfinalgegners Rasta Vechta, und "Trainer des Jahres" in der Bundesliga
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Pedro Calles. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Pedro Calles. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Ein Play-off-Neuling fordert den neunfachen deutschen Meister aus Bamberg in der ersten Play-off-Runde heraus. Großen Anteil am Höhenflug des Aufsteigers aus Vechta hat Pedro Calles, der zurecht zum "Trainer des Jahres" der Basketball-Bundesliga gekürt wurde. Der 34 Jahre alte Spanier sieht sein Team nicht in der Favoriten-, aber auch nicht in der Außenseiterrolle.

Rasta Vechta hatte bislang eine großartige Saison. Ist das Erreichen der Play-offs das Tüpfelchen auf dem i oder geht noch mehr?

Pedro Calles: Zunächst einmal ist es das Resultat aus täglicher harter Arbeit mit einem Team aus guten Charakteren. Jetzt steht unser Klub vor etwas völlig Neuem. Wir werden die Play-offs so angehen wie jedes Spiel. Wir denken an uns und wollen, dass wir auch in den Köpfen des Gegners sind.

Rasta Vechta hat keinerlei Play-off-Erfahrung, Bamberg jede Menge. Wie wird sich das auf dieses Duell auswirken?

Ich muss zugeben, dass die Bamberger jede Menge Play-off-Erfahrung haben. Sie haben drei Spieler, die die Euroleague gewonnen haben. Das hilft ihnen natürlich enorm, aber wir werden alles versuchen, um diesen Vorteil so klein wie möglich zu halten.

Rasta Vechta geht aufgrund der besseren Platzierung nach der Hauptrunde mit dem Heimvorteil in die Serie gegen Bamberg. Sehen Sie Ihr Team daher in der Favoritenrolle?

Die Zahl der Siege in der Hauptrunde zählt jetzt ebenso wie der Tabellenstand gar nichts mehr. Schauen Sie sich die Ergebnisse aus den Spielen zwischen uns und Bamberg in der Hauptrunde an. Der Heimvorteil war gar nichts wert. Wir haben in Bamberg gewonnen, Bamberg in Vechta. Vor unseren Fans zu spielen, ist immer etwas Besonders, aber am Ende des Tages zählt nur, besser Basketball zu spielen als die Bamberger.

Ihnen fehlen drei große Spieler unter den Körben. Wie wird sich das auf das Spiel Ihrer Mannschaft auswirken?

Zunächst einmal haben wir drei Spieler weniger in der Rotation, sowohl im Spiel als auch im Training. Die Fans sehen nur die Spiele, aber das Training ist wichtig, um besser zu werden. Uns fehlen drei Spieler auf ähnlichen Positionen, das macht es schwerer, uns auf die Spiele vorzubereiten. Aber es ist nicht unmöglich. Wir müssen etwas anders machen und uns etwas einfallen lassen. Daran arbeiten wir, denn unser Ziel ist es, unser Leistungsvermögen zu 100 Prozent abzurufen.

Zuletzt in Ulm haben Sie nur mit acht Spielern gespielt. Haben Sie Angst, dass ihnen die Kraft ausgeht? Schließlich könnte die Serie über fünf Partien gehen.

Ich denke nicht an eine Serie über fünf Spiele, sondern nur an das erste Spiel. Wenn wir schon weiter denken würden, würde uns das nicht helfen, besonders in der personellen Lage, in der wir uns befinden. Ich habe ja auch keine anderen Optionen als mit acht Mann zu spielen, deshalb denke ich erst gar nicht darüber nach, ob das eine Auswirkung auf die Serie haben könnte.

Was muss Ihre Mannschaft den Bamberg wegnehmen, um die Serie zu gewinnen?

Die Bamberger haben wesentlich mehr Waffen als wir. So verrückt es klingt, und das habe ich schon zu Anfang gesagt: Wir müssen sie dazu bringen, dass sie über uns nachdenken, indem wir sie zwingen, sich an unseren Rhythmus und Stil anzupassen. Und nicht andersherum. Das wird schwer. Aber das ist der einzige Weg, wie wir mit ihnen mithalten können.

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