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Basketball

Tré McLean warnt vor Nowgorod

Im ersten Heimspiel in der Champions League empfängt Brose Bamberg den russischen Qualifikanten.
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Der Bamberger Neuzugang Tré McLean (rechts) spielte in den vergangenen beiden Jahren in Russland und traf in dieser Zeit dreimal auf Nischni Nowgorod. Foto: Daniel Löb
Der Bamberger Neuzugang Tré McLean (rechts) spielte in den vergangenen beiden Jahren in Russland und traf in dieser Zeit dreimal auf Nischni Nowgorod. Foto: Daniel Löb
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Für die meisten Spieler von Brose Bamberg ist Nischni Nowgorod, am Mittwochabend (20 Uhr) erster Heimspielgegner des Pokalsiegers in der Basketball-Champions-League, ein unbeschriebenes Blatt. Tré McLean kennt den Kontrahenten dagegen bestens. Schließlich stand er in den vergangenen beiden Jahren bei zwei russischen Teams - Perm und Saratow - unter Vertrag. "Nischni kann in Russland mit fast jedem Team mithalten. An guten Tagen spielt die Mannschaft auf sehr hohem Niveau", sagt der Bamberger Neuzugang.

Sieg in St. Petersburg

Zwar haben die Gäste ihr Auftaktspiel in der Champions League beim Gruppenfavoriten Iberostar Teneriffa mit 67:81 verloren, doch ansonsten gelang ihnen ein guter Start in die Saison. In der osteuropäischen VTB-United-League rangieren sie mit drei Siegen und erst einer Niederlage auf dem zweiten Platz hinter Khimki Moskau und ließen mit einem 76:69-Sieg beim Euroleague-Vertreter Zenit St. Petersburg aufhorchen. Für die Champions League qualifizierte sich die Mannschaft des serbischen Trainers Zoran Lukic souverän mit zwei Siegen über Legia Warschau. "Wir haben sie gut studiert und kennen ihren Plan", sagt McLean, der mit Saratow und Perm bereits dreimal gegen Nischni Nowgorod spielte und dabei zweimal als Sieger das Parkett verließ.

Auch Roel Moors kennt den Kontrahenten bestens. Mit den Telenet Giants Antwerpen hat der jetzige Bamberger Trainer in der vergangenen Saison das russische Team im Viertelfinale mit zwei Siegen aus der Champions League geworfen. "Nischni Nowgorod spielt sehr aggressiv, darauf müssen wir uns einstellen. Sie wollen ihre großen Leute ins Spiel bringen, dafür müssen wir Lösungen finden. Zudem spielen ihre russischen Spieler schon seit Jahren zusammen und wissen, was ihr Coach von ihnen erwartet", meint der Belgier.

Die Russen haben nach dem Viertelfinal-Aus der vergangenen Saison in der VTB-United-League ihre Ausländerstellen komplett neu besetzt. Von den vier neuen US-Amerikanern hat sich Darral Willis bereits als Anführer herauskristallisiert. Am Wochenende glänzte der 2,04 Meter große Power Forward beim 82:77-Heimerfolg gegen Minsk mit 28 Punkten. "Er ist sehr variabel, kann eigentlich ein bisschen von allem und ist sehr schnell", sagt Moors, der Christian Sengfelder auf den korbgefährlichsten Spieler des Gegner ansetzen will.

Ebenso wie Nischni Nowgorod geht Brose Bamberg mit einem Sieg im Rücken ins zweite Spiel der Champions League. Beim Erfolg über die Gießen 46ers feierte Neuzugang Retin Obasohan am vergangenen Samstag mit sieben Punkten und einem krachenden Dunking, der die "Top 10 der Woche" bei Magentasport anführt, einen guten Einstand. Zudem erfüllte der Combo-Guard die ihm zugedachte Rolle, Aufbauspieler Paris Lee zu entlasten. "Es ist kein Zufall, dass Paris Lee gegen Gießen sein bislang bestes Spiel für Bamberg gemacht hat", meint Moors. 17 Punkte und zehn Assists - bei nur einem Ballverlust - gelangen Lee in 32:19 Minuten Spielzeit gegen die Mittelhessen.

Beim 93:81 haben die Bamberger zwar nicht restlos überzeugt, sich aber im Vergleich zum verpatzten Champions-League-Start gegen Nymburk merklich gesteigert. Nun gilt es, gegen die Russen nachzulegen. "Wir müssen ihnen unser Spiel aufzwingen, dann sind sie verwundbar", sagt McLean.

Gäste-Check: Nischni Nowgorod

Der Verein Der Basketballklub aus der fünftgrößten Stadt Russlands (1,25 Millionen Einwohner), rund 400 Kilometer östlich von Moskau an der Wolga gelegen, wurde erst im Jahr 2000 gegründet und stieg zehn Jahre später erstmals in die erste russische Liga auf. Seit der Spielzeit 2012/13 ist BK Nischni Nowgorod festes Mitglied der osteuropäischen VTB-United-League. Der Trainer Zoran Lukic ist eine feste Größe bei BK Nischni. Der 48 Jahre alte Serbe ist mit einjähriger Unterbrechung seit 2008 im Amt. Unter seiner Leitung erreichte Nowgorod 2014 das Finale der VTB-United-League und qualifizierte sich damit für die Euroleague, in der BK Nischni 2014/15 die Top-16-Runde erreichte. Zudem führte Lukic Nishni Nowgorod dreimal ins russische Pokalfinale (2011, 2018 und 2019). Das Team Mit acht Russen und vier US-Amerikanern geht Nishni Nowgorod an den Start. Leistungsträger sind die Importspieler Darral Willis, Brandon Brown und Chavaughn Lewis. Power Forward Willis führt Nowgorod mit 17,3 Punkten und 7,8 Rebounds im Schnitt an. Aufbauspieler Brown kommt auf 16,3 Zähler und 5,5 Assists. Shooting Guard Lewis steuert 12,3 Punkte bei. Der 2,15 Meter große Center Alec Brown war in der vergangenen Saison zweitbester Shotblocker der spanischen Liga (1,6 im Schnitt).

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