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Basketball

Tops und Flops der Basketball-Saison

InFranken.de blickt auf die positiven Überraschungen und Enttäuschungen der 53. Bundesliga-Hauptrunde zurück.
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TOP: Der neue Pokalmodus ist ein Gewinn für die Liga: Louis Olinde und seine Bamberger freuten sich über den Pott.Daniel Löb
TOP: Der neue Pokalmodus ist ein Gewinn für die Liga: Louis Olinde und seine Bamberger freuten sich über den Pott.Daniel Löb
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Mit dem Start der Play-offs am Wochenende wird die heiße Phase der 53. Bundesliga-Saison eingeläutet. Wir blicken auf die positiven Überraschungen und Enttäuschungen der Hauptrunde zurück.

TOPS:

1.Deutsche Teams auf internationalem Parkett "

Bis 2020 wollen wir die stärkste Liga Europas sein!" Acht Jahre ist dieser Satz des ehemaligen Geschäftsführers der Basketball-Bundesliga (BBL), Jan Pommer, mittlerweile her. Im Jahr 2019 bleibt zu bilanzieren, dass das ambitionierte Ziel zwar wohl kaum mehr zu erreichen ist, sich die BBL aber in dieser Spielzeit zumindest wieder ein Stück an die spanische 1. Liga, die als beste des Kontinents gilt, angenähert hat. Das unterstreichen nicht zuletzt die internationalen Erfolge der deutschen Klubs - auch wenn der große Wurf in Form eines Titelgewinns ausblieb. Die Europa-Reisen von Alba Berlin (Eurocup) und s. Oliver Würzburg (Fiba Europe Cup) endeten erst im Finale, Brose Bamberg erreichte das Final Four der Champions League, und der FC Bayern München schnupperte zumindest an den Play-offs der Euroleague, in der nächste Saison sogar zwei deutsche Teams spielen werden.

2.Neuer Pokalmodus bringt Spannung zurück

Einen nationalen Pokalmodus in Zeiten eines überquellenden internationalen Basketball-Kalenders zu entwickeln, der Vereine und Fans gleichermaßen glücklich macht - nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Die BBL hat das Beste draus gemacht und mit einem "K.o.-Turnier" der 16 Erstligisten (ohne Aufsteiger) ein Format geschaffen, das mit vier Runden zumindest wieder den Charakter eines Pokalwettbewerbs mit sich bringt. Denn im alten Modus (2010 bis 2018) reichten im günstigsten Fall bereits zwei Siege für den Pokaltriumph.

3. "Vechta-Märchen": von Liga 2 in die Play-offs

Als "Fahrstuhlmannschaft" galt Rasta Vechta noch vor dieser Spielzeit in Basketball-Deutschland. Nach den bisherigen Aufstiegen in die BBL (2013, 2016) folgte der direkte Abstieg, das gleiche Schicksal wurde den Niedersachsen auch in dieser Saison prophezeit - nach den drei Pleiten zum Auftakt sahen sich viele Experten bestätigt. Doch mit einer klaren Spielphilosophie und angetrieben von einem euphorischen Umfeld entwickelte sich die Mannschaft des spanischen Trainers Pedro Calles, die zwischenzeitlich neun Spiele in Folge gewann, als Vierter der Hauptrunde zu der Überraschungsmannschaft der Liga. Nächstes Jahr könnte sogar Europa winken.

4.Mr. Triple-Double: Rasid Mahalbasic

Zweistellige Werte in drei statistischen Kategorien in einem Spiel: Während das "Triple-Double" in der nordamerikanischen Profiliga NBA aufgrund der längeren Spieldauer und des höheren Spieltempos keine Besonderheit mehr ist, hat es hierzulande Seltenheitswert. Dem Oldenburger Center Rasid Mahalbasic gelang dieses Kunststück in der Hauptrunde gleich dreimal. Doch der Österreicher überzeugt nicht nur auf dem Parkett, sondern bringt die Basketballfans auch mit seiner ehrlichen und humorvollen Art in Fernsehinterviews zum Schmunzeln.

Flops:

Ein Allstar-Day ohne die großen Namen

Die knapp 5000 Zuschauer in der Arena Trier kamen beim Allstar-Day Ende März durchaus auf ihre Kosten: Der Dunking-Contest gehörte zu den besseren in den vergangenen Jahren, die Protagonisten ließen beim Showspiel mit einigen kreativen Einlagen, wie dem spontanen Dreierwerfen statt einer Verlängerung, nichts unversucht, die Fans zu begeistern. Doch was dem vermeintlichen Treffen der Ligabesten fehlte, waren die großen Namen. Fünf der zehn Spieler sowie die Trainer, die von den Fans gewählt wurden, waren (hauptsächlich) wegen des engen Terminplans der international spielenden Klubs nicht dabei - nicht das erste Mal, dass eine Absagenflut die Veranstaltung ad absurdum führt.

2.Lizenz-Wirrwarr: 17 oder 18 Teams?

Zwei Mannschaften steigen aus Liga 1 ab, zwei Teams aus der 2. Liga steigen auf. Was simpel anmutet, ist in Basketball-Deutschland meist kompliziert - so auch in diesem Jahr. Bremerhaven und Aufsteiger Nürnberg gingen bei der Lizenzvergabe leer aus. Während sich die Causa "Bremerhaven" mit dem sportlichen Abstieg der Norddeutschen von selbst gelöst hat, ist die Besetzung des 18. BBL-Platzes weiter offen. Bekommen die Nürnberger, die Einspruch gegen die Entscheidung einlegten, im Nachgang die Lizenz? Wenn nicht, wird ein Wildcard-Verfahren eröffnet oder geht die BBL mit 17 Teams an den Start? Eine dieser Varianten wird eintreten, doch bis dahin hat der Nicht-Basketballfachmann wohl schon längst den Überblick verloren.

3.Prominente Nachverpflichtungen

Dass sich deutsche Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, den Luxus leisten können, ehemalige NBA-Spieler nachzuverpflichten, ist grundsätzlich ein gutes Zeichen. Doch für Jena (Reggie Williams, 206 NBA-Spiele) und Crailsheim (Hollis Thompson, 265) hat sich der sicher nicht unerhebliche finanzielle Aufwand nicht gelohnt. Denn beide Teams rutschten nach diesen Transfers in der Tabelle ab - für Crailsheim mit gutem Ende, für Absteiger Jena nicht. Als unglücklich darf auch das Gastspiel von Andrej Mangold bei den Fraport Skyliners bezeichnet werden. Der 32-Jährige, der durch die RTL-Show "Der Bachelor" größere Bekanntheit erlangt hatte, wurde im April von den Frankfurtern nachverpflichtet, durfte dann aber gerade mal für 77 Sekunden aufs Feld.

4. Chaos bei den Eisbären Bremerhaven

Erstmals seit 2005 müssen die Eisbären wieder in die 2. Liga - ein Gang, der nach vielen Jahren im Tabellenkeller und der chaotischen Saison 18/19 mit drei Trainern (Ex-Bamberger Arne Woltmann, Dan Panaggio, Michael Mai) nur folgerichtig erscheint. Nachdem Bremerhaven bereits bei der Lizenzvergabe wegen eines unzureichenden Eigenkapitalnachweises leer ausgegangen war, verspielten die Nordlichter mit zwei bitteren Pleiten an den letzten beiden Spieltagen gegen Alba und den MBC auch noch den sportlichen Klassenerhalt.



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