Bamberg

Top-Four-Turnier hat ausgedient

Der Pokalwettbewerb wird in dieser Saison nach einem neuen Modus ausgetragen. Die Teilnehmerzahl hat sich von sieben auf 16 Mannschaften erhöht.
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Im Jahr 2017 gewann Brose Bamberg zum fünften Mal den Pokal. Hier erhält Kapitän Elias Harris nach dem Finalsieg in Berlin über den FC Bayern München von Liga-Präsident Alexander Reil die Trophäe überreicht. Foto: Daniel Löb
Im Jahr 2017 gewann Brose Bamberg zum fünften Mal den Pokal. Hier erhält Kapitän Elias Harris nach dem Finalsieg in Berlin über den FC Bayern München von Liga-Präsident Alexander Reil die Trophäe überreicht. Foto: Daniel Löb
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Erstmals seit der Saison 2009/2010 kommt es im deutschen Basketball wieder zu einer Reform des Pokalwettbewerbs. Der Cupsieger wird künftig nicht mehr in einem Top-Four-Turnier ermittelt, zudem wird der Wettbewerb auf 16 Mannschaften ausgeweitet. Nachfolgend die Gründe für die Reform. Wie war der Pokalmodus bisher? Die sechs besten Mannschaften nach der Bundesliga-Hinrunde hatten sich für den Pokalwettbewerb qualifiziert. Sie ermittelten in einer K.o-Runde, die ausgelost wurde, drei Teilnehmer für das Top-Four-Turnier. Für dieses war der Ausrichter automatisch gesetzt. Dem Gastgeber genügten demnach zwei Siege zum Pokalsieg. Nicht nur deshalb meinte der frühere Bamberger Trainer Andrea Trinchieri über diesen Austragungsmodus: "Das ist Mist." Wie sieht der Pokalmodus künftig aus? Qualifiziert sind die 16 besten Bundesliga-Mannschaften der Vorsaison. Auf- und Absteiger dürfen demnach nicht teilnehmen. Im K.-o.-System wird der Pokalsieger über Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel ermittelt. Nach jeder Runde werden die Paarungen und damit das Heimrecht neu ausgelost. Das Top-Four-Turnier ist damit Geschichte. Was waren die Gründe für die Reform? Über eine Änderung des Modus diskutieren Vereine und Fans seit Jahren. Viele Klubs und die Anhänger der kleineren Vereine forderten eine Erhöhung der Teilnehmerzahl, die international tätigen Mannschaften befürchteten dagegen eine zusätzliche Belastung, da weitere Spieltermine im Kalender untergebracht werden müssten. Das neue Format ist ein Kompromiss, mit dem alle Seiten leben können. Die Teilnehmerzahl ist von sieben auf 16 erhöht, die Zahl der Spieltermine steigt um zwei. "Unser klares Ziel innerhalb und außerhalb der Arenen ist es, den Pokalwettbewerb als eigenständige, werthaltige und erfolgreiche Marke zu etablieren", sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Ein erster Schritt ist mit dem Verkauf der TV-Rechte an "Telekom Sport" gelungen. Der Sender überträgt alle Pokalspiele live. Warum nehmen am Pokalwettbewerb nicht wie im Fußball auch Zweitligavereine teil? Neben den bereits angeführten Terminproblemen gilt das geflügelte Fußball-Wort, "der Pokal hat seine eigenen Gesetze", im Basketball nicht. Überraschungen gibt es kaum, das zeigt der Blick zurück in die Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als noch Zweitligisten dabei waren. Daher war das Publikumsinteresse bei Spielen von klaren Außenseitern gegen einen vermeintlich "Großen" gering. Wann werden die einzelnen Runden gespielt? Das Achtelfinale findet an diesem Wochenende statt. Hier empfängt Brose Bamberg am Samstag um 20.30 Uhr s.Oliver Würzburg. Die übrigen Paarungen entnehmen Sie dem Infokasten unten. Das Viertelfinale ist für 22./23. Dezember, das Halbfinale für 20. Januar 2019 terminiert. Das Finale findet am 17. Februar 2019 statt.

Stimmen zur Pokalreform

Steffen Liebler (Geschäftsführer von s.Oliver Würzburg): "Der neue Modus ist eine absolute Bereicherung, weil wir näher an den echten Pokal rankommen. Es haben 16 Mannschaften die Chance, sich zu zeigen und mit Losglück vielleicht weit zu kommen. Wir haben gleich zu Saisonbeginn Spiele im K.o.-Modus, in dem es zu Überraschungen kommen kann. Das ist es, was den Pokal ausmacht, und das ist mit diesem Modus deutlich besser gelungen. Losglück hatten wir aber keines. Gleich zweimal hintereinander gegen Bamberg und im Pokal auch noch auswärts, viel schlechter hätte es nicht kommen können. Wir haben innerhalb der Liga viel darüber gesprochen, welcher Modus am sinnvollsten ist. Ich glaube, wir haben einen Weg gefunden, der sowohl für uns als auch für die Fans einen Mehrwert darstellt. Das Top Four war zwar immer eine tolle Veranstaltung, aber in den einzelnen Hallen werden im Viertelfinale und im Halbfinale auch einige Feste gefeiert. Daher ist der Wegfall des Top Four zu verkraften." Rolf Beyer (Geschäftsführer von Brose Bamberg): "Wir haben innerhalb der Liga in den vergangenen Jahren mehrmals über eine Pokalreform diskutiert und uns Vorschläge von verschiedenen Seiten geben lassen. Wir als Brose Bamberg befürworten diese Reform. Sie ist nicht nur ein Impuls, der von den Fans kam, die das Top-Four-Format ja immer heiß diskutiert haben. Wir wollten, dass im Pokal ein echter sportlicher Wettbewerb vorhanden ist und wir über die Saison hinweg schon vor Beginn der Play-offs in der Bundesliga das ein oder andere K.o.-Spiel sehen. Uns ist es auch gelungen, das Thema richtig zu vermarkten. Das war auch wichtig, weil das Top-Four-Turnier rein wirtschaftlich schon ein sehr sinnvolles Format ist. Andererseits hat sich der Gastgeber sozusagen ins Halbfinale eingekauft. Jetzt haben wir es geschafft, einen guten Partner zu finden und die Spiele über die Saison hinweg zu verteilen. Von daher freue ich mich, dass es schon zu diesem frühen Zeitpunkt mit den Pokalspielen losgeht."

Die Achtelfinalpaarungen im BBL-Pokal

Bamberg - Würzburg Frankfurt - Ulm Göttingen - Ludwigsburg Bremerhaven - Bonn Berlin - Bayreuth München - Gießen Oldenburg - Jena Braunschweig - Weißenfels

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