Baunach
Basketball-Interview

Tischler-Twins: in vielem gleich

Die Zwillinge Nicholas und Brandon Tischler haben das gesamte Jugendprogramm von Brose Bamberg durchlaufen und in dieser Saison den Sprung ins Baunacher ProB-Team geschafft.
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Brandon (links) und Nicholas Tischler wollen sich nach dem Abitur im Frühjahr ganz auf Basketball konzentrieren.Kilian Schmitt
Brandon (links) und Nicholas Tischler wollen sich nach dem Abitur im Frühjahr ganz auf Basketball konzentrieren.Kilian Schmitt

Von den Bischberg Baskets zu den Baunach Young Pikes: Mit Nicholas und Bran-don Tischler geht ein Zwillingspaar in der 2. Basketball-Liga auf Korbjagd - eine einmalige Konstellation in der ProB.

Die beiden 19-Jährigen, die das komplette Nachwuchs-Programm von Brose Bamberg durchlaufen haben, sprechen im Doppel-Interview über Späße in der Grundschule, die Wahl ihrer Trikotnummern und das Ziel, die "beste Version" ihrer selbst zu werden.

Wer von Euch war zuerst auf der Welt?

Brandon Tischler: Das war ich.

Habt Ihr deswegen auch die Trikot-Nummern 1 und 2 gewählt?

Nicholas Tischler: Wir beide haben Vorbilder aus der NBA. So ist Devin Booker von den Phoenix Suns einer meiner Lieblingsspieler. Und weil er die Nummer 1 trägt, habe auch ich diese Trikotnummer gewählt.

Brandon: Bei mir hat die Trikotnummer 2 auch mit meinem Vorbild zu tun - Lonzo Ball von den New Orleans Pelicans.

Brandon, macht sich dieser Geburts-Vorsprung tatsächlich bemerkbar?

Brandon: Minimal. Ich würde sagen, dass ich zu Hause etwas mehr Verantwortung habe.

Ihr seid eineiige Zwillinge: Habt Ihr Euch schon mal den Spaß gegönnt und jemanden anderen in die Irre geführt - zum Beispiel, dass sich Brandon als Nicholas ausgegeben hat?

Brandon (lacht): In der Grundschule waren wir in verschiedenen Klassen. Dort haben wir mal ausprobiert, wie es ist, wenn wir beiden die Klassen tauschen. Das hat ganz gut geklappt.

Stichwort Schule: Welche Fächer mögt Ihr, welche nicht?

Nicholas: Wir beide tun uns mit Physik schwer. Hoch im Kurs stehen dagegen Sport, Deutsch und Geschichte.

Wie sehr hat Euch Eure Familie sportlich geprägt?

Nicholas: Unsere Mutter hat Karate gemacht und ist im Besitz des zweiten schwarzen Gürtels. Wir haben die Sportart auch mal ausprobiert, aber Basketball hat uns damals mehr gefallen.

Brandon: Unser Vater war zudem Zehnkämpfer.

Was unterscheidet Euch?

Nicholas: Auf jeden Fall die Art. Brandon ist mehr so der Coole und hat den Überblick. Brandon: Ich bin mehr der Ruhigere, während Nico offener gegenüber anderen ist.

Und worin seid Ihr gleich?

Brandon: In vielem - unter anderem, was den Spielstil betrifft. Von außen betrachtet könnte man meinen, dass es sich bei uns um ein und denselben Spieler handelt.

Ihr spielt beide auf der gleichen Position, noch dazu im selben Verein - nervt das manchmal?

Nicholas: Es gibt ja noch andere Positionen, auf denen wir spielen können - beispielsweise auf der Small-Forward-Position. Oder aber man könnte Brandon oder mich auf die Vier (Power Forward, Anm. d. Red.) stellen.

Kommt es häufiger vor, dass Ihr zusammen auf dem Feld steht?

Nicholas: Zuletzt war dies im Training der Fall. Wenn Brandon (Bänderriss im rechten Fuß, Anm. d. Red.) wieder fit ist, wird es wohl auch in der Meisterschaft wieder öfter vorkommen.

Für Shooting Guards ist Eure Dreier-Bilanz eher unterirdisch: Woran liegt das?

Brandon: Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass unser Wurf früher noch erheblich schlechter war. Mittlerweile passt er, im Training treffen wir gut. Im Spiel ist es vermutlich eine Kopfsache, das Ganze umzusetzen. Aber wir arbeiten daran. Jeden Tag, wenn wir von der Schule kommen, sind wir die Ersten, die eine Stunde vor dem offiziellen Trainingsbeginn in der Halle sind und werfen. Früher oder später wird sich das Engagement auszahlen.

Kommen wir zu den Stärken...

Nicholas und Brandon: Auf jeden Fall der Zug zum Korb - und die Defense. Die hat höchste Priorität im Team. Das ist auch gut für uns, weil wir Pick and Roll switchen und zudem Große verteidigen können.

Wie habt Ihr Eure Vorliebe für Basketball entdeckt?

Nicholas: Eine Freundin unserer Mutter war Cheerleaderin bei GHP Bamberg. Und die hat ihr den Tipp gegeben, uns mal zum Basketball zu schicken - zu den Bischberg Baskets damals. Dort hat es uns gefallen, deswegen sind wir dabeigeblieben.

Spielen andere Sportarten in Eurem Leben eine Rolle?

Brandon: Rudern, einmal im Jahr bei Holger Geschwindner.

Nicholas: Schwimmen macht ebenfalls Spaß.

Welche Vorbilder habt Ihr?

Nicholas: Sportler, die sich sozial engagieren. LeBron James beispielsweise, der Schulen gegründet hat und sich für Menschen einsetzt.

Was sind Eure sportlichen Ziele?

Brandon: So viel zu trainieren, dass wir die beste Version von uns sind. Wo das letztlich hinführt, wird sich zeigen. Wichtig ist, dass wir unser volles Potenzial ausschöpfen.

Nicholas: Man merkt, dass gewisse Anlagen vorhanden sind - physisch und auch athletisch. Es ist jetzt an uns, Technik und Spielstil weiter auszuarbeiten.

Habt Ihr Euch mal Gedanken darüber gemacht, wie es weitergehen könnte, falls es mit dem Leistungssport nicht funktionieren sollte?

Brandon: Aktuell machen wir unser Abitur, das ist unser größtes Ziel - zumal wir sehr schlecht in der Schule waren. Über die Haupt- und später dann die Realschule haben wir es bis aufs Gymnasium geschafft. Nach dem Abitur am Theresianum liegt der Fokus zunächst einmal auf Basketball.

Welcher Trainer hat Euch bis jetzt am meisten geprägt?

Nicholas: Tatsächlich Mario (Dugandzic, Headcoach der Baunach Young Pikes, Anm. d. Red.). Wir hatten davor zwar schon einige Trainer, die eine gewisse aggressive Philosophie hatten, aber Mario mit seinen Vorstellungen passt sehr gut zu uns. Man merkt, dass er eine Idee hat.

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Dirk Kaiser.

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