Bamberg
Basketball

Teneriffa in der Zone bärenstark

Die Gastgeber der Bamberger am Dienstagabend sind in der Champions League noch ungeschlagen. Vor allem aus der Nahdistanz gestattet das Team von der Kanareninsel seinen Gegnern wenig Punkte. Der Protest gegen das Spiel in Oldenburg wird fallen gelassen.
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Den 2,16 Meter großen Georgier Giorgi Shermadini im kanariengelben Trikot von Iberostar Teneriffa gilt es für die Bamberger zu kontrollieren. Im Hintergrund rechts der Finne Sasu Salin. Foto: championsleague.basketball
Den 2,16 Meter großen Georgier Giorgi Shermadini im kanariengelben Trikot von Iberostar Teneriffa gilt es für die Bamberger zu kontrollieren. Im Hintergrund rechts der Finne Sasu Salin. Foto: championsleague.basketball

Vor einer großen Herausforderung stehen die Bamberger am Dienstagabend (20.30 Uhr, live bei DAZN) in der Basketball-Champions-League (BCL). Auf der Ferieninsel Teneriffa sind sie zum Vorrundenabschluss zu Gast beim Tabellenführer der Gruppe C. Das Team von Iberostar Teneriffa ist über alle vier Gruppen das einzige, das bisher alle sechs Partien gewonnen hat. Dabei fällt auf, dass die letzten vier Siege allesamt knapp mit vier und weniger Punkten Differenz ausfielen.

Shermadini beherrscht die Zone

Die Mannschaft von Trainer Txus Vidoretta führt der Georgier Giorgi Shermadini an. Der 2,16 Meter große Center besticht in der BCL mit 15 Punkten und sechs Rebounds im Schnitt pro Spiel. Auch wenn Shermadini im Schnitt nur 0,5 Würfe pro Spiel blockt, so verändert er doch mit seiner Präsenz in der Zone die Angriffe der Gegner und sorgt mit dafür, dass die Tinerfeños das Team stellen, das mit 29 Zählern die viertwenigsten Punkte aus der Nahdistanz zulässt. Die Bamberger sind also gefordert, ihre schwache Bilanz von im Schnitt 26 erzielten Punkten in der Zone zu verbessern. Denn auf Bambergs Treffsicherheit von außen ist derzeit kein Verlass. Nach dem herausragenden Spiel in Frankfurt mit 56 Prozent Trefferquote fielen bei Paris Lee & Co. in den folgenden Partien weniger als ein Drittel ihrer Versuche in den Korb (Würzburg 16 Prozent, Oldenburg 28). Und auf Würfe aus der Distanz ist das Team angesichts des noch fehlenden Ersatzes für Michael Carrera auf der großen Position 4 beziehungsweise 5 angewiesen.

Teneriffa ist aber auch bei den Guards gefährlich. Kopf der Gastgeber ist Aufbauspieler Marcelinho Huertas (11,5 Punkte, 7,5 Assists). Der 36-jährige Brasilianer wechselte vom Euroleague-Teilnehmer Baskonia Vitoria auf die Kanaren-Insel. Davor war er zwei Spielzeiten in der NBA für die Los Angeles Lakers aktiv (76 Spiele), ehe es ihn wieder nach Europa zog, wo er seit 2004 vorwiegend in der spanischen ACB auflief. In der stärksten europäischen Liga waren die Insulaner am Sonntag noch auf dem Festland beim FC Barcelona gefordert und verloren dort mit 71:103 sehr deutlich. Mit sechs Siegen bei fünf Niederlagen liegt Teneriffa in der ACB-Tabelle derzeit auf Rang 8.

Nicht mehr im Iberostar-Team steht der drei Jahre für Bamberg spielende Lucca Staiger. Der Vertrag des 31-jährigen Ex-Nationalspielers lief nach einer Saison für Iberostar aus.

Lucca Staiger wartet auf Angebot

Derzeit wartet der Shooting-Guard auf der Kanaren-Insel, wo er sich mit seiner Freundin ein Haus gekauft hat, mit dem gemeinsamen Kind auf ein passendes Angebot. "Die Lebensqualität hier ist unfassbar. Ich bin fit und mir sicher, dass zeitnah etwas Passendes kommt", sagte er im Magazin BIG. Staiger dürfte sich die Partie in der Santiago-Martin-Arena unweit der Hauptstadt Santa Cruz nicht entgehen lassen.

Das Brose-Team flog am Montag nach der bitteren 68:71-Niederlage in Oldenburg von Hamburg aus auf die Kanaren und wird nach der Partie seine einwöchige Spielpause nicht bei 21 Grad am Fuß des Teide beginnen, sondern bereits am Mittwoch wieder ins kalte Mitteleuropa zurückkehren. Am Donnerstag können die Spieler die Füße hochlegen, ehe die Vorbereitung auf den BCL-Rückrundenstart am nächsten Dienstag gegen Nymburk beginnt. Am Wochenende ist Bamberg in der Bundesliga spielfrei.

Lehren aus Oldenburg

Aber bevor es soweit ist, will das Team von Trainer Roel Moors nach zwei Niederlagen in der Bundesliga wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Der Belgier nimmt trotz der Niederlage in Oldenburg auch aus der Partie vom Sonntagabend etwas für die von heute mit. "Wir müssen dicht am Mann sein und dürfen den Gegner in der Zone nicht zur Entfaltung kommen lassen. Das haben wir phasenweise gegen Rasid Mahalbasic gut gemacht. Daran müssen wir gegen Shermandini anknüpfen", sagt Moors und betont: "Wir müssen mit Selbstvertrauen spielen, nur dann haben wir eine Chance." Das fehlte in der Schlussphase erneut, als die Bamberger fünf Minuten vor Schluss nach einer 64:61-Führung viereinhalb Minuten ohne Punkt blieben und so die Oldenburger die Partie noch drehen ließen.

"Es ist gut, dass wir direkt wieder spielen. Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben, jetzt haben wir die Chance, es gleich besser zu machen", sagt Paris Lee, der keine guten Erinnerungen an den kommenden Gegner hat. Mit seinem Ex-Klub Antwerpen unterlag er im Champions-League-Halbfinale im Mai den "Gelben" und erzielte dabei nur vier Punkte.

Bamberg verfolgt Protest aus Oldenburg nicht weiter

Brose Bamberg hat den am Sonntagabend eingelegten Protest nicht weiter verfolgt. Wie Jens Staudenmayer, kaufmännischer und sportlicher Leiter der BBL in Köln, gestern auf Nachfrage mitteilte, hätten die Bamberger bis Montag, 12 Uhr, eine Protestbegründung einreichen müssen. Darauf verzichteten sie, da ein Protest keinen Aussicht auf Erfolg gehabt hätte. Die Schiedsrichter hatten übersehen, dass eine Sekunde vor Schluss Rasid Mahalbasic beim Sprung nach dem Ball auf der Seitenauslinie stand. Da jedoch kein Pfiff erfolgte und somit die Spieluhr ablief, handelt es sich um eine Tatsachenentscheidung, die nicht revidierbar ist. "Ein sehr ärgerlicher Fehler", wie Staudenmayer sagte, der bestätigte, dass das Benutzen des Videobeweises einen Regelverstoß der Schiedsrichter dargestellt hätte. Der hätte beispielsweise nach einem Pfiff nur dazu verwendet werden können, um zu sehen, wer den Ball ins Aus befördert hätte oder wie viel Zeit auf der Uhr verblieben wäre.

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