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Basketball

Teneriffa für Brose-Trainer Moors ein Vorbild

Dem Bamberger Trainer gefällt die Spielweise des Kanaren-Klubs. Sein Team verlor beim ungeschlagenen Gruppenersten zum Vorrundenende der Champions League mit 64:82. Die Franken waren über weite Strecken gleichwertig.
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Das Duell auf der Aufbauposition ging an Marcelinho Huertas (re.). Der 36-jährige Brasilianer im Trikot von Iberostar Teneriffa erzielte zwar nur sechs Punkte, bediente jedoch 13-mal seine Teamkollegen mit Pässen zum Korberfolg. Bambergs Paris Lee überzeugte mit einer perfekten Quote von der Dreierlinie (4 von 4), trat aber als Organisator und Passgeber (1 Assist, 4 Ballverluste) kaum in Erscheinung. Foto: championsleague.basketball
Das Duell auf der Aufbauposition ging an Marcelinho Huertas (re.). Der 36-jährige Brasilianer im Trikot von Iberostar Teneriffa erzielte zwar nur sechs Punkte, bediente jedoch 13-mal seine Teamkollegen mit Pässen zum Korberfolg. Bambergs Paris Lee überzeugte mit einer perfekten Quote von der Dreierlinie (4 von 4), trat aber als Organisator und Passgeber (1 Assist, 4 Ballverluste) kaum in Erscheinung. Foto: championsleague.basketball
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Viele Erkenntnisse können die Verantwortlichen von Brose Bamberg nach ihrem Trip auf die Kanaren-Insel Teneriffa gewinnen. Nicht nur das Wetter ist besser als in Bamberg - das war schon vorher klar -, auch die Basketballer von Iberostar Teneriffa traten als Team so auf, wie es sich Brose-Trainer Roel Moors für seine Männer vorstellt. "Teneriffa ist bereits da, wo wir hinwollen. Das Team spielt auf beiden Seiten kontrollierten Basketball, und steht zu Recht oben. Das müssen wir respektieren", sagte der 40-jährige Belgier nach der 64:82 (30:37)-Niederlage seiner Mannschaft.

Im Aufeinandertreffen der Teams, die in der Basketball-Champions-League (BCL) im Schnitt die wenigsten Gegenpunkte zulassen, begannen die Bamberger mit viel Energie, so wie es Coach Moors gefordert hatte. Vor allem Christian Sengfelder sprühte förmlich vor Einsatzfreude, hatte nach zehn Minuten (17:19) bereits neun Punkte und zwei Offensivrebounds gesammelt.

Teneriffa beginnt zu treffen

Bis 40 Sekunden vor der Pause waren die Franken in der Santiago-Martin-Arena ebenbürtig. Zu diesem Zeitpunkt begannen die Gastgeber nach fünf Fehlversuchen zuvor nun auch von außen zu treffen. Der Finne Sasu Salin und Dani Diez sorgten mit Dreiern für die 37:30-Halbzeitführung. "In dieser Phase und in der zweiten Hälfte war unsere Energie teilweise weg. Das nutzte Teneriffa zu einem Lauf. Für uns war es schwer zurückzukommen", sagte Bambergs Topscorer Sengfelder (20 Punkte/7 Rebounds).

Nach Salins zweitem Dreier zum 40:30 liefen die Bamberger stets mit Abstand hinterher. Acht Punkte betrug nach dem vierten Dreier von Paris Lee zum 43:51 (29. Minute) der geringste Rückstand. "Wir waren hintendran, aber noch im Spiel. Wir haben offensiv ein paar schlechte Entscheidungen getroffen, waren defensiv einige Male zu langsam", kritisierte Moors.

Die richtigen Entscheidungen traf bei Teneriffa vor allem Marcelinho Huertas. Der Routinier zog geschickt die Fäden und kam auf insgesamt 13 Assists. Von seinen Vorlagen profitierte besonders der 2,17 Meter große georgische Centerhüne Giorgi Shermadini, der nach verhaltenem Beginn immer stärker wurde, 19 Punkte (8 von 12/5 Rebounds) erzielte und mit sechs Zählern in Folge zum 75:60 den Sieg seines Teams sicherstellte. Viereinhalb Minuten vor dem Ende hatten die Gäste beim Stand von 69:60 noch einmal Hoffnung geschöpft.

Schwache Trefferquote

Letztlich stellten die Tinerfeños das bessere Kollektiv, was sich beispielsweise in der Anzahl der Assists zeigt. Teneriffa kam auf 22, die gesamte Bamberger Mannschaft hatte nur zehn Vorlagen zu Buche stehen, drei weniger als Huertas alleine. Dies lag auch daran, dass das Brose-Team selbst gut herausgespielte freie Würfe nicht traf, was folgerichtig keinen Assist ergibt. Darüber hinaus generierten die Gäste aus ihren 16 Offensivrebounds nur 14 Punkte. Zur schwachen Trefferquote aus dem Feld trug bis auf Paris Lee (4 von 6) und den erfrischend aufspielendem "Carrera-Ersatz" Mateo Seric aus dem Baunacher ProB-Team (5 Punkte ohne Fehlwurf) fast jeder bei. Beispiele: Louis Olinde (0 von 6 / 6 Rebounds), Tré McLean (2 von 8), Bryce Taylor (1 von 5), Elias Harris (2 von 9), Assem Marei (2 von 6) oder Nelson Weidemann (2 von 5). Selbst Sengfelder fiel nach seinem starken Beginn ab (7 von 16).

Nur zwei überperformen

Letztlich reichen den Bambergern eben zwei Spieler, die überdurchschnittlich performen, nicht aus, um einen Spitzenklub zu schlagen, bei dem vier Spieler zweistellig punkten und das Team mit 53-prozentiger Sicherheit aus dem Feld trifft (Bamberg 35 Prozent). Moors nahm aber auch positive Erkenntnisse mit: "Ich kann meiner Mannschaft in den ersten 19 Minuten nichts vorwerfen. Wir haben im Spiel über weite Strecken den Ball gut verteilt und offensiv sehr gut gereboundet."

Ob das in der BCL-Rückrunde reicht, um unter die besten vier Teams der Gruppe zu kommen und das Achtelfinale zu erreichen, wird die Rückrunde zeigen. Am kommenden Dienstag (20 Uhr, Brose-Arena) ist der Gruppenzweite Nymburk zu Gast in Bamberg.

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