Memmelsdorf

SV Memmelsdorf ist mit Platz 5 zufrieden

Nach der Umgruppierung in die Nordwest-Staffel spielen die Memmelsdorfer in der neuen Heimat eine gute Rolle. Sorgen bereiteten bislang allerdings das Verletzungspech und die Ladehemmung von Torjäger Sperlein.
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Philipp Hörnes (links) traf in dieser Saison schon achtmal für den SV Memmelsdorf. Foto: sportpress
Philipp Hörnes (links) traf in dieser Saison schon achtmal für den SV Memmelsdorf. Foto: sportpress

Zur Winterpause belegt der SV Memmelsdorf in der Fußball-Landesliga Nordwest mit 33 Punkten den fünften Tabellenplatz. Die Truppe von Trainer Gerd Schimmer liegt damit im Soll, wenngleich etwas mehr drin gewesen wäre. Aber enttäuscht sind die Verantwortlichen nicht. Die Saison ist für die Oberfranken beileibe noch nicht gelaufen. Bei noch 13 ausstehenden Spielen beträgt der Rückstand auf Platz 2 und den dort platzierten SV Alemannia Haibach sechs Punkte.

Einige Sorgen bereitete allerdings Torjäger Dominik Sperlein, der in den letzten Wochen unerklärliche Ladehemmung hatte. Am Saisonende wird sich beim SVM einiges bewegen. Für Trainer Gerd Schimmer und seinen spielenden Co-Trainer Dominik Sperlein ist - wie berichtet - dann Schluss. Auch auf Funktionärsebene wird es Veränderungen geben. Als neuer Sportlicher Leiter steht Kevin Ray fest.

Im Sommer traf etwas überraschend die Nachricht in Memmelsdorf ein, dass der Bayerische Fußball-Verband (BFV) bei seiner Einteilung der fünf Landesligen den SV Memmelsdorf zusammen mit dem 1. FC Lichtenfels, SV Friesen, FC Coburg und dem Aufsteiger VfL Frohnlach fünf Klubs aus Oberfranken in die Landesliga Nordwest eingeteilt hat. "Es war für uns zunächst nicht einfach, die Liga einzuschätzen, denn es hat sich ja doch einiges geändert. Wir sind aber mit dem Ziel Platz eins bis fünf in die Saison gegangen. Nun sind wir in der Winterpause Fünfter, liegen damit im Soll und können zufrieden sein. Wir haben sogar noch Tuchfühlung zu Platz zwei, der noch in Reichweite ist. Es ist also bei einem guten Verlauf der Restrückrunde noch einiges möglich. Denn es sind ja schließlich noch 39 Punkte zu vergeben”, zeigt sich SVM-Coach Schimmer einerseits zufrieden. Er ist zugleich auch zuversichtlich, was die letzten drei Monate ab März angeht. Immerhin hielt sich seine Elf bis auf die Spieltage 2 und 3 immer auf einem einstelligen Tabellenplatz auf. Die Mannschaft pendelte zwischen den Positionen sechs und drei hin und her.

Großes Verletzungspech

Ein gravierendes Problem gab es allerdings, und das war die große Verletztenmisere: "Es hat nur wenige Spieler gegeben, die überhaupt nicht betroffen waren”, sagt Schimmer, der sein Team immer wieder umbauen musste, was auf Kosten der Konstanz ging. Wladislaw Nikiforow zog sich einen Kreuzbandriss zu und kam noch zu keinem Einsatz. Dominic Leim und Nicolai Schwinn mussten lange passen, und auch die Muskelverletzungen bei Oliver Kratz und Fabian Baumüller waren langwierig. Zudem laborierte Sebastian Ruschig an einem Bandscheibenvorfall.

Schimmer lobt die Mannschaft grundsätzlich: "Der große Zusammenhalt war herausragend, das hat zum Erfolg beigetragen. Damit konnten auch die personellen Probleme oftmals kompensiert werden.” Steigerungspotenzial sei aber vorhanden: "Wir brauchen etwas mehr Cleverness und mehr Ruhe am Ball. Dann können wir noch mehr erreichen”, weiß der SVM-Trainer.

Rückblickend war eines besonders positiv: Der SV Memmelsdorf fügte dem souveränen Tabellenführer und Neuling Vatan Spor Aschaffenburg mit dem 3:1-Sieg die bisher einzige Saisonniederlage zu: "Das war mit Sicherheit ein Highlight, auf das wir stolz sind”, freut sich Schimmer.

Sperlein trifft nicht mehr

Ein Problem gibt es allerdings. Dominik Sperlein, der mit 34 Treffern in der vorigen Saison zusammen mit Andreas Hohlenburger vom SC Eintracht Freising bester Torschütze aller fünf Landesligen gewesen ist, hat in der laufenden Spielzeit in 20 Partien erst siebenmal getroffen. Den letzten Sperlein-Treffer gab es beim 4:1-Sieg beim ASV Rimpar am 7. September, als der 28-Jährige doppelt traf. Seither herrscht Flaute beim einstigen Knipser vom Dienst.

Sperlein, dem zahlreiche Anfragen von anderen Vereinen vorlagen, hatte sich Anfang dieses Jahres frühzeitig zum Bleiben entschieden. Auch, weil er zum Co-Trainer von Schimmer befördert wurde. Ob das Auswirkungen auf seine Treffsicherheit hatte? "Das haben wir uns auch überlegt. Aber es ist sicher so, dass jeder Stürmer mal eine Phase hat, in der er nicht trifft. Chancen hatte Dominik aber immer wieder. Ich hoffe, dass ihm die Pause gut tut und er in den nächsten Spielen wieder trifft. Immerhin ist er nach wie vor einer der Toptorjäger in Franken”, sagt Schimmer.

Noch alles drin

Ein treffsicherer Goalgetter Sperlein, weniger Verletzungen und etwas mehr Konstanz können dem SV Memmelsdorf in den restlichen 13 Spielen noch zu einem Höhenflug verhelfen, der zu Platz 2 führen könnte. Es ist also noch alles drin.

Am Saisonende stehen beim SV Memmelsdorf Veränderungen ins Haus. Schimmer hat von den Verantwortlichen erfahren, dass der Verein für die Spielzeit 2020/21 nicht mehr mit ihm planen. Auch für Sperlein (28) ist zumindest als Co-Trainer Schluss. Die Memmelsdorfer wollen mit einem Spielertrainer in die kommende Runde gehen. Marco Krötsch, der sportliche Leiter, wird sein Amt zum Ende dieser Spielzeit aufgeben. "Das hat zeitliche Gründe. Ich werde aber im Verein bleiben und weiterhin für organisatorische Dinge zuständig sein”, lässt der 41-Jährige wissen. Sein Nachfolger wird Kevin Ray.

Auf die Frage, ob es in der Winterpause Spielerwechsel geben wird, antwortet Krötsch: "Stand jetzt ist mir nichts bekannt.” Das Transferfenster ist allerdings noch bis zum 31. Januar 2020 geöffnet.

Die bisherige Saison des SVM in Zahlen

Heimbilanz 19 Punkte (5 Siege, 4 Unentschieden, 1 Niederlage = Platz 4) Auswärtsbilanz 14 Punkte (4 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen = Platz 10) Torverhältnis 36:27 (19:9 Heimtore, 17:18 Auswärtstore) Beste Platzierung 3. Schlechteste Platzierung 13. Zuschauer 1310 gesamt (Schnitt 131, Vorjahr 145) Rote Karten keine Gelb-Rot Dominik Sperlein (2), Philipp Hörnes, Daniel Krüger, Henrik Schwinn und Maximilian Hoffmann

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