Bamberg
Basketball

Stuckey: Wir müssen von Anfang an Gas geben

Maurice Stuckey von Brose Bamberg erwartet zum Bundesligastart bei seinem Ex-Verein in Würzburg ein hitziges Derby.
Artikel drucken Artikel einbetten

Fünf Jahre lang, davon die letzten drei in Folge, hat Maurice Stuckey das Trikot der Würzburger Bundesliga-Basketballer getragen. Doch wenn der Neuzugang von Brose Bamberg beim Aufwärmen vor dem ersten Bundesligaspiel am Samstagabend (20.30 Uhr) auf dem Parkett der s.Oliver-Arena auf die andere Seite des Feldes schaut, wird er dort nur zwei bekannte Gesichter erkennen. Denn vom letztjährigen Team der Unterfranken sind nur Center Kresimir Loncar und das Würzburger Eigengewächs Felix Hoffmann übrig geblieben.

Dennoch freut sich Stuckey auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein und hofft auf einen warmen Empfang: "Ich habe noch nie als Gegner in Würzburg gespielt. Es ist ganz lustig, das jetzt mal von der anderen Seite aus zu erleben. Da wir uns im positiven Sinn getrennt haben, gehe ich mal davon aus, dass ich von den Fans freundlich begrüßt werde. Das hoffe ich jedenfalls."

Seine Bamberger Teamkollegen dagegen können sich darauf gefasst machen, dass der unterfränkische Anhang ihnen in der kleinen, mit 3140 Zuschauern stets ausverkauften "Turnhölle" einen heißen Tanz bereiten wird. Für sechs der sieben Bamberger Neuzugänge ist es das erste Derby. Nicht nur Stuckey hat sie deshalb bereits vor der Kulisse gewarnt. "Auch Kapitän Nikos Zisis hat schon darüber geredet, was uns dort erwartet. In Würzburg musst du versuchen, die Fans aus dem Spiel zu halten. Deshalb müssen wir von Anfang an Gas geben", sagt der Flügelspieler. "Keiner in Bamberg hat Lust, so etwas wie letztes Jahr nochmal zu erleben."

Denn zu Beginn der vergangenen Saison verlor der damalige deutsche Meister überraschend - ebenfalls zum Saisonstart - mit 73:76 bei den Unterfranken. Es war der erste Sieg der Würzburger über den oberfränkischen Rivalen nach zuvor 14 Niederlagen in Serie. Zehn Punkte steuerte Stuckey, hinter seinem damaligen Teamkollegen Robin Benzing zweitbester deutscher Scorer der vergangenen Bundesligasaison, zum Überraschungserfolg bei. Doch nicht nur diese beiden Leistungsträger mussten die Würzburger ziehen lassen. Neun weitere Abgänge gab es zu verkraften, darunter auch die Brose-Leihgabe Leon Kratzer. Und auch Trainer Dirk Bauermann ist nicht mehr an Bord.

Schlagkräftiges Team

Sein Nachfolger Denis Wucherer hat aber dennoch ein schlagkräftiges Team zur Verfügung, denn die Würzburger haben es geschafft, die Abgänge adäquat zu ersetzen. Auf den kleinen Positionen weisen Brad Loesing (zuletzt Oldenburg), Skyler Bowlin (Jena) und Jordan Hulls (Bremerhaven) gehobenes Bundesliga-Format auf, unter den Körben haben Xavier Cooks (Winthrop University) und Perry Ellis (Cantu) in der Saisonvorbereitung gezeigt, dass sie die gewünschten Verstärkungen sind. "Die Würzburger sind sehr athletisch, ich mag die Art, wie sie spielen. Sie überstürzen nichts, jeder Spieler kennt seine Rolle. Und sie haben gute Schützen. Darauf müssen wir am meisten aufpassen", meint Brose-Trainer Ainars Bagatskis, der den Gegner anhand von Videoaufzeichnungen der Vorbereitungsspiele analysierte.

In diesen überzeugten die Unterfranken, die den Einzug in die Play-offs anstreben, wie die Bamberger vor allem in der Offensive. In den letzten drei Testspielen gegen Braunschweig (93:86), Bonn (95:79) und Jena (94:88) erzielten sie jeweils über 90 Punkte.

Wucherers Meistertipp: Bamberg

"Die Art und Weise, wie wir spielen und die Jungs miteinander umgehen, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir im Verlauf der Saison viel von der Mannschaft erwarten können. An einem guten Tag können wir jeden Gegner schlagen", meint Wucherer. Der Würzburger Coach tippte in einer Umfrage als einziger Bundesligatrainer auf die Bamberger als Meister. Seine Begründung: "Sie haben sehr viel Qualität im Kader und nicht mehr die hohe Belastung durch die Euroleague."



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren