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Stegaurach
Frauenfußball

Steffan Seidler setzt neue Reizpunkte und tritt zurück

Der Motor der Stegauracher Fußballerinnen tritt kürzer. Sein Amt als Damentrainer gibt er ab, bleibt der SpVgg aber als sportlicher Leiter erhalten.
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Steffan Seidler Foto: privat
Steffan Seidler Foto: privat
Als Trainer hat Steffan Seidler in den vergangenen acht Jahren den Frauen- und Juniorinnenfußball der SpVgg Stegaurach maßgeblich geprägt und war für den Verein fast pausenlos im Einsatz. Jetzt tritt der 47-Jährige kürzer. Seidler ist als Trainer der ersten Frauenmannschaft, die er von der Kreisklasse bis in die Landesliga geführt hat, überraschend zurückgetreten.

Warum legen Sie ausgerechnet nach dem größten Erfolg, dem Aufstieg in die Landesliga, ihr Traineramt nieder?
Steffan Seidler: Es wäre zu einfach zu sagen, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Spätestens nach der Meisterfeier am Ende der vergangenen Saison habe ich gemerkt, dass ich innerlich platt war. Ich konnte mich für die neue Saison nicht mehr motivieren. Ich war jetzt acht Jahre lang Betreuer von Juniorinnen und Damen und habe jetzt neue Reizpunkte gesucht, für die Mannschaften und für mich. Es war eine Abnutzung vorhanden. Ich war ja noch mit der Damenmannschaft kürzlich im Trainingslager im Ötztal und habe dort Gespräche mit unserer Mannschaftsführerin Katrin Schäder geführt. Dabei ist für mich die Entscheidung gefallen, dass es besser ist, wenn ein neuer Trainer kommt. Außerdem habe ich einen sechsjährigen Sohn. Raphael kommt jetzt in die Schule. Da ich bislang die U17 Juniorinnen- und eine Damenmannschaft trainiert habe, war ich das gesamte Wochenende nur auf dem Fußballplatz. Und während ich jetzt am PC sitzen und die kommenden Gegner analysieren würde, werde ich nach diesem Interview mit meinem Sohn in den Garten gehen und mit ihm spielen.

Sie werden sich nicht komplett aus der Vereinsarbeit zurückziehen. Welche Rolle spielen sie künftig im Stegauracher Frauen- und Juniorinnenfußball?
Mit der Vorsitzenden Claudia Stäblein ist abgesprochen, dass ich Sportlicher Leiter nicht nur für die Landesliga-Damen, sondern für den gesamten Damen- und Juniorinnenbereich bin. Mein Steckenpferd ist ja die Jugendarbeit, und hier werde ich in Zusammenarbeit mit Helmut Simon die U17-Mannschaft weiter trainieren. Nachdem die sie sportlich aus der Landesliga abgestiegen ist, hatte ich Angst, dass sie auseinanderbricht. Aber wir haben nur eine Spielerin verloren, die dem Ruf des 1. FC Nürnberg gefolgt ist. Wir haben sechs Neuzugänge, gehen aber nicht in der Bezirksoberliga, sondern in der Bezirksliga an den Start. Das hat der Verband nach unserem Austritt aus der JFG Steigerwald so entschieden. Natürlich wollen wir die Mädchen wieder dorthin führen, wo sie hergekommen sind. Ich will da gar kein Trübsal blasen, sondern habe schon wieder Feuer gefangen, mit den Juniorinnen wieder etwas aufzubauen.

Wenn Sie auf die vergangenen acht Jahre zurückblicken. Was bleibt am stärksten in Erinnerung?
Ein Trainer spricht gerne von seinen sportlichen Erfolgen. Das mache ich aber weniger. Natürlich hatten wir Erfolge, sonst würden wir nicht so hochklassig spielen, aber dieses Wir-Gefühl in den Damen- und Juniorenmannschaften war mir immer wichtig. Die vielen gemeinsamen Unternehmungen mit den Spielerinnen und den Eltern bleiben mir ewig im Gedächtnis. Ich bin ein Familienmensch, und so halte ich es auch mit meinen Mannschaften. Auch die Eltern haben viel zum Erfolg beigetragen.

Mit Otmar Schäder steht der neue Damentrainer bereits fest. Haben Sie Ihren Nachfolger selbst ausgesucht?
Jein. Ich habe mich mit meiner Spielführerin Katrin Schäder über die Vorgehensweise unterhalten. Wir machten uns beide Gedanken wegen Alternativen und wollten jemanden nehmen, der die Mannschaft schon kennt und wenig Einarbeitungszeit braucht. Durch seine Tochter kennt Otmar die Mannschaft, er ist ja bei fast allen Spielen als Zuschauer dabei. Außerdem war er früher selbst ein guter Trainer. In Tretzendorf war er sehr umtriebig, zuletzt war er Co-Trainer in Neuschleichach. Er besitzt Charaktereigenschaften, die ich an einem Trainer sehr schätze. Die Mannschaft braucht keine Komplettumstellung auf einen Admiral, sondern jemanden, der charakterlich zu ihr passt. Otmar fügt sich da sehr gut ein. Als Sportlicher Leiter mag ich zwar das Sagen haben, aber auf dem Platz werde ich mich nicht mehr einmischen.

Die Fragen stellte
Peter Seidel
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