Bamberg
Basketball

Sieg mit mindestens neun Punkten muss für Platz 1 her

Nach der Niederlage in Israel steht die deutsche Mannschaft am Sonntag in Bamberg gegen Griechenland im Kampf um Gruppenplatz 1 in der WM-Qualifikation unter Druck.
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Paul Zipser (Mitte) zieht gegen die Israelis Yiftah Ziv (links) und Bar Timor zum Korb und erzielt zwei seiner 15 Punkte. Der 25-Jährige verletzte sich allerdings. Ein Einsatz in Bamberg ist noch offfen.  Foto: Berney Ardov/dpa
Paul Zipser (Mitte) zieht gegen die Israelis Yiftah Ziv (links) und Bar Timor zum Korb und erzielt zwei seiner 15 Punkte. Der 25-Jährige verletzte sich allerdings. Ein Einsatz in Bamberg ist noch offfen. Foto: Berney Ardov/dpa
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In welchem Lostopf der Name "Germany" liegt, wenn am Samstag, 16. März, in Shenzhen (China) die Gruppen für die im September stattfindende Basketball-Weltmeisterschaft ausgelost werden, wird am Sonntagabend (18 Uhr/Magenta Sport) in der Bamberger Brose-Arena ermittelt. Mit einem Sieg über Griechenland mit mehr als acht Punkten Differenz wird das Team von Bundestrainer Henrik Rödl im Topf der Gruppensieger landen. Der verspricht ein leichteres Vorrundenprogramm, weil man damit einigen Schwergewichten der Basketball-Welt aus dem Weg gehen würde. Qualifiziert ist das deutsche Team ohnehin.

Spektakel bei der Auslosung

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Der Weltverband Fiba macht aus der Auslosung in der Bay-Sports-Arena in Shenzhen ein großes Event mit den Ex-NBA-Stars Kobe Bryant und Yao Ming sowie R&B-Sänger Jason Derulo. Wer die Lose zieht, dürfte Henrik Rödl ziemlich egal sein. Der Bundestrainer blickt nach der 77:81-Niederlage am Donnerstag in Israel dem Spiel am Sonntag gegen Griechenland trotz einer durchwachsenen Leistung seiner Mannschaft optimistisch entgegen. "Wir werden alles tun, um die Qualifikation am Sonntag gegen Griechenland mit einem Sieg zu beenden", sagte er.

Lo und Barthel kommen dazu

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Von den zwölf in Tel Aviv eingesetzten Spielern muss der 49-jährige Coach zwei streichen, denn aus Madrid fliegen für das letzte Quali-Spiel noch die beiden Münchner Maodo Lo und Danilo Barthel ein. Mit dem FC Bayern waren sie am Freitagabend in der Euroleague bei Real im Einsatz. Streichkandidaten dürften der 19-jährige Jonas Mattisseck (Alba Berlin) und der Braunschweiger Christian Sengfelder (25) sein. Die beiden Neulinge hatte Rödl, wie den Würzburger Joshua Obiesie (18), der nach dem Auftaktlehrgang in Frankfurt anfang der Woche bereits als 13. Mann gestrichen wurde, eingeladen, um Nationalmannschaftsluft zu schnuppern. So wie Rödl 1987 selbst, als er als 18-Jähriger im DBB-Trikot sein Debüt gab. Sechs Jahre später wurde der gebürtige Offenbacher Europameister und war auch 2002 beim Gewinn der WM-Bronzemedaille dabei.

Traum von der Olympia-Qualifikation

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Von einer WM-Medaille träumt man beim Deutschen Basketball-Bund (DBB) auch 2019. Vizepräsident Armin Andres sprach bereits vom WM-Halbfinale oder einem Startplatz bei Olympia 2020 in Tokio. "Wir fahren inzwischen selbstbewusst zu solchen Großereignissen", sagt der Bamberger. Für ein Olympia-Ticket müsste Deutschland im Herbst in China als bestes oder zweitbestes europäisches Team das globale Championat abschließen. Ansonsten gibt es im nächsten Jahr noch Gelegenheit, als Sieger bei einem von vier Qualifikationsturnieren nach Tokio zu fahren.

Rödl hält den Ball flach

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Rödl hält den Ball diesbezüglich eher flach. "Wenn man sich die Konkurrenz anschaut, wird das sehr schwierig. Alle Nationen werden mit ihren besten Spielern dort antreten, um sich für Olympia zu qualifizieren. Aber wir fahren nach China ohne Angst und als Mannschaft, die respektiert wird."

Damit dürfte der Bundestrainer recht haben. Die Perspektiven für den deutschen Verband sind prächtig. Die Nationalmannschaft hat sich noch nie so souverän für eine WM qualifiziert wie diesmal. "Wir sind einen deutlichen Schritt weiter als bei der EM 2017", hat Rödl erkannt, "aber mit unserem jungen Team noch nicht an der Leistungsspitze".

EM 2021 in Deutschland?

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Die soll die Mannschaft in den nächsten Jahren erreichen - am besten 2021. Dann soll die Europameisterschaft in Deutschland stattfinden. Derzeit arbeitet der DBB intensiv an der Bewerbung für die Ausrichtung. "Bei der Fiba sieht man auch, wie positiv sich der Basketball in Deutschland entwickelt", sagt Andres. Die EM wird im Juni vergeben. Der DBB-Vizepräsident sieht gute Chancen, den Zuschlag zu bekommen.

Handballer als Vorbild

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Die Erfolge, die der Handball mit der WM im eigenen Land unlängst gefeiert hat, hat man sich beim DBB genau angeschaut; besonders hinsichtlich der Vermarktung. Live-Übertragungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zur besten Sendezeit - davon träumen die Basketballer derzeit.

Werbung in eigener Sache

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Um diesen Schritt zu machen, wäre ein gutes Abschneiden bei der anstehenden WM von Vorteil. Bundestrainer Rödl steht diesbezüglich etwas unter Druck, hat aber den Luxus und gleichzeitig die Bürde, aus einer Vielzahl von starken Spielern die richtigen zwölf für China auszuwählen.

25 Akteure hat er in den zehn WM-Qualifikationsspielen eingesetzt. So steht dem Bundestrainer auch für die letzten beiden Partien noch adäquates Personal zur Verfügung, obwohl die NBA-Spieler Dennis Schröder, Maxi Kleber, Daniel Theis, die für Rödl für die WM gesetzt sind, sowie die meist in ihren NBA-Farmteams eingesetzten Moritz Wagner (21), Isaac Bonga (19, beide Los Angeles Lakers) und Isaiah Hartenstein (20, Houston Rockets) fehlen. Ausfallen wird Kapitän Robin Benzing (Finger gebrochen). Auf die Nominierung von Center Johannes Voigtmann (am Donnerstag für Vitoria im Euroleague-Einsatz) hat Rödl verzichtet.

Tickets noch erhältlich

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Ob sich die Fans (rund 4500 Tickets sind bereits verkauft) in der Bamberger Arena auf Paul Zipser freuen dürfen, ist noch offen. In Tel Aviv war er am Donnerstag mit 15 Punkten auf Anhieb einer der Besten, schied aber in der 23. Minute aus, nachdem er umgeknickt war. "Wir müssen noch abwarten, wie schlimm es ist", sagte Rödl gestern. Zipser war zuvor seit September 2016 nicht mehr für die Nationalmannschaft im Einsatz gewesen. Der 25-Jährige hatte nach einer fast einjährigen Verletzungspause keinen Vertrag bei seinem bisherigen Arbeitgeber, den Chicago Bulls, oder einem anderen NBA-Klub mehr erhalten. Seit Januar wirft der Ex-Münchner in der spanischen ACB bei San Pablo Burgos wieder Körbe.

Zahlreiche Ex-Bamberger und zwei Bayeruther dabei

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Auch wenn kein Spieler aus dem Bamberger Brose-Team nominiert wurde, so stehen mit Andi Obst (Santiago de Compostela), Johannes Thiemann (Berlin), Karsten Tadda (Oldenburg), Maik Zirbes (Roter Stern Belgrad), Maodo Lo (München) fünf Ex-Bamberger sowie mit Bastian Doreth und Andreas Seiferth aus Bayreuth zwei weitere fränkische Vertreter im deutschen Team.

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