Bamberg
Basketball

Serie endet in Oldenburg

Brose Bamberg kassiert die erste Auswärtsniederlage in dieser Bundesligasaison. Nach dem 68:71 legen die Gäste aber Protest ein.
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Der erneut selbstbewusst spielende Nelson Weidemann (links) stoppt den Oldenburger Topscorer Tyler Larson in der Zone; rechts Assem Marei Foto: Andreas Burmann
Der erneut selbstbewusst spielende Nelson Weidemann (links) stoppt den Oldenburger Topscorer Tyler Larson in der Zone; rechts Assem Marei Foto: Andreas Burmann

Im sechsten Auswärtsspiel dieser Bundesligasaison haben die Basketballer von Brose Bamberg die erste Niederlage auf fremdem Parkett hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Roel Moors unterlag am Sonntagabend bei den EWE Baskets Oldenburg nach einer turbulenten Schlussphase mit 68:71 (32:42). Die Gäste legten jedoch unmittelbar nach der Schlusssirene Protest ein.

Drei Sekunden vor Spielende hatten die Bamberger beim Stand von 68:71 noch die Chance zum Ausgleich, als Assem Marei zwei Freiwürfe zugesprochen bekam. Der Ägypter traf den ersten nicht und verwarf den zweiten absichtlich, um nach einem Offensivrebound mit einem Dreier eventuell noch eine Verlängerung zu erzwingen. Der Ball landete aber bei EWE-Center Rasid Mahalbasic. Der Österreicher stand bei noch 1,2 Sekunden Spielzeit nach Ansicht der Bamberger mit dem Fuß jedoch auf der Auslinie. Damit hätte es Ballbesitz für die Gäste geben müssen. Auf eine Video-Überprüfung der strittigen Szene verzichteten die Schiedsrichter.

Viel Spielzeit für Bryce Taylor

Der Plan beider Mannschaften war ähnlich. Neben einer intensiven Verteidigung versuchten sie vorrangig, den Ball möglichst nahe an den gegnerischen Korb zu bringen. Im ersten Viertel versuchten es die Oldenburger viermal, die Bamberger gar nur dreimal aus der Distanz. Den einzigen Treffer von jenseits der Dreierlinie markierte auf Seiten der Gäste Bryce Taylor. Der 33-Jährige stand nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kameron Taylor 22:56 Minuten auf dem Parkett und nutzte diese Einsatzzeit zu neun Punkten.

Moors: Wir spielen zu weich

Nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt, in dem meist die Niedersachsen knapp die Nase vorne hatten, gelangen den Bambergern zu Beginn des zweiten Viertels einige Schnellangriffe. Doch nachdem sie mit 26:25 vorne gelegen waren (14.), klappte offensiv auf einmal nicht mehr viel. Marei versuchte es zu oft auf eigene Faust. Er rieb sich unter dem Korb gegen Rasid Mahalbasic aber auf und traf nur drei seiner sieben Würfe. Besser machte es der Österreicher, der mit sechs Punkten in Folge seinem Team ein kleines Polster verschaffte. Da die Gäste auch gegen Nathan Boothe (fünf Treffer bei fünf Versuchen) und Rickey Paulding, der nach Blöcken immer wieder frei zum Wurf kam und zur Halbzeit schon 13 Punkte auf seinem Konto hatte, keine Mittel fanden, lagen sie zur Halbzeit mit zehn Zählern zurück (32:42). "Wir spielen zu weich und müssen defensiv viel intensiver zu Werke gehen", monierte Moors in der Halbzeitpause bei magen- tasport.de.

Bamberger kämpfen sich heran

Sein Team beherzigte seine Worte, denn es ging im dritten Viertel entschlossener zur Sache und gestattete den Gastgebern wesentlich weniger Offensivrebounds als noch in der ersten Halbzeit. Mit einem 6:0-Lauf kamen die Bamberger auf vier Punkte heran (42:46, 25. Minute) und gingen mit diesem knappen Rückstand auch in den Schlussdurchgang (51:55).

Hobbs trifft zwei Dreier

Die Gäste blieben am Drücker und gingen mit einem Halbdistanzwurf von Bryce Taylor erstmals nach langer Zeit wieder in Führung (61:64, 36. Minute). Obwohl sie den Ball gut bewegten, hatten sie in den folgenden drei Minuten Wurfpech. Mit einem 10:0-Lauf, zu dem Braydon Hobbs zwei Dreier beisteuerte, gingen die EWE Baskets mit 71:64 in Front. Dann warfen sie aber an der Freiwurflinie gleich viermal daneben, wodurch die nie aufsteckenden Gäste noch einmal ihre Chance witterten. Das Happy-End in der turbulenten Schlussphase blieb ihnen jedoch verwehrt. "Es war ein sehr enges Spiel, das von beiden Seiten sehr physisch war. Die Defensive hat eine große Rolle gespielt. Es war auch ein Spiel der Momentums. Am Ende hing es von vielen kleineren Details ab, Dreier, die rein gingen oder auch nicht. Das hat den Ausschlag gegeben", meinte Moors.

Spieler des Spiels

Assem Marei schrammte mit 17 Punkten und neun Rebounds, davon vier offensiv, knapp an einem "Double-Double" vorbei. An der Freiwurflinie traf der Ägypter fünfmal in Folge, warf dann aber noch dreimal daneben. Zudem kam Marei auf einen Ballgewinn und einen Assist bei zwei Ballverlusten.  

Die Statistik

EWE Baskets Oldenburg - Brose Bamberg 71:68

(19:16, 23:16, 13:19, 16:17) Oldenburg Paulding (20 Punkte/1 Dreier), Malhalbasic (14), Boothe (12), Hobbs (10/2), Sears (6), Larson (4), Tadda (3/1), McClain (2), Schwethelm, Amaize Bamberg Marei (17), B. Taylor (9/1), Obasohan (8), Harris (8), Lee (7/1), Weidemann (7/1), McLean (5/1), Sengfelder (5/1), Olinde (2), Stuckey SR Panther, Bittner, Krüper Zuschauer 5703 Gesamtwurfquote Oldenburg 44 Prozent (29 Treffer/66 Versuche), Bamberg 44 (26/59)

Dreierquote Oldenburg 31 Prozent (4/13), Bamberg 28 (5/18) Freiwurfquote Oldenburg 64 Prozent (9/14), Bamberg 69 (11/16) Rebounds Oldenburg 34 (22 defensiv/12 offensiv), Bamberg 38 (28/10) Ballgewinne/-verluste Oldenburg 6/9, Bamberg 3/14 Assists Oldenburg 14/ Bamberg 13 Fouls Oldenburg 20 / Bamberg 18

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