Bamberg

Sengfelder: Wir sind der Favorit

In der vergangenen Saison spielte der Neu-Bamberger noch für die Braunschweiger. Im Pokal-Viertelfinale will der 24-Jährige mit dem Brose-Team seine Ex-Kollegen aus dem Wettbewerb werfen.
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Christian Sengfelder  Foto: Daniel Löb
Christian Sengfelder Foto: Daniel Löb

Im Duell zweier strauchelnder Teams hoffen sowohl die Basketball-Löwen Braunschweig als auch Brose Bamberg auf die Trendwende. Der Sieger der Partie am Samstagabend (18 Uhr, Volkswagenhalle) zieht nicht nur ins Halbfinale des Pokalwettbewerbs ein, sondern beendet auch eine Niederlagenserie. Sowohl die Niedersachsen als auch die Oberfranken haben zuletzt viermal in Folge verloren.

Besonders bitter ist die Situation beim Cup-Verteidiger aus Bamberg, der drei dieser vier Niederlagen auf eigenem Parkett hinnehmen musste und dabei jedes Mal im letzten Viertel eine Führung verspielte. "Natürlich ist uns bewusst, dass wir uns im letzten Viertel steigern müssen. Aber wir wissen auch, dass wir in diesen Spielen das Schicksal in unserer eigenen Hand hatten. Wir müssen einfach einen besseren Job machen", sagt Coach Roel Moors, der sein Team vor folgender Herausforderung sieht: "Wir dürfen dem Gegner im letzten Viertel möglichst wenig Punkte erlauben, gleichzeitig müssen wir aber den offensiven Rhythmus, den wir uns im Verlauf einer Partie erarbeitet haben, im letzten Viertel auch beibehalten."

Großen Leistungsschwankungen sind auch die Braunschweiger unterworfen, die nach einem guten Start in die Saison mit fünf Siegen aus den ersten sechs Spielen - darunter der 90:87-Erfolg in der ersten Pokalrunde in Ludwigsburg - nun schon seit fünf Wochen auf ein Erfolgserlebnis warten. Seit dem 3. November hagelte es in der Bundesliga Niederlagen gegen Bayreuth, Vechta, Ludwigsburg und zuletzt in eigener Halle gegen den damaligen Tabellenletzten Hamburg Towers (94:97).

Staiger ersetzt Mushidi

Und unmittelbar vor dem Pokalduell gegen die Bamberger haben die Braunschweiger zwei weitere turbulente Tage hinter sich. Am Freitagvormittag teilten sie mit, dass sie sich aus disziplinarischen Gründen von Kostja Mushidi getrennt haben. Der U20-Nationalspieler war mit 11,6 Punkten im Schnitt ein Leistungsträger bei den Basketball-Löwen. Am frühen Nachmittag präsentierten sie mit dem Ex-Bamberger Lucca Staiger bereits einen Ersatz. Der 31-Jährige, der zuletzt vereinslos war, erhielt in Braunschweig einen Vertrag bis Saisonende und soll bereits am Samstagabend sein Debüt für die Niedersachsen geben. "Ich freue mich sehr, endlich wieder auf dem Parkett zu stehen. Dass das ausgerechnet gegen Bamberg passiert, ist etwas Besonderes", sagt Staiger.

Sein neues Team ist hinter Alba Berlin die zweitstärkste Offensive der Bundesliga (89,9 Punkte im Schnitt). Mit Center Scott Eatherton (17,1), Aufbauspieler Thomas Klepeisz (12,7), Power Forward Joseph Lawson III. (12,2), Flügelspieler Karim Jallow (12,1) und Aufbauspieler Trevor Releford (11,1) punkten fünf Spieler zweistellig. "Die Braunschweiger haben viele Waffen. Es wird wichtig sein, sie zu stoppen, besonders natürlich Scott Eatherton. Mit seiner Energie steckt er seine Teamkollegen an", meint Moors.

Brose-Neuzugang Christian Sengfelder spielte in der vergangenen Saison noch an der Seite von Eatherton, der viertbester Scorer und bester Rebounder der Bundesliga ist. Vor dem Wiedersehen mit seinem früheren Teamkollegen sagt der Neu-Bamberger Sengfelder: "Wir sind der Favorit. Ich glaube an uns."

Interview mit Christian Sengfelder

Gibt es noch Kontakt mit den früheren Mannschaftskollegen?

Christian Sengfelder: Auf jeden Fall. Der Gruppenchat von letzter Saison läuft immer noch regelmäßig. Ich habe mit Scott Eatherton noch viel Kontakt, erst am Donnerstagabend wieder. Aber Trashtalk vor dem Pokalspiel gab es bis jetzt noch keinen.

Braunschweig hat ebenfalls zuletzt viermal in Folge verloren. Betreiben Sie bitte einmal etwas Ferndiagnose. Wo liegen die Probleme bei den Löwen?

Ihnen geht es so ein bisschen wie uns. Auch sie spielen nicht konstant. Gegen die Hamburger waren sie weit hinten, haben sich aber fast noch zurückgekämpft. Gegen Vechta lagen sie weit vorne, sind dann aber eingebrochen. Die Braunschweiger haben viele junge Spieler, aber mit Thomas Klepeisz und Scott Eatherton sind aus dem letzten Jahr zwei sehr erfahrene Leute übriggeblieben. Alles in allem ist das schon ein ganz gutes Team.

Sicherlich ist es auch innerhalb Ihrer Mannschaft ein Thema, warum sie jetzt schon zum wiederholten Mal eine Führung im letzten Viertel verspielt hat. Was muss sich ändern?

Natürlich sprechen wir darüber. Wenn man drei Viertel lang gut spielt und im letzten Viertel wie gegen Nymburk nur neun Punkte macht, dann ist das auch eine Kopfsache. Das müssen wir einfach in den Griff bekommen. Wir versuchen uns jedes Mal im Training darauf zu konzentrieren, dass wir zum Ende jeder Einheit bessere Phasen und Segmente haben. Da müssen wir einfach konstanter werden.

Welchen Stellenwert hat der Pokalwettbewerb in dieser Saison?

Einen sehr hohen. Wir müssen jetzt wieder in die richtige Spur finden. Das ist jetzt umso wichtiger, da es sich in Braunschweig um ein do-or-die-Spiel handelt. Wir sind Titelverteidiger, ich persönlich zwar nicht, aber der Klub. Daher wollen wir natürlich wieder in diesem Wettbewerb angreifen.

Sie kennen die Atmosphäre in der Volkswagenhalle. Wie ungemütlich ist es dort für die Gastmannschaft?

Es kann schon laut werden. Aber nicht so wie in Bamberg. Die rote Wand hier ist schon etwas ganz Besonderes.

Pokal-Viertelfinale im Überblick

Samstag, 18 Uhr Basketball-Löwen Braunschweig - Brose Bamberg Samstag, 20.30 Uhr Ratiopharm Ulm - BG Göttingen Sonntag, 15 Uhr Alba Berlin - Mitteldeutscher BC Sonntag, 18 Uhr Telekom Baskets Bonn - EWE Baskets Oldenburg

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