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Basketball

Sengfelder ist der Erfolgsgarant für Brose Bamberg

Der Ex-Braunschweiger dreht an alter Wirkungsstätte auf und beschert Brose Bamberg den Einzug ins Pokal-Halbfinale. Die Oberfranken setzen sich mit 80:69 bei den Niedersachsen durch.
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Christian Sengfelder (22 Punkte/8 Rebounds) und Assem Marei (12/9) klatschen sich ab. Die beiden Bamberger schrammten nur knapp an einem "Double-Double" vorbei. Fotos: Daniel Löb
Christian Sengfelder (22 Punkte/8 Rebounds) und Assem Marei (12/9) klatschen sich ab. Die beiden Bamberger schrammten nur knapp an einem "Double-Double" vorbei. Fotos: Daniel Löb
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Die Bamberger Brose-Basketballer vermissten bei den letzten vier Niederlagen einen Akteur, der in den entscheidenden letzten Minuten kühlen Kopf bewahrt und hilft, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Nach der erneut ärgerlichen Heimniederlage am Dienstag in der Champions League gegen Nymburk meinte Trainer Roel Moors, dass er keinen "Go-to-guy" in seiner Mannschaft sehe, der diese wichtige Rolle übernehmen könnte. Seit Samstagabend ist er um eine Erfahrung reicher: Christian Sengfelder zeigte beim 80:69-Erfolg in Braunschweig genau diese Qualitäten und bescherte an alter Wirkungsstätte mit einer engagierten und abgezockten Leistung seinem Brose-Team den Einzug ins Pokal-Halbfinale und damit die Möglichkeit zur Titelverteidigung.

Zehn seiner 22 Punkte erzielte der kämpferisch starke 2,03-Meter-Mann im letzten Viertel - wobei vor allem seine beiden Dreier nach zuvor vier erfolgreichen Distanzwürfen des Ex-Bambergers Lucca Staiger, der gerade einmal 36 Stunden vor der Partie von den Braunschweigern verpflichtet worden war, die Aufholjagd der Oker-Städter im Keim erstickten.

Neben dem 24-jährigen Sengfelder hatten aber auch Assem Marei (12 Punkte/9 Rebounds), Retin Obasohan (15/5) und Bryce Taylor (12/4 Dreier) ihren Anteil am Sieg. In den ersten drei Vierteln taten sich beide Teams in der Offensive schwer, bevor im letzten Viertel dann auf beiden Seiten die Distanzwürfe fielen.

"Nachdem Staiger vier Dreier im letzten Viertel getroffen hatte, dachte ich, es geht schon wieder los", erinnerte sich Sengfelder an die letzten Pleiten, bei denen das Brose-Team immer in der Schlussphase die Nerven verloren hatte. In der Volkswagenhalle waren es aber diesmal die Bamberger, die in den letzten zweieinhalb Minuten die 71:67-Führung mit einem 9:2-Lauf ausbauten und so letztlich einem verdienten Erfolg entgegensteuerten.

"Im dritten Viertel gab es wieder einen Einbruch, aber im Schlussabschnitt waren wir deutlich besser als zuletzt", betonte Sengfelder, nachdem sein Team nach der Pause eine scheinbar komfortable 40:28-Führung auf Grund fahrlässiger Ballverluste schnell hergeschenkt hatte. Elias Harris und Bryce Taylor mit zwei seiner vier Dreier konterten aber die 43:42-Führung der Niedersachsen, so dass der Pokalsieger mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung ins letzte Viertel ging und dort trotz des Aufbäumens von Staiger die Oberhand behielt.

"Wir waren in einem Tief, deshalb bin ich froh darüber, wie wir hier aufgetreten sind. Wir haben eine sehr gute Verteidigung gespielt und in der ersten Hälfte die Bretter kontrolliert, obwohl Braunschweig ein sehr gutes Rebound-Team ist", freute sich Trainer Moors über die Reaktion, die seine Mannschaft in diesem wichtigen Spiel gezeigt und die vor allem den Löwen-Topwerfer Scott Eatherton (11 Punkte) in die Schranken gewiesen hat.

Kameron Taylor ist zurück

"Braunschweig ist zwar zurückgekommen, aber danach hatte immer wieder einer meiner Spieler starke Momente. Chris Sengfelder gab zum Beispiel immer eine Antwort auf Lucca Staigers Dreier. Insgesamt haben wir eine gute Leistung gezeigt", resümierte der Brose-Coach, der auch davon profitierte, dass sich mit Kameron Taylor ein zuletzt arg vermisster Akteur nach seiner Schulterverletzung überraschend schnell zurückgemeldet hat.

Spieler des Spiels

Christian Sengfelder Der Power Forward war an alter Wirkungsstätte voll motiviert und mit 22 Punkten, acht Rebounds (davon vier am offensiven Brett) und zwei Ballgewinnen der mit Abstand effektivste Bamberger. Mit seinen beiden Dreiern und zehn Zählern im letzten Viertel sorgte er dafür, dass das Brose-Team diesmal als Sieger vom Parkett ging.

Die Statistik

Basketball-Löwen Braunschweig - Brose Bamberg 69:80

(13:16, 15:22, 18:18, 23:24) Braunschweig Staiger (14 Punkte/4 Dreier), Releford (12/2), Eatherton (11), Marelja (7), Klepeisz (6), Lawson (6), Jallow (6), Lyles (4), Wank (3), Zeeb Bamberg Sengfelder (22/2), Obasohan (15/2), B. Taylor (12/4), Marei (12), Harris (9), Lee (6), K. Taylor (4), Weidemann, McLean, Olinde SR Lottermoser, Straube, Krüper Zuschauer 3057 Gesamtwurfquote Braunschweig 39 Prozent (25 Treffer/64 Versuche), Bamberg 42 (30/71)

Dreierquote Braunschweig 25 Prozent (6/24), Bamberg 28 (8/29) Freiwurfquote Braunschweig 87 Prozent (13/15), Bamberg 86 (12/14) Rebounds Braunschweig 39 (28 defensiv/11 offensiv), Bamberg 38 (26/12) Ballgewinne/-verluste Braunschweig 4/16, Bamberg 9/10 Assists Braunschweig 13/ Bamberg 18 Fouls Braunschweig 20 / Bamberg 16

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