Lauter
Fußball

FC-Eintracht-Talent Luca Auer: Sein Ziel ist die Bundesliga

Luca Auer lebt den Traum, den viele Nachwuchsspieler haben: Der 15-Jährige aus Lauter im Landkreis Bamberg will Profi werden und wechselt zum 1.FC Nürnberg.
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Luca Auer (weißes Trikot) will in die Fußstapfen von Stefan Kießling und Marius Wolf treten: Er läuft künftig für den Nachwuchs des Zweitligisten 1.FC Nürnberg auf. Fotos: sportpress/Archiv
Luca Auer (weißes Trikot) will in die Fußstapfen von Stefan Kießling und Marius Wolf treten: Er läuft künftig für den Nachwuchs des Zweitligisten 1.FC Nürnberg auf. Fotos: sportpress/Archiv
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Zwei Monate hat Luca Auer in der Vorbereitung geschuftet, bald wird es ernst: Am 1. September startet die U16 des 1.FC Nürnberg beim TSV 1860 München in die neue Saison der Bayernliga. Mit dabei ist auch der 15-Jährige Defensivspieler, der Ende Juni aus der Talentschmiede des FC Eintracht Bamberg in das Nürnberger Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) am Valznerweiher wechselte. Dort will Luca seinen Traum verwirklichen und zum Profifußballer reifen.

Vielseitig einsetzbar, technisch und taktisch stark ausgebildet - der gebürtige Lauterer bringt alles mit, was einen modernen Fußballer auszeichnet. "Seine größte Leistung war, dass er seine Qualitäten nie hat heraushängen lassen", sagt Philipp Lautenschläger, der Auer in der vergangenen Saison in der U15-Bayernliga beim FC Eintracht trainierte. "Luca hat sich innerhalb der Gruppe stets bescheiden verhalten. Als Kapitän ging er immer voran und hat oft den Unterschied ausgemacht." Mindestens genauso wichtig wie spielerische Fähigkeiten sind soziale Kompetenzen, von denen Auer reichlich mitbringt. Drei Jahre lang führte er sein Team als Spielführer auf das Feld. Auch im Förderkader der bayerischen Auswahlmannschaft trug Auer die Kapitänsbinde.

Eine Stunde Fahrt pro Strecke

Die Entscheidung für den 1.FC Nürnberg traf Luca in enger Absprache mit seinen Eltern Birgit und Thomas Auer, die die fußballerische Laufbahn ihres Sohnes aktiv begleiten. Nur wenige hundert Meter vom Elternhaus entfernt machte der vierjährige Luca seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz. Bei der SpVgg Lauter trainierten seine Eltern den 2004er Jahrgang, dem Luca angehört. Über den FC Baunach folgte vor fünf Jahren der Wechsel nach Bamberg. "Wir wollten Luca vor zwei Jahren noch nicht so weit von zuhause weggehen lassen", erklärt Mutter Birgit.

In Bamberg war sie zuletzt Teambetreuerin, diesen Posten gab sie im Sommer auf. Dennoch wendet sie weiterhin viel Zeit auf, um ihren Sohn zu unterstützen. In den Ferien fahren die Eltern Luca viermal pro Woche zum Bamberger Bahnhof. Dann geht es für ihren Sohn mit dem Zug zum Training nach Nürnberg, am Wochenende sind Testspiele angesetzt. Zwei Einheiten pro Tag stehen während der Vorbereitung auf dem Trainingsplan. Jeweils 90 Minuten geht es auf den Platz, dazwischen liegen die Mittagspause und etwa zwei Stunden Freizeit. Häufig besucht Luca dann das im Gelände integrierte Schwimmbad oder nutzt die Zeit für Videospiele.

Zur Schule geht Luca weiterhin am Friedrich-Rückert-Gymnasium im unterfränkischen Ebern. Die Möglichkeit, im 500 Meter vom NLZ entfernten Haus der Athleten zu wohnen, lehnte Auer ab, da er noch Zeit zuhause verbringen möchte. Sobald die Sommerferien vorbei sind, tritt Luca direkt nach Schulschluss die 105 Kilometer nach Nürnberg an. Mit im Auto sitzen drei weitere Hoffnungsträger aus der Region, am Steuer abwechselnd die Eltern der Talente. "Ich dachte, dass wir nach dem Wechsel mehr Zeit haben. Aber wir sind weiterhin viel unterwegs", sagt Birgit Auer.

"Ich will Profi werden"

In der Vergangenheit schaffte meist nur ein Akteur pro Jahrgang den Sprung ins Profigeschäft. Angesichts dessen erscheint der betriebene Aufwand sehr groß, doch Luca Auer will sich durchbeißen: "Ich will Profi werden, das ist mein Ziel. Einige Jungs sind schon länger hier, das muss aber kein Vorteil sein. Bisher ist der Trainer mit mir zufrieden." In den Testspielen fehlte Luca noch: Verletzungsbedingt musste er zwei Wochen pausieren. Zum Auftakt bei den Münchner Löwen will er dabei sein, muss sich dafür jedoch dem Konkurrenzkampf stellen. "Bei uns war er der Spieler, der immer herausragte. In Nürnberg ist er einer von vielen. Ich traue ihm den Sprung in den Profifußball aber zu, weil er die charakterliche Stärke besitzt", sagt Lautenschläger.

Diese wird Luca auch von seinen Eltern mitgegeben, deren Rolle sein ehemaliger Trainer hervorhebt: "Heutzutage glauben viele Eltern, ihr Kind sei der nächste Lionel Messi. Bei Luca ist das anders: Seine Eltern schätzen ihn differenziert ein. Sie glauben nicht, dass er über allen anderen steht." 23 Akteure umfasst der jüngere B-Jugend-Jahrgang des FCN, im Sommer 2020 rücken die Talentiertesten unter ihnen in die B1 auf, die in der Junioren-Bundesliga antritt.

Egal, ob ihr Sohn diesen Sprung schafft, für Birgit Auer steht jetzt schon fest: "Ich bin stolz auf Luca und den Weg, den er beschreitet."

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