Bamberg
Basketball

Rubit führt Bamberg in die Play-offs

Mit dem 93:88-Heimsieg über die Löwen Braunschweig haben die Bamberger ihr Ticket gelöst. Am Dienstag geht's nach München.
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Der überragende Augustine Rubit zieht am besten Braunschweiger Werfer, Center Scott Eatherton (22 Punkte), vorbei und legt den Ball in den Korb. Foto: Daniel Löb
Der überragende Augustine Rubit zieht am besten Braunschweiger Werfer, Center Scott Eatherton (22 Punkte), vorbei und legt den Ball in den Korb. Foto: Daniel Löb
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Das Debüt von Stefan Weissenböck als Bamberger Cheftrainer geriet angesichts der Galavorstellung von Augustine Rubit zur Randnotiz. Es waren beeindruckende Zahlen, die der 29 Jahre alte US-Amerikaner beim 93:88-Sieg der Brose-Basketballer im Bundesliga-Heimspiel gegen die Löwen Braunschweig am späten Freitagabend auflegte. Seine 29 Punkte waren eine persönliche Saisonbestleistung - die meisten davon erzielte der Power Forward, als es sein Team dringend nötig hatte.

Mit 70:77 lagen die Bamberger fünfeinhalb Minuten vor Spielende zurück, als der Mann im roten Trikot mit der Nummer 21 loslegte. Ein einbeiniger "Flamingo"-Wurf à la Dirk Nowitzki war der Auftakt zur Rubit-Show. Es folgten drei Korberfolge direkt unter dem Brett, bei denen er gefoult wurde und den Bonus-Freiwurf traf, sowie zwei weitere Freiwurftreffer. Dann erzielte Rubit einen Dreier zur 82:79-Führung, und als er 1:14 Minuten vor der Schlusssirene an der Freiwurflinie zum 91:82 abermals zweimal eiskalt blieb, war die Messe gelesen.

18 der letzten 23 Bamberger Punkte gingen auf das Konto von Rubit, was auch beim Gegner Eindruck hinterließ. "Er ist nicht umsonst ein Allstar und hat heute seine ganze Klasse gezeigt", sagte der Braunschweiger Jungnationalspieler Christian Sengfelder. Rubit selbst meinte gewohnt unaufgeregt: "Ich bin einfach nur glücklich, dass wir gewonnen haben."

Start in Halbzeit 2 verschlafen

Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen und zuletzt zwei Auswärtspleiten in Frankfurt und Ludwigsburg zeigten sich die Bamberger nur phasenweise formverbessert. Nach einer weitgehend ordentlichen ersten Hälfte (48:41) verloren sie zu Beginn der zweiten Halbzeit den Faden und mussten den Braunschweigern die Führung überlassen, was sie zusätzlich verunsicherte. "Wir haben immer noch unsere Krankheiten. Wir sind träge in die zweite Halbzeit gestartet, haben den Ball nicht gut bewegt und nicht gut verteidigt", meinte Weissenböck, der den nach seiner Schiedsrichterbeleidigung in Ludwigsburg für ein Spiel gesperrten Cheftrainer Federico Perego vertrat.

Der Österreicher freute sich aber darüber, "dass wir in der Phase, in der gar nichts mehr ging und alles hätte kippen können, als Mannschaft ruhig geblieben sind und einen Weg gefunden haben, das Spiel zu gewinnen". Dieser Weg hieß, den Ball so oft wie möglich dem heiß laufenden Rubit in die Hände zu geben.

Neben dem Matchwinner zeigten Tyrese Rice (11 Punkte/7 Assists), Cliff Alexander (12/7 Rebounds), Bryce Taylor (12/3 Dreier) und Elias Harris (10) gute Offensivleistungen. Die Braunschweiger wurden wieder einmal von ihrem bewährten Trio Scott Eatherton (22/7 Rebounds), DeAndre Landsdowne (15/11 Assists) und Thomas Klepeisz (15) getragen.

Während die Niedersachsen durch die Niederlage auf den neunten Platz zurückfielen und weiter um die Play-off-Teilname bangen müssen, haben die Bamberger seit Freitagabend ihren Platz in der K.-o.-Runde um die deutsche Meisterschaft sicher. Nach dem Sieg des Tabellenvierten Rasta Vechta in Würzburg und der Niederlage des Sechsten Ratiopharm Ulm gegen die EWE Baskets Oldenburg spricht viel dafür, dass das Brose-Team die Hauptrunde als Fünfter beenden wird. Im nächsten Bundesligaspiel am Dienstag (20.30 Uhr) beim souveränen Tabellenführer FC Bayern München steckt daher wenig Brisanz. Für die Bamberger ist die Partie die Generalprobe auf das Final Four in der Champions League am Wochenende in Antwerpen.

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