Wildensorg
Fußball-Bayernliga

Rolf Vitzthum: "Wir müssen das Glück erzwingen"

Nach fast zwei Wochen ohne Pflichtspiel hat sich die DJK Bamberg unter Rolf Vitzthum neu sortiert - und will künftig wesentlich offensiver auftreten.
Artikel drucken Artikel einbetten

Nach dem spielfreien Wochenende empfängt die DJK Don Bosco Bamberg (16.) am Sonntag um 15 Uhr mit dem TSV Großbardorf (4.) eines der Top-Teams der Bayernliga, das seine erste Schwächephase überwinden konnte, defensiv aber mit bereits 21 Gegentoren anfällig ist. Dass die Wildensorger der oftmals wackeligen Abwehr zusetzen können, darauf hofft Coach Rolf Vitzthum.

Er hat aber weiterhin nicht nur mit verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen. Die während der Spielpause anvisierte Trainingsintensität konnte er nicht wie eigentlich geplant umsetzen. "Ich habe nicht normal arbeiten können", sagt er. Urlaub, Krankheit, Verletzungen, Trainerschein und berufliche Verpflichtungen nennt der 51-Jährige als Hauptgründe. Aufgrund von Absagen im zweistelligen Bereich legte er kurzerhand die Trainingseinheit von erster und zweiter Mannschaft zusammen, "um überhaupt trainieren zu können".

Die jüngste 0:3-Niederlage in Vilzing ist dennoch aufgearbeitet worden. "Da waren wir in der ersten Halbzeit viel zu ängstlich und zu schlecht, im zweiten Durchgang dagegen richtig gut dabei, was zwei sehr gute Torchancen belegen. Da hat uns das Glück gefehlt." Vitzthum macht unmissverständlich klar: "Ich bleibe meiner Linie treu." Und meint damit, das Offensivspiel zu forcieren. "Hinten reinstellen funktioniert nicht. Schließlich haben wir bisher nur vier Tore erzielt. Wir müssen also das Glück erzwingen, das heißt, nach vorne Fußball spielen."

Dabei sei es komplett unbedeutend, welcher Gegner in der Rudi-Ziegler-Sportanlage aufschlägt. "Du musst punkten, egal wer kommt. Auf was wollen wir warten? Auf den lieben Gott können wir nicht hoffen", lebt er seine kämpferische Bereitschaft professionell vor. Schließlich begleitet die Don-Bosco-Elf seit ihrer Bayernliga-Zugehörigkeit die fehlende Effektivität im Sturm. Dieses große Manko gilt es im Verbund zu bekämpfen.

Die Verantwortlichen um den Sportlichen Leiter Holger Denzler verpflichteten dazu vor Wochenfrist zwei Neue, deren Spielgenehmigung inzwischen eingetroffen ist und die nun im Kader gegen die Unterfranken stehen. Geovannie Lake (21), U23-Nationalspieler des karibischen Inselstaats St. Kitts und Nevis, spielte zuletzt beim Garden Hotspurs FC in der Hauptstadt Basseterre und soll als Mittelstürmer für die bitter nötigen Tore sorgen. Dagegen gilt der in Bamberg studierende Timo Slawik (20) als Defensivspezialist und kam vom fünftklassigen BSG Wismut Gera. Fraglich für das Spiel sind aber Christopher Kettler (Sprunggelenk) und Marc Eckstein (Knie).

Mit dem TSV Großbardorf stellt sich eine Mannschaft vor, die seit Jahren zu den absoluten Spitzenteams der Liga gehört. In dieser Spielzeit schwächeln die Grabfeld-Gallier aber etwas. Das jüngste 3:2 gegen Aufsteiger TSV Karlburg beendete eine sieglose Periode mit drei Niederlagen und dem glücklichen 3:3 beim FC Eintracht. Kapitän Stefan Piechan (32) ist die Seele im Spiel. Mit dem Ausscheiden ihres Stürmers Björn Schönwiesner, der in den ersten fünf Partien noch mitwirkte und sich aus beruflichen Gründen in die USA verabschiedete, verlor der TSV an Geschwindigkeit im Umschaltspiel und jede Menge Torgefahr. Schönwiesner war es auch, der im März die von Unwetter und Sturmböen begleitete Begegnung in Wildensorg entschied, als er 15 Minuten nach seiner Einwechslung den Siegtreffer in der Schlussphase erzielte.

Mit hoch eingeschätzten Neuzugängen versuchten die Verantwortlichen um Trainer Andre Betz das Team nochmals zu verstärken. Valentin Reitstetter (FC Carl Zeiss Jena II), Rückkehrer Adrian Reith (FC Sand) und Christoph Rützel (Spfr. Herbstadt, früher TSV Aubstadt) erwiesen sich sofort als die erhofften Leistungsträger. Dass der letztjährige Heimkehrer Simon Snaschel (29) seine alte Torgefährlichkeit endgültig wieder zurückerworben hat, belegen seine bisher acht Teffer. Sorgen bereiten dem 38-jährigen Betz die vielen Gegentore. 21 in der Liga, dazu fünf Stück im Pokal gegen den FC Schweinfurt schlugen ihm aufs Gemüt.

DJK Don Bosco Bamberg: Glos, Stöcklein - Allgaier, Eckstein?, Esparza, Fippl, Geyer, Haaf, Jessen, Kettler?, Lake, Pfänder, Rosiwal, Slawik, Strobler, Trawally, Wunder

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren