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Bamberg
Interview

Rolf Beyer: "Rutkauskas bringt viel Erfahrung mit"

Der deutsche Basketball-Meister Brose Bamberg stellt sich auch im Funktionsteam hinter der Mannschaft neu auf.
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Der neue Sportdirektor Ginas Rutkauskas (l.) und Vlado Stepanovic stehen bei Brose Bamberg künftig in der Verantwortung. Fotos: Daniel Löb
Der neue Sportdirektor Ginas Rutkauskas (l.) und Vlado Stepanovic stehen bei Brose Bamberg künftig in der Verantwortung. Fotos: Daniel Löb
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Nicht nur im Spielerkader, sondern auch im Umfeld des Profiteams hat es beim deutschen Basketballmeister Brose Bamberg einige Veränderungen gegeben. Geschäftsführer Rolf Beyer erläutert die Personalien.

Sportdirektor Daniele Baiesi hat sich überraschend dem Erzrivalen aus München angeschlossen. Kam das auch für Sie überraschend? Ursprünglich war geplant, dass sich Yassin Idbihi und Vlado Scepanovic seine Aufgaben teilen. Jetzt wurde mit Ginas Rutkauskas doch ein neuer Sportdirektor verpflichtet.
Rolf Beyer: Daniele Baiesi ist für mich ein Basketball-Hirn mit einer klaren Sichtweise, wie ein Programm aufzubauen ist. Was jetzt bei uns installiert ist, trägt durchaus seine Handschrift. Nun geht es darum, diese ersten Schritte auch weiterzuführen und zu konsolidieren.
Der Schritt von ihm, nach München zu wechseln, kam auch für mich überraschend. Ob es für ihn die richtige Entscheidung ist, das weiß ich nicht, das muss er selbst beurteilen.
Irgendwann ist wahrscheinlich immer der Punkt da, an dem man sich fragt, setze ich mich mit den Gegebenheiten in unserer Organisation auseinander oder ich bin damit nicht mehr voll und ganz einverstanden. Wenn man so eng miteinander arbeitet, wie Baiesi das mit Andrea Trinchieri getan hat, gibt es Abnutzungserscheinungen.

Wie ist die Arbeit in Zukunft verteilt?
Wir haben in diesem Sommer unsere Hausaufgaben gemacht. Vor allem Andrea war dabei sehr aktiv. Aber auch für mich war es eine nützliche Erfahrung, in diesem Markt wieder näher am Puls zu sein.
Die Entscheidung, Vlado Scepanovic und Yassin Idbihi in die Verantwortung zu nehmen, haben wir getroffen, nachdem klar war, dass Baiesi weggeht. Ich glaube, dass uns diese Entscheidung in unserem Programm hilft. Yassin macht einen sehr engagierten Job, ist aber kein gelernter und erfahrener Sportdirektor. Er kümmert sich um das Jugendprogramm, und seine Arbeit zeigt jetzt schon erste Früchte. Aber er ist noch nicht so weit, dass er so ein engagiertes Programm wie unseres in Gänze führen kann. Wir sollten ihm in den nächsten zwei, drei Jahren die Zeit geben, sich zu entwickeln. Er zeigt viel Ehrgeiz, den nächsten Schritt auch zu schaffen. Yassin wird sich als ehemaliger Big-Man vor allem auf die großen Spieler in seiner Mentorenrolle konzentrieren.
Vlado Scepanovic wird unseren Coaching Staff ergänzen, vor allem aufgrund seiner Erfahrung als ehemaliger Spieler kann er im Profiteam die physischen, aber auch psychischen Belastungssituationen moderieren. Er ist einer, der genau weiß, wann man einen Break einbauen muss. Für mich ist es essenziell, die Ressourcen, die wir haben, richtig einzusetzen. Vlado spricht seit Wochen mit Andrea auch genau darüber. Dazu wird er die Verbindung von Profi- und Jugendprogramm noch näher herstellen. Er kann bei uns auch den nächsten Schritt als Coach machen und wird in der ProA die Trainer- und Spielerentwicklung unterstützen. Wir haben schließlich die Ambition, eines der besten Jugendprogramme in Europa zu werden bzw. zu sein. Deshalb müssen wir auch von der Coaching-Seite dafür sorgen, dass sich die jungen Spieler maximal entwickeln können.
Jetzt doch mit einem Sportdirektor eine Klammer über den gesamten sportlichen Bereich zu setzen, war für uns aufgrund der Entwicklungen in den letzten Wochen und Monaten wesentlich. Ich nenne nur das Stichwort Metropolregion, die Weiterentwicklung dieses Klubs. Das ist eine tolle Sache für den Bamberger Basketball, wenn wir das hinbekommen. Wir werden uns mit aller Kraft und bestmöglichen Ressourcen diesem Thema widmen.

Welche Aufgaben übernimmt der neue Sportdirektor, nachdem der Spielerkader ja bereits steht?
Ginas Rutkauskas bringt extrem viel Erfahrung mit aus einer ähnlichen Situation in Kaunas. Auch dort waren die Mittel noch lange nicht mit den Euroleague-Top-Budgets zu vergleichen. Er entwickelte in den letzten Jahren viele Spieler. Sicherlich hatte er bisher einen Fokus in Richtung Osten, weil er im Wesentlichen in Russland und in Litauen tätig war. Aber die intensiven und langen Gespräche, die Carl Steiner und ich mit ihm hatten, haben uns überzeugt, dass wir das, was wir aufgesetzt haben, mit ihm weiterentwickeln können. Vielleicht mit einem etwas anderen Hintergrund - er ist ja Sportmediziner. Wir gehen davon aus, dass er in den nächsten drei, vier Jahren als Sportdirektor das Programm noch weiter voranbringt. Er wird genauso wie unsere Mannschaft drei, vier Monate brauchen, um sich in unser System hineinzufinden. Er muss jetzt keine Spieler rekrutieren, sondern kann sich in die Prozesse und in die Jugendarbeit hineindenken und daraus die richtigen Schlüsse für die nächsten zwei oder drei Jahre ziehen.

Die Fragen stellte
Klaus Groh.
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