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Basketball

Rice führt Brose Bamberg ins Achtelfinale

Der Aufbauspieler ragt beim 82:78-Heimsieg über Antwerpen mit elf Punkten im letzten Viertel heraus.
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Tyrese Rice (hinten) und Louis Olinde klatschen sich ab. Foto: Daniel Löb
Tyrese Rice (hinten) und Louis Olinde klatschen sich ab. Foto: Daniel Löb
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Wieder mit 14 Punkten im Rückstand, wieder eine fulminante Aufholjagd, wieder ein Etappenziel erreicht: Der 82:78-Erfolg der Bamberger Brose-Basketballer gegen die Telenet Giants Antwerpen, mit dem sie am Mittwochabend den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League perfekt gemacht haben, ähnelte frappierend dem knappen Sieg über die Telekom Baskets Bonn, der ihnen das Pokalfinale beschert hatte.

Abermals waren Cliff Alexander und Tyrese Rice die besten Spieler bei dem Bambergern. Während dem Center mit zwölf Punkten und elf Rebounds ein "Double-Double" gelang, war der Aufbauspieler der Sieggarant gegen den Tabellenvierten der Vorrundengruppe C, der noch gute Aussichten auf das Erreichen der K.o.-Runde hat. Elf seiner 24 Punkte erzielte der 31-jährige US-Amerikaner im letzten Viertel, neun davon in den letzten fünf Minuten. Zudem verteilte er sechs Assists.

"Wir sind froh, dass wir im Achtelfinale sind, haben aber dennoch noch eine Menge Arbeit vor uns", meinte Federico Perego nach seinem zweiten Sieg als neuer Bamberger Cheftrainer. Wie gegen die Bonner zeigte sein Team auch gegen die Belgier zwei Gesichter. 16 Ballverluste unterliefen den Gastgebern, davon elf in der schwachen ersten Halbzeit, in der sie nach zwölf Minuten bereits mit 17:31 zurücklagen. Fünfmal verlor Ricky Hickman das Spielgerät.

Steigerung in Halbzeit 2

Zudem hatten sie enorme Schwierigkeiten, das Pick-and-Roll der beiden besten Antwerpener, Aufbauspieler Paris Lee (13 Punkte) und Center Ismael Bako (15), zu stoppen. "Defensiv war es immer noch nicht berauschend", gab Perego zu, freute sich aber, dass sich sein Team in der zweiten Halbzeit enorm steigerte. "Das ist das, was ich von meiner Mannschaft sehen will. Ich will, dass wir uns Tag für Tag verbessern. Und wenn wir das auch innerhalb eines Spiels machen können, umso besser."

Nur noch 36 Punkte gestatteten die Bamberger ihrem Gegner in der zweiten Halbzeit und erzielten selbst 45. Spannend blieb die Partie aber bis zum Schluss, weil die Gastgeber in den letzten drei Minuten den Ball schlecht bewegten. Allerdings war in dieser Phase auf Rice als Vollstrecker Verlass.

Jelovac schmort auf der Bank

"Es zeichnet den Charakter dieses Teams aus, dass wir es schaffen zurückzukommen", meinte Louis Olinde nach der erfolgreichen Aufholjagd. Dass der 20-Jährige in den Schlussminuten auf dem Feld stand, zeugt vom Vertrauen, dass Perego in ihn setzt. Stevan Jelovac muss indes unter dem Italiener künftig wohl mit einer kleineren Rolle vorlieb nehmen. Obwohl Bryce Taylor der Ausländerbeschränkung in der Champions League - in der er nicht als Deutscher gilt - zum Opfer fiel, schmorte der Serbe 40 Minuten lang auf der Bank. Zuvor gegen Bonn stand er nur zweieinhalb Minuten auf dem Parkett.

Arnoldas Kulboka bekam acht Minuten lang die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen, nutzte diese aber nicht. Nach drei schwachen Abwehraktionen hintereinander wurde er zu Beginn des letzten Viertels vom Feld genommen. Dennoch sollen sowohl Jelovac als auch Kulboka weitere Chancen erhalten. "Wir versuchen, Raum für jeden zu schaffen", versicherte Perego.

Heute Abend in Jena zu Gast

Nach den richtungweisenden Siegen im Pokal und der Champions League geht es für die Bamberger bereits am Freitagabend im Bundesliga-Alltag weiter. Um 20.30 Uhr sind sie bei Science City Jena zu Gast. Die Thüringer sind nach neun Niederlagen in Folge auf den 15. Platz abgerutscht und versuchen nun, mit einem Personalwechsel ihre Talfahrt zu stoppen. Nach neun Niederlagen in Folge soll der 206-fache NBA-Veteran Reggie Williams im Kampf gegen den Abstieg helfen. Der 32-jährige Flügelspieler ist auf mehreren Positionen einsetzbar und war zuletzt vereinslos. Zudem sind die Thüringer auf der Suche nach einem Ersatz für den verletzten Center Oliver Mackeldanz.

Gelingt der nächste Schritt?

Die Bamberger wollen sich in Jena nicht noch einmal so blamieren wie in der vergangenen Saison, in der die 68:85-Pleite Andrea Trinchieri den Trainerjob kostete. "Knappe Siege schweißen ein Team zusammen. Der nächste Schritt muss aber sein, über 40 Minuten stabil zu spielen und wieder einmal deutlicher zu gewinnen", meint Olinde. Allerdings hatten die Bamberger am Donnerstag nur eine Trainingseinheit, um sich auf den heutigen Gegner vorzubereiten.

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