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Basketball

Platz 4 ist für Brose Bamberg außer Reichweite

Brose Bamberg verliert das Bundesliga- Derby beim FC Bayern München nach guter erster Halbzeit mit 78:85.
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Der Münchner Devin Booker (r.) leistet beim Wurf von Augustine Rubit keine Gegenwehr. Foto: Wolfgang Fehrmann
Der Münchner Devin Booker (r.) leistet beim Wurf von Augustine Rubit keine Gegenwehr. Foto: Wolfgang Fehrmann

In der Basketball-Bundesliga ist die erste Entscheidung im Play-off-Rennen gefallen. Mit dem 85:78-Sieg im bayerischen Derby gegen Brose Bamberg hat sich der FC Bayern München am Dienstagabend drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde vorzeitig Platz 1 gesichert. Außerdem steht fest, dass die Bamberger den vierten Rang nicht mehr erreichen können und daher ohne Heimvorteil ins Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft - vermutlich gegen Rasta Vechta - gehen werden.

"Wir haben gut angefangen, im dritten Viertel aber etwas nachgelassen. Insgesamt war es eine solide Leistung, auf die wir aufbauen können", meinte Brose-Youngster Louis Olinde. Sein Team ging drei Tage vor dem Halbfinalspiel im Final Four der Champions League gegen Virtus Bologna nicht an seine Leistungsgrenze - die Münchner Bayern allerdings auch nicht.

Die Bamberger schonten Ricky Hickman aufgrund von leichten Adduktorenproblemen. Für ihn stand Henri Drell im Kader. Bei beiden Mannschaften stand das Thema Verteidigung nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. So entwickelte sich ein munterer offensiver Schlagabtausch, bei dem die Bamberger zunächst mithielten. Nach dem ersten Viertel führten sie knapp mit 22:20 und bauten ihren Vorsprung im zweiten Durchgang schnell auf sieben Punkte aus (29:22). Nach einer Auszeit von Bayern-Coach Dejan Radonjic kamen die Gäste nicht mehr so einfach zu ihren Punkten, während auf der Gegenseite Danilo Barthel die Gastgeber heranbrachte. Der Nationalspieler, den die Bamberger nicht in den Griff bekamen, erzielte binnen weniger Minuten neun Punkte und sorgte mit dafür, dass der Tabellenführer zur Pause knapp mit 44:42 die Nase vorne hatten. Dennoch konnte Brose-Coach Federico Perego bis zu diesem Zeitpunkt mit dem Auftritt seines Teams zufrieden sein, da es den Ball im Angriff gut bewegte und aus der Distanz mit sechs Dreiern treffsicher war. Der Italiener steht laut Informationen des Internetportals "Sportando" kurz vor der Vertragsverlängerung in Bamberg. Der Verein verwies diese Meldung aber ins Reich der Spekulationen.

Schlechtes drittes Viertel

Wie schon zuletzt gegen Braunschweig starteten die Bamberger ganz schlecht ins dritte Viertel. Die Münchner zogen ohne große Mühe auf 14 Punkte davon (60:46). Auch eine Auszeit, in der Perego laut wurde, zeigte keine Wirkung. Mit 13:22 gaben seine Schützlinge diesen Abschnitt klar ab. Im Schlussdurchgang kamen sie dank zwei Dreiern von Bryce Taylor zwar noch einmal auf sechs Punkte heran. Aber nach einem Ballverlust von Tyrese Rice und einem taktischen Foul von Taylor, das die Schiedsrichter als unsportliches werteten, war die Aufholjagd vorbei. Als Perego dann mit Arnoldas Kulboka, Cliff Alexander, Olinde und Drell seine vier Talente gleichzeitig aufs Feld schickte, war klar, dass er seine Leistungsträger für das Halbfinalspiel am Freitag gegen Bologna schonen wollte.

Gavel verabschiedet

Vor dem Derby verabschiedeten die Münchner ihren ehemaligen Kapitän Anton Gavel. Der 34 Jahre alte Slowake mit deutschem Pass hatte vor seiner Zeit von 2009 bis 2014 für die Bamberger gespielt. Publikumsliebling Gavel hat seine erfolgreiche Karriere nach dem Gewinn von insgesamt fünf deutschen Meisterschaften und vier Pokalsiegen nach Ende der vergangenen Saison beendet.

Die Statistik

FC Bayern München - Brose Bamberg 85:78

(20:22, 24:20, 22:13, 19:23) München Barthel (15 Punkte), Djedovic (12), Lucic (11/1 Dreier), Radosevic (8), Booker (8), King (7/1), Jovic (7), Hobbs (6/2), Koponen (6/2), Lo (3), Williams (2), Ogunsipe Bamberg Alexander (12), Rubit (10), Olinde (9/1), Taylor (9/3), Rice (8/2), Stuckey (8/2), Heckmann (7/1), Zisis (6), Harris (4), Drell (3), Kulboka (2), Schmidt SR Fritz, M. Reiter, Arik Zuschauer 6500 Gesamtwurfquote München 55 Prozent (30 Treffer/55 Versuche), Bamberg 52 (30/58)

Dreierquote München 35 Prozent (6/17), Bamberg 41 (9/22) Freiwurfquote München 90 Prozent (19/21), Bamberg 75 (9/12) Rebounds München 30 (21 defensiv/9 offensiv), Bamberg 24 (17/7)

Ballgewinne/-verluste München 7/14, Bamberg 3/12 Assists München 19 / Bbg. 18 Fouls München 19 / Bamberg 23

Spieler des Spiels

Cliff Alexander war mit zwölf Punkten und vier Rebounds in diesen beiden Kategorien bester Bamberger. Zudem blockte der Center drei Würfe der Münchner und setzte damit auch in der Abwehr Akzente. Der Effektivitätswert des US-Amerikaners betrug 15.

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