Bamberg
Triathlon

Platz 2 für Chris Dels: Auf Hawaii werden Träume wahr

Das Podest ist erreicht: Chris Dels aus Bamberg landet beim Ironman auf Hawaii auf Rang 2 in seiner Altersklasse und stellt eine neue persönliche Bestzeit auf. Auch Christian Birke und Martin Falk erreichen ihre Ziele.
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Chris Dels hat es geschafft: Beim Ironman auf Hawaii belegte er in seiner Altersklasse M35 den zweiten Platz und beendete das "Projekt Podium" erfolgreich.privat
Chris Dels hat es geschafft: Beim Ironman auf Hawaii belegte er in seiner Altersklasse M35 den zweiten Platz und beendete das "Projekt Podium" erfolgreich.privat
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Beim Ironman auf Hawaii war die absolute Weltspitze vertreten: Während Jan Frodeno und Anne Haug (Bayreuth) bei den Profis das Rennen machten, kämpften über 2400 Altersklassenathleten gegen die Hitze, den Wind und den inneren Schweinehund. Darunter waren einige Franken.

Herausragend war das Abschneiden von Chris Dels: Der 35-Jährige von Böhnlein Sports landete auf Rang 2 seiner Altersklasse M35. Ein Top-3-Platz war sein Ziel gewesen. Dels lieferte ein starkes Rennen ab und wurde nach 8:44:12 Stunden sogar Gesamt-35. aller Männer. Nach 59:08 Minuten Schwimmen benötigte er 4:40:51 Stunden für die 180 Kilometer auf dem Rad und 2:56:56 Stunden für den Marathon.

"Ein Traum ist wahr geworden, es war ein perfektes Rennen mit einer persönlichen Bestzeit und meinem Ziel, den Marathon unter drei Stunden zu laufen", sagt Dels. Dem Erfolg ging eine akribische Vorbereitung voraus. "Dass ich zehn Tage vor dem Rennen auf der Insel war, hat sich voll ausgezahlt. Ich konnte mich sehr gut an die Hitze anpassen, wir haben jede Einheit genutzt, um den Schweißverlust zu errechnen. Damit wusste ich genau, wie viel Salz und Wasser ich zuführen muss. Das ist perfekt aufgegangen. Ein großer Dank meinem Trainer Swen Sundberg, der das minutiös dokumentiert und errechnet hat", sagt Dels.

Kein großer Spaß war allerdings das Schwimmen, dort war Dels die ganze Strecke über eingekeilt, es ging ruppig zur Sache. "Ich habe aber zum Glück keine härteren Schläge abbekommen", berichtet Dels. Auf Rang 30 der Altersklasse wechselte er aufs Rad, verlor aber durch seinen einmütigen Toilettengang in der Wechselzone die Spitzengruppe aus den Augen. "Also habe ich die Flucht nach vorn ergriffen. Einen nach dem anderen habe ich eingesammelt", sagt Dels. Und von hinten hatte niemand aufgeschlossen. "Ich war auch überrascht, dass mir keiner folgen konnte, das hat mich weiter angetrieben. Die zweiten 90 Kilometer waren sehr einsam, aber ein Zeichen, dass ich weit vorne sein musste."

Nach 4:40 Stunden war auch diese Tortur gemeistert, es folgte der abschließende Marathon mit inzwischen besten Aussichten. "Die ganze Woche habe ich mich schon auf diesen Moment gefreut. Der Rückstand von drei Minuten zum Podium und fünf Minuten zum Führenden war eine super Ausgangslage."

Nun galt es, sich von der aufkommenden Euphorie und den vielen Zuschauern an der Strecke nicht blenden zu lassen und womöglich ein zu hohes Tempo anzuschlagen. "Die Gefahr habe ich ausgeblendet und bin weit unter meinem Vorgaben losgeschossen", sagt Dels. Der Rückstand schmolz immer weiter, noch bevor es auf den Highway ging, stellte Dels seinen Hauptkonkurrenten. "Als ich auf den Highway nach zehn Kilometern abgebogen bin, wurde es zäh, das schlug sich auf mein Tempo nieder. Ich hatte gefühlt ein Bierfass im Bauch, das hin und her schwappte." Der nächste Toilettengang kündigte sich an, zwei wertvolle Minuten verstrichen auf dem Dixie-Klo. "Dann aber waren die Rohre frei und es ging schneller als zuvor über den Asphalt."

Bei Kilometer 36 kam von Trainer Sundberg am Streckenrand die Info, dass er aktuell auf Rang 3 liegen würde - nur eine Minute hinter dem Zweiten. Das kitzelte auch die letzten Energiereserven aus ihm heraus. "Im letzten Anstieg bei Kilometer 40 habe ich ihn mit einer entschlossen Attacke gestellt und direkt abgehängt. Die letzten Meter ins Ziel habe ich in vollen Zügen genießen können."

Birke und Falk im Ziel

Christian Birke von der DJK Gaustadt war in der Altersklasse wie Dels am Start und landete auf Rang 41 in 9:25:50 Stunden. Martin Falk (Böhnlein Sports) benötigte eine halbe Stunde länger als Birke, blieb aber unter der anvisierten Zehn-Stunden-Marke und wurde 107. der M35.

Wie die Beiden ihr Rennen erlebt haben, lesen Sie in den nächsten Tagen.red

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