Bamberg
Basketball

Pfiffe nach dem Pokal-Aus von Brose Bamberg

Brose Bamberg verliert das Halbfinale gegen Alba Berlin aufgrund eines Leistungseinbruchs nach der Pause mit 66:82.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rokas Giedraitis (links) und Luke Sikma versperren dem Bamberger Aufbauspieler Paris Lee den Weg zum Korb. Foto: Daniel Löb
Rokas Giedraitis (links) und Luke Sikma versperren dem Bamberger Aufbauspieler Paris Lee den Weg zum Korb. Foto: Daniel Löb
+9 Bilder

Der Titelverteidiger ist nach einer teils desolaten Leistung raus: Alba Berlin hat sich im Halbfinale des deutschen Basketball-Pokals für die bittere Niederlage im Endspiel des Vorjahres revanchiert und Brose Bamberg den Traum von der Titelverteidigung zerstört. Am Sonntagabend verloren die enttäuschenden Oberfranken vor 5575 Zuschauern in der heimischen Brose-Arena mit 66:82 (36:42) auch in der Höhe verdient gegen den Hauptstadtklub. Die Berliner treffen im Finale am 16. Februar in eigener Halle auf die EWE Baskets Oldenburg, die sich im zweiten Halbfinale bei Ratiopharm Ulm mit 84:76 durchsetzten.

Zu Beginn noch ebenbürtig

Geschlossen stand die "Rote Wand", wie es auf den Klatschpappen von allen vier Tribünenseiten zu lesen war, zu Beginn hinter den Gastgebern. Angefeuert von ihren Fans nahmen diese den Kampf gegen den Favoriten an und waren diesem zunächst ebenbürtig. Kameron Taylor mit vier Assists und Paris Lee sowie Louis Olinde mit zwei Dreiern aus den Ecken sorgten dafür, dass die Oberfranken ihren Gegner nicht davoneilen ließen. Die Berliner hatten aber klare Vorteile in der Zone, und schon im ersten Viertel deutete sich eine Überlegenheit der Gäste beim Rebound an.

Diese setzte sich im zweiten Abschnitt fort. Zur Pause hatten die Albatrosse schon acht Abpraller mehr als die Bamberger eingesammelt und führten auch aufgrund dieses Vorteils mit sechs Punkten (42:36). Der Rückstand des Titelverteidigers hätte sogar noch höher ausfallen können, denn dem Druck, den die Gäste mit ihrer Verteidigung ausübten, hielt er immer weniger Stand. Die Ballverluste häuften sich, was Alba einige Punkte nach Schnellangriffen ermöglichte . Mit einem 11:2-Lauf waren die Gäste zwischen der 16. und 20. Minute auf 42:33 davongezogen, ehe Bryce Taylor sein Team mit seinem dritten Dreier wieder etwas näher heranbrachte.

Mit ihrem schnellen Passspiel stellten die Berliner ihren Kontrahenten auch nach der Pause vor Probleme. Sie fanden immer wieder einen freien Mann in aussichtsreicher Wurfposition. Die Bamberger mussten dagegen wesentlich mehr Arbeit für ihre Korbabschlüsse investieren. Nach viereinhalb Minuten im dritten Viertel sah sich Brose-Coach Roel Moors zu einer Auszeit gezwungen, weil der Rückstand seines Teams erstmals in den zweistelligen Bereich gewachsen war (41:53). Zweieinhalb Minuten später rief der Belgier seine Spieler schon wieder zur Besprechung, denn seine Akteure hatten den Berlinern zwischen beiden Auszeiten vier Offensivrebounds und sieben Punkte gestattet, ohne selbst ein einziges Mal erfolgreich zu sein. Vor allem Albas Scharfschütze Rokas Giedriaits lief jetzt heiß. Zum 17:0-Lauf seines Teams steuerte der Litauer acht Zähler bei.

27 Punkte Rückstand

Beim Stand von 43:70 war die Partie schon vor Beginn des Schlussdurchgangs entschieden. Mit 7:28 gaben die Bamberger das dritte Viertel ab. Auch die "Rote Wand" war zu diesem Zeitpunkt schon eingebrochen, denn vereinzelt waren Pfiffe zu hören. Nach Spielende waren es noch mehr. Immerhin etwas besser wurde das Spiel der Gastgeber im Schlussdurchgang. Sie waren sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht und schafften nun einen 12:0-Lauf, aber der Klassenunterschied zwischen beiden Teams blieb bestehen.

Spieler des Spiels

Bryce Taylor war der einzige Bamberger, der Treffsicherheit an den Tag legte. 15 Punkte, allesamt durch Dreier, erzielte der Flügelspieler, der nur einen seiner sechs Würfe nicht im Korb unterbrachte (Trefferquote 83 Prozent). In allen anderen statistischen Kategorien stand beim Routinier jedoch die Null.

Die Statistik

Brose Bamberg - Alba Berlin 66:82

(15:18, 21:24, 7:28, 23:12)

Bamberg B. Taylor (15 Punkte/5 Dreier), Sengfelder (9), Olinde (9/1), Harris (8), Lee (8/2), K. Taylor (5), Obasohan (4), Marei (4), Atkins (2), McLean (2) Berlin Giedraitis (16/4), Giffey (13/3), Siva (10/2), Nnoko (10), Eriksson (9/1), Hermannsson (8), Sikma (8), Mattisseck (4/1), Thiemann (4), Mason, Schneider, Ogbe SR Panther, Matip, Rodriguez Zuschauer 5775 Gesamtwurfquote Bamberg 41 Prozent (23 Treffer /56 Versuche), Berlin 50 (33/66)

Dreierquote Bamberg 32 (8/25), Berlin 37 (11/30) Freiwurfquote Bamberg 80 Prozent (12/15), Berlin 56 (5/9) Rebounds Bamberg 29 (18 defensiv/11 offensiv), Berlin 38 (23/15) Ballgewinne/-verluste Bamberg 4/16, Berlin 11/12

Assists Bamberg 19 / Berlin 20 Fouls Bamberg 19 / Berlin 15

Verwandte Artikel

Kommentare (4)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren