Bamberg
Schießen

Patronen fliegen, Scheiben fallen

Übergroßer Waffenkoffer, Extrabehälter für Munition: Die Flintenschützen müssen viel für ihren Sport tun - bei der "Bayerischen" gibt es den Lohn dafür.
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Michael Schoger von der SG 1306 Bamberg wurde bayerischer Meister mit der Doppelflinte. Ejektoren sorgen für den automatischen Hülsenauswurf. Robin Kreuz
Michael Schoger von der SG 1306 Bamberg wurde bayerischer Meister mit der Doppelflinte. Ejektoren sorgen für den automatischen Hülsenauswurf. Robin Kreuz

Eine besondere Spezies innerhalb des Schießsports bilden die Flintenschützen. Erkennt man am Schießsportzentrum Kunigundenruh eine Person mit übergroßem Waffenkoffer in der einen und extra Munitionsbehälter in der anderen Hand, handelt es sich zumeist um solch einen Flintenschützen.

Wodurch hebt sich das Flintenschießen von den anderen Kategorien ab? Als Flinte bezeichnet man eine Langwaffe mit glatter Laufbohrung, die für das Verfeuern von Schrotkugeln auf kurzer Entfernung von zehn bis 40 Metern ausgelegt ist. Die Flinte ist daher prädestiniert für den schnellen Schuss auf statische oder bewegliche Ziele, es wird intuitiv anvisiert, ähnlich wie beim Bogenschießen.

Michael Schoger ist einer der Flintensportler von der SG 1306 Bamberg. Mit gepolsterter Schießweste, extraflachem Gehörschutz und getönter Schutzbrille steuert er die 15-Meter-Fallscheibenbahn an, der erste Anlaufpunkt für die Flintenschützen.

Schoger ist einer der Aufsichten in der Flintenabteilung, er wacht über Sicherheit und Ordnung auf dem Schießstand und steht Neulingen mit Rat und Tat zur Seite. "Die Flinte muss dem Schützen passen", sagt Schoger. Dies sei das Wichtigste. Gemeint ist vornehmlich der Schaft. Geht man mit einer auf Maß geschäfteten Flinte in Anschlag, deutet der Lauf im Idealfall aufs Ziel. Für welche Variante man sich entscheidet, ist Geschmacksache. Ob klassische Doppel- oder Bockdoppelflinte, Vorderschaftrepetierer oder Halbautomat, jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile. Benötigt ein Jäger einen schnellen zweiten Schuss, greift er zur Doppelflinte, ist hohe Magazinkapazität gefragt, liegt eine Vorderschaftrepetier-flinte nahe.

Dem Sportschützen sind jedoch die Vor- und Nachteile zunächst einmal gleich, die Wertung innerhalb der verschiedenen Disziplinen erfolgt nach Flintenkategorie getrennt.

Am Fallscheibenstand öffnet Schoger seinen Waffenkoffer und stellt eine Bockdoppel- und eine Repetierflinte in den Ständer. Mit der Selbstladeflinte geht er an den Ladetisch, füllt das Magazin mit sechs Patronen. Laut Sportordnung des BDS (Bund deutscher Sportschützen) dürfen für fünf Fallscheiben maximal sechs Schuss benötigt werden. Jedes "Plate", das stehen bleibt, kostet zehn Strafsekunden. "Wenn das im Wettkampf passiert, kannst du dich sofort von den vorderen Plätzen verabschieden", sagt Schoger mit gerunzelter Stirn. Ein geübter Schütze benötigt pro Durchgang mit dem Selbstlader 2,5 bis drei Sekunden, Hundertstel zählen. Zudem müssen vier Durchgänge in Folge absolviert werden.

Viel mehr Zeit verstreicht mit der Doppelflinte, muss doch nach zwei Schuss nachgeladen werden. Hier wird zudem noch unterschieden zwischen Waffen mit und ohne "Ejektoren", diese Bauteile sind für den automatischen Auswurf der leergeschossenen Hülsen beim Öffnen des Verschlusses zuständig.

Um sich den Herausforderungen eines Wettkampfs stellen zu können, trainieren die 1306er oft gemeinsam. Während einer schießt, stoppt ein anderer die Zeit und wieder ein anderer achtet auf Handhabungsfehler.

Titel für Michael Schoger

Der Erfolg bei der Landesmeisterschaft, ausgetragen in der Kunigundenruh, bestätigt dieses Konzept: Michael Schoger wurde bayerischer Meister (Seniorenklasse) mit der Doppelflinte/Ejektor in einer Zeit von 40,91 Sekunden. Mike Kolk startete ebenfalls in dieser Disziplin und erreichte in der Altersklasse einen sechsten Rang. Alexander Neumann (Schützenklasse) kam auf Platz 13. Mit der Doppelflinte ohne Ejektor nahmen Eduard Klein (8./Altersklasse), Emilia Klein (9./Jugend) und Roland Wabra (16./Schützenklasse) teil.

Mit der Repetierflinte sicherte sich Schoger eine Bronzemedaille, Wabra erzielte Platz 15, Kolk kam nach Fehlern nur auf Platz 43. Mit dem Selbstlader war Kolk erfolgreicher und gewann ebenfalls Bronze, nur 1,5 Sekunden trennten ihn vom Sieg. Wabra und Eduard Klein besetzten in ihren Altersklassen den sechsten Platz, Schoger bei den Senioren Rang 11.

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